Wir erinnern uns an den seinerzeitigen Bau der EMS-Halle, da gab es eine große Lösung was den Ausbau und die Funktionalität angeht. Seinerzeit lange diskutiert. Durchgesetzt hat sich am Ende ein Kompromiss, mit deren Ausführung sich zwar beide Seiten irgendwie als politischer Gewinner präsentiert haben, weil jeder seine Forderungen durchgesetzt sah, letztlich haben die Einschränkungen der Halle jedoch geschadet.
Interessant, dass sich diese politischen Lager jetzt gänzlich gedreht haben.
Fakt ist, dass die Halle der Stadt Emsdetten gut getan hat. Der Bevölkerung, die darin Dinge erlebt hat, die zuvor in Emsdetten nicht denkbar waren. Die Gastronomie (obwohl zunächst auch auf die Barrikaden gegangen) hat von den Besuchern profitiert und auch der Einzelhandel sah viele auswärtige Gäste der EMS-Halle nach abendlichem Schaufensterbummel Tage später auf der inneren Seite der Auslagen wieder.
Nun ist die Halle in die Jahre gekommen, längst schon hätte etwas passieren müssen, wurde jedoch immer wieder geschoben. So weit geschoben, dass die Option, man könne noch warten, nicht mehr gezogen werden kann.
Die Ausschüsse für Kultur, Freizeit und Sport, Infrastruktur und auch der Haupt-, Finanz- und Steuerungsausschuss hatten schon beraten und empfohlen. Jetzt musste der Rat entscheiden. Eigentlich hat sich nichts geändert, halt nur, dass es hierbei auf Antrag der UWE eine namentliche Abstimmung gab.
Sicher ist die Umsetzung des 1. Bauabschnittes welcher die Erweiterung der Schießanlage beinhaltet. Diese Maßnahmen sind auch technisch von einer Gesamtmaßnahme trennbar.
Schwierig wird es beim 2. Bauabschnitt. Dieser beinhaltet die große Halle, Spielfeld, Zuschauerraum und Umfeld der Halle. Die Rettungswege müssen neu gestaltet werden, die Lüftungsanlage, die Elektrik, Brandmeldeanlagen, Barrierefreiheit ist nicht überall gegeben, der Eingangsbereich soll verlegt werden, ein Sanitätsraum würde geschaffen. Eine Möglichkeit, der gebäudeinternen Anlieferung, Be- und Entladung der LKW ist in Planung um die nächtliche Geräuschbelastung auf ein Minimum zu reduzieren. Das Dach wird durch entlastende Maßnahmen tragfähiger gemacht…
Eine in Aussicht gestellte Förderung der Erweiterung/Sanierung der EMS-Halle wird wohl nur kommen, wenn die Gesamtmaßnahme als solches beschlossen wird. Um diese Förderung zu erhalten, muss der Antrag noch im Oktober 2022 gestellt werden.
Die Stadtverwaltung machte vor der Abstimmung klar: mit dem heutigen Beschluss ist die tatsächliche Umsetzung noch nicht in Stein gemeißelt, man könne den immer noch zurücknehmen. Wenn dieser jedoch heute nicht gefasst wird, gibt es keine Chance auf eine Mitfinanzierung durch Bund/Land.
Trotzdem stimmten CDU und UWE dagegen. Daniel Hellwig (CDU) sieht an diesem Standort künftig keine Großveranstaltungen mehr, glaubt, dass derartige Hallen in Innenstädten keine Chance mehr haben werden, beruft sich dabei auf eingeholte Expertisen. Die CDU will immer noch ihre Idee an der Gustav-Wayss-Straße, weit außerhalb umgesetzt wissen.
Dr. Thomas Kock (SPD) hingegen will sich zumindest erstmal die Option der Erweiterung offenhalten. Den Bau einer Halle für Großveranstaltungen sieht er, neben dem notwendigen Bau einer neuen Halle für Schul- und Vereinssport mit möglichem Standort Stauffenbergstraße, für nicht finanzierbar und an der Gustav-Wayss-Straße auch nicht als sinnvoll an.
Kock wirft der CDU und UWE vor, sie würde mit Ablehnung des 2. Bauabschnitts bewusst Kauf nehmen, dass hier der Brandschutz, Barrierefreiheit und all die anderen Maßnahmen vernachlässigt werden. Gleichzeitig forderte er sein gegenüber auf, wenn er einen Investor in der Hinterhand habe, mit offenen Karten zu spielen.
Fakt wird wohl sein, dass wenn der 2. Bauabschnitt nicht durchgeführt wird, die Fördergelder nicht fließen, weil die nur eine Gesamtmaßnahme vorsehen. Der Schießanlagenumbau muss voll umfänglich alleine getragen werden. Fakt ist weiterhin, dass dann eine Schießanlage, die seit Jahren zu den modernsten in Deutschland gehört, auf Dauer „Nebeneingang“ einer baufälligen großen Halle wird, die ohne gewisse Maßnahmen auf lange Sicht auch für den Schul- und Vereinssport nicht mehr nutzbar ist.
Das gesamte Areal mit Park im Hof Deitmar ist/wird gerade neu erstellt, die EMS-Halle war immer Teil des Konzeptes.
Der zweite Bauabschnitt wurde dann (unter Berücksichtigung der Abarbeitung einiger Prüfaufträge und mit der „Reißleinen-Option“) mit den Stimmen der Grünen, der SPD, Linke und Emsdettener Liste beschlossen. CDU und UWE sprachen sich dagegen aus. Die Vertreterin der FDP war entschuldigt nicht anwesend.
21. September 2022 Sanierung / Erweiterung der EMS-Halle und Machbarkeitsstudie weiterer Standorte
16. September 2022 Ausschuss für Infrastruktur beschließt in Marathonsitzung
19. September 2022 Offener Brief der Fraktion „Die Grünen“ zur Thematik EMS-Halle
19. September 2022 Umfangreiche Tagesordnung im Haupt-, Finanz- und Steuerungsausschuss
04. Juni 2022 EMS-Halle Vorentwurfsplanung für den 2. Bauabschnitt
15. März 2022 Neue Handballhalle in Emsdetten
15. Dezember 2021 Haupt-, Finanz- und Steuerungsausschuss steht eine Marathon-Sitzung bevor
14. Dezember 2021 1,76 Millionen € Zuschuss vom Bund für die Sanierung der EMS-Halle




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