Warum nicht eine gute Idee übernehmen? „Detti“ für Detten

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In Breslau (Wroclaw/Polen) gibt es etwa 640.000 Einwohner + 600. Und diese  +600 sind schon alleine ein Grund, weswegen es sich lohnt, diese Stadt einmal zu besuchen. Diese +600 sind Zwerge, alle aus Bronze, jeder Zwerg ein Unikat, alle nur ca. 30 cm groß. Wer durch Breslau läuft, der findet sie an jeder Ecke, auch da, wo man eigentlich schon meint „hier kommt nichts mehr“ – Egal, ob ein Zwerg auf dem Kirchplatz steht und den (für ihn noch gewaltigeren) Turm betrachtet, ob er im Springbrunnen planscht, vorm Hotel mit Koffer und Jacke über dem Arm auf ein Taxi wartet. Mit Einkaufstasche durch die Fußgängerzone oder mit einem Kollegen kartenspielend auf einer Fensterbank sitzt. Selbst die Breslauer kennen nicht alle Figuren, entdecken immer wieder neue Szenen.

Was in 2001 als Projekt einiger Studenten der Kunsthochschule mit nur wenigen Zwergen begann, wurde dann fortgeführt. 2004 wurde ein Künstler beauftragt, zwölf weitere Mini-Skulpturen zu fertigen. 2009 gab es bereits 95 Stück, im August 2014 wurde der 300. aufgestellt und schon vier Jahre später, 2018, hat sich die Zwergenfamilie auf 600 Mitglieder verdoppelt.

Ähnlich wie vor einiger Zeit die sogenannten Korkmännchen Einzug in Emsdetten hielten, könnten jetzt Figuren gefunden werden, die nicht nur in die Innenstadt locken, solche Eyecatcher könnten auch in Randbereichen aufgestellt werden und somit ein Netz über ganz Emsdetten ziehen, entweder mit einem Plan, der von „Detti“ zu „Detti“ führt oder aber ohne Wegweiser um immer wieder zufällig entdeckt zu werden.

So könnte in Emsdetten ein Miniatur-Karnevalswagen durch die Straßen „rollen“, ein Spielmannszug ein Ständchen bringen, Radfahrer sich ihren Weg bahnen, Jogger ebenso unterwegs sein wie ältere Menschen mit Rollator, der Bauer könnte mit Traktor auf den Wochenmarkt fahren, aus Hof Deitmar ein frisch vermähltes Hochzeitspaar, Wannenschieber, Getränkelieferant, Stadien, Freibad, Skaterbahn, Stadtpark, Ems-Auen-Weg….. es gibt ungeahnte Möglichkeiten und sicherlich dürften sich auch Sponsoren finden, die jeweils die Patenschaft für einen solchen Zwerg übernehmen, weil der gerade vorm eigenen Schaufenster steht…. AllesDetten wäre bereit. Ein verzagter Bürger mit Respekt vorm Behördengang könnte in Richtung Rathaus gehen, ein freudestrahlender Bürger, dem geholfen wurde, könnte das Rathaus wieder verlassen. Sicherlich wäre auch aus dem vielseitigen Emsdettener Vereinsleben Unterstützung zu erwarten, Laufgemeinschaft, Tanzsportclub, Züchter….

Hierbei würde es sich um dauerhafte, stets erlebbare Installationen handeln und nicht um eine mehrtägige Ausstellung, welche nur in Erinnerungen und Erzählungen weiterlebt. Zudem dürfte jede/r einzelne kleine „Detti“ für potentielle Sponsoren stemmbar sein.

Ob „Detti“ dann auch ein Zwerg mit Zipfelmütze wird, das Korkmännchen als Vorbild oder ein gänzlich anderes Aussehen bekommt, können kreative Köpfe noch (er)finden.

Natürlich müssen das nicht 600 Zwerge wie in Breslau sein, ca. 50 kleine Skulpturen würden für Emsdetten ja zunächst ausreichen. Die Zahl könnte sich im Laufe der Jahre möglicherweise weiterentwickeln.

Mit offenen Augen durch Emsdetten gehen, – Emsdetten (und „Detti“) entdecken!!!

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