Klare Worte von Leon Huesmann (Die Linke) in Richtung Emsdettener Liste

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Leon Huesmann, Fraktionssprecher „Die Linke“ im Rat der Stadt Emsdetten distanziert sich in nachfolgendem, an die Redaktion von AllesDetten gerichteten Schreiben, deutlich von den Äußerungen und Handlungen des ehemaligen Parteimitgliedes Heinz Bauer und kündigt an, nicht weiter mit der Emsdettener Liste, für die Bauer auf Platz 2 der Reserveliste nominiert ist, zusammen zu arbeiten. Hier der Text im Wortlaut:

DIE LINKE in Emsdetten kündigt ihre Zusammenarbeit mit der Emsdettener Liste wegen extrem rechtem Kandidaten auf.

Wer die Entstehungsgeschichte der Emsdettener Liste kennt und diese Wählergemeinschaft in den letzten 20 Jahren beobachtet hat, kann sich nicht genug wundern: 2004 gegründet als eher linke Abspaltung der Grünen, war diese Gruppierung bisher stets auf der Seite von Umweltschutz, Vielfalt und Toleranz. Bei jedem interkulturellen Fest traf man die Mitglieder der LISTE und im Stadtrat wirkten sie unermüdlich, wenn auch zunehmend unauffällig, an ökologischen und humanistischen Zielen.

2014 kam die Spaltung und Beinahe-Auflösung. Die bisherigen Ratsmitglieder Heike Bosse und Alfred Franke verließen die Gruppierung – Bosse ging in den kommunalpolitischen Ruhestand, Franke zur neu gegründeten UWE. Die Auflösung stand kurz bevor, doch erneut berappelte man sich, stellte eine Liste auf und errang ein Mandat.
Die Ratsfrau Lucia Bäumer setzte im Wesentlichen den Kurs ihrer Vorgänger*innen fort: Für
Ökologie, für Bleiberecht, für Frauenrechte und in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit anderen Ratsfraktionen und Initiativen aus der Stadtgesellschaft. Für Susanne Schöpper, Listenplatz 2, mit ähnlichem politischem Profil, hatte es nicht gereicht.

Doch 2020 kommt der Schock: Auf Platz 1 der Liste ist immer noch Lucia Bäumer, doch Susanne Schöpper wurde auf Platz 3 verdrängt: von einem nicht ganz Unbekannten:
Heinz Bauer war früher mal SPD-Mitglied, kam dann zur LINKEN, für die er von 2012 bis 2014 im Stadtrat saß. Noch vor der Kommunalwahl 2014 trat er zur „Liste“ über.

In den letzten sechs Jahren sah und hörte man wenig von Bauer, wenn man nicht auf Facebook war. Dort allerdings konnte man sehr gut beobachten, wie sich der Mann
immer weiter nach rechts radikalisierte. Inzwischen teilt er regelmäßig Videos des österreichischen RechtsaußenPolitikers und Jörg-Haider-Zöglings Gerald Grosz (https://de.wikipedia.org/wiki/Gerald_Grosz), gerne auch solche, die das Logo des AfD-nahen Mediums Deutschland-Kurier tragen. Damit nicht genug: Auch die ökologisch orientierten Wähler*innen der „Liste“ werden keine Freude an seinen Posts haben. Wenn es gegen die Grünen, gegen Klimaschützer*innen, gegen Tempolimits, gegen die Deutsche Umwelthilfe oder Greta Thunberg geht, teilt Bauer fleißig alles, was ihm in die Timeline
schwappt: Ob von der CSU, vom unkomischen Komiker Dieter Nuhr oder von Facebookgruppen mit Namen wie „Stoppt die Deutsche Umwelthilfe“. (AllesDetten liegen diverse Screenshots vor, die wir aber an dieser Stelle nicht veröffentlichen möchten)

Viele Videos, die Bauer teilt, sind übrigens inzwischen nicht mehr verfügbar, ein Hinweis darauf, dass Youtube sie wegen Verstößen gegen Gemeinschaftsstandards oder Gesetze zurückgezogen hat.
Auch etliche von Bauer geteilte und kommentierte Facebook-Links existieren nicht mehr. Doch es wird noch unappetitlicher: Den Reichsbürger-Barden und QAnon Verschwörungsmystiker Xavier Naidoo nennt er einen „mutigen Christen“ und verbreitet
kommentarlos einen Post der rechtsesoterischen Facebook-Seite „FaktenFriedenFreiheit“, der suggeriert, dass es seit 1918 keinen souveränen Staat auf deutschem Boden gäbe und das Kaiserreich als einzig legitimen Staat anerkennt: Eindeutige ReichsbürgerPropaganda.

Bleibt kaum noch zu erwähnen, dass er eine Lesung des kürzlich wegen rassistischer Thesen zu Recht aus der SPD geworfenen Thilo Sarrazin bewirbt und ImpfgegnerPropaganda teilt.
Auch, wenn wir mit der Emsdettener Liste in den letzten Jahren außerordentlich gut zusammengearbeitet haben, ist für DIE LINKE damit nun klar: Die Emsdettener Liste hat den antifaschistischen und demokratischen Konsens verlassen und ist für uns auf keiner
Ebene mehr ein Bündnispartner.
Wir bedauern, dass es wohl niemandem der verbliebenen Aktiven aufgefallen ist, wes Geistes Kind dieser Kandidat ist, denn wir unterstellen, dass auch die meisten Mitglieder der
„Liste“ nicht mit Reichsbürgern, Rechtsextremen oder KlimaIgnoranten zusammenarbeiten wollen.

Für uns ist klar: Wer Personen, die offen mit der Reichsbürgerszene und mit Rechtspopulisten
sympathisieren, für den Stadtrat aufstellt, kann kein Partner für eine sozial-ökologische und humanistische Politik in Emsdetten sein. Das betrifft zu unserem Bedauern auch diejenigen Mitglieder der „Liste“, deren antifaschistische und demokratische Haltung für uns außer Frage steht.

Hierzu erreichte uns eine Gegendarstellung des Herrn Heinz Bauer, welche wir HIER veröffentlichen.

1 Kommentar

  1. […] AllesDetten online-Magazin vom 12.08.2020 ist ein Beitrag mit dem Titel „Klare Worte von Leon Huesmann (Die Linke) in Richtung Emsdettener Liste“ erschienen in dem in Bezug auf meine Person unrichtige Behauptungen verbreitet werden, die ich wie […]

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