Geld sparen – Klima schonen mit Fördermitteln aus den Klimafonds

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(Screenshots: Joanna Puzik)

Auch abseits von Corona tut sich was im Kreis Steinfurt. „Das ist erfreulich!“, so der kommissarische Landrat Dr. Martin Sommer. Auch wenn es sich in der Wahrnehmung beim Klimawandel derzeit um eine eher zweitrangige Krise handelt, so verliere sie dennoch nicht an Bedeutung. Deshalb freue man sich verkünden zu können, dass nun Maßnahmen getroffenen wurden, um dem Klimawandel auch auf Kreisebene Contra zu geben. „Um Weichen zu setzen und einen Beitrag dazu zu leisten, dass möglichst die Temperaturen weltweit nicht so stark ansteigen“, erläutert Sommer.

Das sei die gute Nachricht der gestrigen Pressekonferenz. Diese fand thematisch passend als Liveschaltung per Videochat statt, so dass alle Teilnehmer ihr Auto stehen lassen konnten.

Bereits am 16.12.2019 fand der Beschluss zur Einführung von sog. Klimafonds breite Zustimmung im Umwelt- und Kreisausschuss. Insofern habe man sich sehr gefreut, als dieser in der Sitzung am 07. April 2020 konkretisiert worden ist. Die Klimaschutzfonds sind dazu da, klimaschutzfreundliche Projekte und das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern zu fördern. In den vergangenen Jahren habe man bereits einige Projekte, wie z.B. „Klimaschutzbürger 2.0“ oder das Unternehmensnetzwerk des Energieland 2050 e.V. auf den Weg gebracht. Nun gehe es darum weitere Maßnahmen zu ergreifen – mit dem Ziel weitere Menschen zur aktiven Teilnahme am Klimaschutz zu motivieren und somit eine Vorbildfunktion zu übernehmen, sagt Dr. Sommer. Die Förderbandbreite reicht vom Lastenfahrrad, über die PV-Anlage bis hin zu Naturschutzprojekten (drei Förderschwerpunkte)

Wer ist berechtigt, einen Antrag zu stellen?

Berechtigt ist, wer seinen Wohnsitz im Kreis Steinfurt hat. Wünschenswert sei auch, wenn für die Anschaffung der Fördergegenstände ein lokales Handwerksunternehmen oder ein Zweiradfachhandel im Kreis Steinfurt aufgesucht werde, damit auch die hiesige Wirtschaft gefördert werde (zur Liste). Ebenso dürfen Privatpersonen, die beispielsweise aus anderen kommunalen Töpfen nur mit 500 Euro für eine Solaranlage gefördert werden, eine Aufstockung beantragen. Die Mittel werden jedoch nur bewilligt, wenn ein Anspruch dem Grunde nach besteht und die zur Verfügung gestellten Haushaltsmittel noch nicht erschöpft sind.

Wann und wo kann der Antrag gestellt werden?

Am Sonntag, dem 9. Mai um 12 Uhr fällt der Startschuss. Alles was ab Mittag im Kreishaus eintrifft und den Anforderungen entspricht, werde mit Haushaltsmitteln hinterlegt – „ganz nach dem Windhundprinzip“, sagt Silke Wesselmann. Das heißt: Erst beantragen, die Bewilligung abwarten, dann kaufen und abrechnen.

Das jeder Antragsteller gefördert wird, kann leider nicht versprochen werden, schließlich seien die finanziellen Mittel irgendwann ausgeschöpft. „Die politische Absicht des Klimafonds sei es etwas anzustoßen, initiativ zu werden, Aufmerksamkeit für das Thema zu erwecken. – Und ich glaube, dass dieses Ziel erreicht wird“, so Martin Sommer. Im Nachhinein werde man viele Fragen stellen, ergänzt er. Vielleicht sogar, warum der Kreis überhaut Gelder für diese Maßnahmen zur Verfügung stelle. Seine Antwort darauf: „Weil wir es wichtig finden.“  Man ist gespannt, wie gut der Klimafond angenommen werde und verspricht zum Abschluss der Videokonferenz die Presse auf dem Laufenden zu halten.

Sollte es eine hohe Resonanz bei den Anträgen geben, müsse man das Thema erneut in die Politik bringen oder auf andere Haushaltsmittel zurückgreifen. Ebenso, wenn Bürgerinnen und Bürger andere Projekte oder Weiterbildungsmaßnahmen zum Klimaschutz planen. Hier verweist Silke Wesselmann auf das Regionalzentrum für Bildung und nachhaltige Entwicklung.

Die drei Schwerpunktbereiche des Klimafond folgen im Laufe des Tages in einem separaten Bericht.

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