Klimaschutz in Krisenzeiten

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2022 war ein bewegtes, schwieriges Jahr – neben dem Ukrainekrieg und seine Auswirkungen auf den Wirtschafts- und Energiemarkt und der anhaltenden Corona-Pandemie standen auch die Klimakrise und der dringende Handlungsbedarf bei der Energiewende immer wieder im Mittelpunkt des öffentlichen Diskurses. Die extreme Hitze und anhaltende Dürre in diesem Jahr zeigten erneut sehr deutlich, dass der Klimawandel längst in Deutschland und damit auch im Kreis Steinfurt angekommen ist.

Große Herausforderungen und hohes Tempo also, die der Kreis Steinfurt im Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu bewältigen hat. Dessen ist sich auch Landrat Dr. Martin Sommer bewusst: „Es wird ein schwieriger Weg, aber wir haben als Kreis Steinfurt unser Ziel fest vor Augen: Klimaneutralität bis 2040! Mit unserem 50 Punkte-Handlungsprogramm Klimaschutz und dem energieland2050 e.V. als Partner haben wir wichtige Grundlagen und Strukturen geschaffen, um in unserer Vorbildfunktion die notwendigen Anstrengungen und Maßnahmen anzustoßen“, so der Landrat.

Insbesondere die Energiekrise und die Frage nach der Versorgungssicherheit bewegt die Menschen im Kreis Steinfurt, weiß Silke Wesselmann, Leiterin des Amtes für Klimaschutz und Nachhaltigkeit und Geschäftsführerin des energieland2050 e.V. im Kreis Steinfurt zu berichten: „Wir waren 2022 innerhalb kürzester Zeit mit einem enormen Anstieg des Beratungsbedarfs konfrontiert, insbesondere in Bezug auf die Themen Solarenergie und Energiesparmöglichkeiten.“ Amt und Verein reagierten zügig, bauten das Beratungsangebot in Form von Sprechstunden (online und telefonisch) aus und bewältigten so mehr als 2.000 Anfragen. Zusätzlich wurden im Rahmen von Solartagen rund 1.500 Menschen umfangreich zur Solarenergie informiert und bei (Online)-Veranstaltungen und Klima-Exkursionen rund um die Themen klimafreundliches Heizen, Wärmepumpen, Energiesparen und Klimaanpassung mehr als 600 Teilnehmende begrüßt. Die normalerweise erst für Ende 2023 wieder anstehende kreisweite Thermographie-Aktion wurde vorgezogen und verzeichnet aktuell bereits mehr als 300 Anmeldungen.

Die durch die Bundesregierung umgesetzten bzw. angekündigten neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Ausbau der erneuerbaren Energien (Stichwort Oster- und Sommerpaket des Bundeswirtschaftsministeriums) erforderten eine rasche Reaktion und gute Netzwerkarbeit, insbesondere im Bereich der Windenergie. Die bisher bestehenden Leitlinien für Bürgerwind wurden auf Initiative des Kreises aktualisiert und um das Thema Solarenergie erweitert. Die Bürgerinnen und Bürger im Kreis Steinfurt noch stärker an der lokalen Energiewende teilhaben zu lassen – dieses Ziel wird derzeit auch mit der sich in Gründung befindlichen kreiseigenen Bürgerenergiegenossenschaft noch intensiver fokussiert.

Auch für die Bereiche ländliche Entwicklung und Bildung wurden 2022 wichtige Weichen gestellt: Mit der erfolgreichen Neubewerbung der LEADER-Regionen Steinfurter Land und Tecklenburger Land für die kommende Förderperiode 2023 bis 2027 stehen den beiden Leader-Regionen im Kreis Steinfurt in den nächsten Jahren je 3,1 Mio. Euro aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Verfügung. Zudem hat der energieland2050 e. V. das Gütesiegel „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) des Landes NRW erhalten. Projekt- und Koordinierungsstelle für diesen Bereich ist das beim energieland2050 angesiedelte BNE-Regionalzentrum.

Für das kommende Jahr stehen weitere Aufgaben an, die der Kreis gemeinsam mit seinen 24 Kommunen angehen wird: So kündigte u.a. die NRW-Landesregierung im Koalitionsvertrag an, ab 2023 die rechtlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen, das Erstellen von Wärmeplänen zur kommunalen Pflichtaufgabe zu machen. Der Kreistag hat bereits im Herbst beschlossen, dass der Kreis Steinfurt für diese Aufgabe die zentrale Koordinierungsaufgabe übernimmt und hat frühzeitig mit der Einrichtung einer Servicestelle Wärme für die notwendigen Strukturen gesorgt.

Ziele und Wünsche für 2023? „Schnell in die Umsetzung zu kommen, die Bürgerinnen und Bürger bei unseren Themen mitzunehmen und flexibel auf bis dato noch nicht vorhersehbare Geschehnisse reagieren zu können“, so Wesselmann mit Blick auf das kommende Jahr.

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