Keine Entwarnung trotz positiver Zwischenbilanz

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(Foto: Joanna Puzik)

Die erste Zwischenbilanz sieht, wenn auch unter Vorbehalt positiv aus. Darüber sind sich der Leiter des Krisenstabes Dr. Martin Sommer und seine zum Pressegespräch erschienenen Teamkollegen einig. Den relativ früh eingeleiteten Schutzmaßnahmen und Handlungsstrategien habe man es zu verdanken, dass man sich immer noch „vor der Lage“ befinde, sagt der Kreisdirektor. Am frühen Dienstagmittag standen er, sowie die Pressesprecherin Kirsten Weßling, der Kreissozial- und Gesundheitsdezernent Tilman Fuchs und der medizinische Einsatzleiter Dr. Karlheinz Fuchs der Presse Rede und Antwort. Nicht nur zum aktuellen Stand, sondern auch zu den getroffenen Entscheidungen und der weiteren Vorgehensweise.

Passend zur strahlenden Mittagssonne gab es vom Krisenstab positive Nachrichten. Man sei auf einem guten Weg, die Fallzahlen sinken und mit dem Stand vom 21.04.20 (8:30 Uhr), seien von 1117 mit Covid 19 Infizierten, 624 Personen wieder genesen. Damit sei die Zahl höher als die der Erkrankten. Dieses Ergebnis habe man nicht zuletzt der schnellen Reaktion des Kreises zu verdanken, die mit der Bildung des Krisenstabes am Aschermittwoch eine Organisation geschaffen habe, die selbst parteiübergreifend agieren könne.

Insbesondere, wenn es um die schnelle und unbürokratische Finanzierung von Maßnahmen gehe. Um die Transparenzlegung der Ausgaben kümmere man sich später. Neben dem Vertrauensvorschuss der Kreispolitiker und dem unermüdlichen Einsatz seiner Teamkollegen, müsse man nicht zuletzt der Bevölkerung selbst danken. Diese halte sich weitgehend an die verordneten Hygienemaßnahmen und die Kontaktsperre und, so Sommers Eindruck, verstanden hat, worauf es ankommt.

Getroffene Maßnahmen im Kreis Steinfurt

Ziel war es, relativ zügig und unbürokratisch alle notwendigen Maßnahmen treffen zu können, um die Gesundheitsversorgung im Kreis zu gewährleisten, sagt Dr. Martin Sommer, Leiter des Krisenstabes. Hierfür sei man drei wesentlichen Handlungsstrategien gefolgt:

  1. Testen, Testen, Testen…

Man hat früh damit begonnen umfassend zu testen, Kontakte zu Infizierten nachzuverfolgen und somit Kontaktketten zu durchbrechen. „Personen sind identifiziert, isoliert und quarantänisiert worden“, so Sommer. Das ursprünglich aus vier Verwaltungsmitarbeitern bestehende Team im Gesundheitsbereich wurde auf über 350 aufgestockt, berichtet Kreissozialdeszendent Tillman Fuchs.

  1. Schaffung von freien Kapazitäten

In einer engen Zusammenarbeit mit Krankenhäusern und Arztpraxen wurden alle Operationen und Behandlungen, die nicht zwingend notwendig sind, verschoben um freie Kapazitäten für eventuelle Corona-Patienten zu schaffen. Neben der Ertüchtigung des Gesundheitswesens richtete die Kreisverwaltung zwei Überlaufzentren in Laer und Lengerich ein, für Menschen, die eventuell mit dem Covid 19 Virus infiziert, aber nicht krankenhausbedürftig sind. AllesDetten berichtete.

  1. Beschaffung von Schutzmaterialien

Hier wurde nicht nur auf die Versorgung vom Land gebaut, der Kreis ist mit eigenen kreativen Lösungen eingesprungen und hat Unternehmen, wie auch Privatpersonen mit ins Boot geholt, z.B. mit Masken aus dem 3-D- Drucker. Im Moment entspanne sich die Situation und man könne den kurzfristig vom Rettungsdienst ausgeliehenen Bestand wieder auffüllen.

Der Einladung der Pressesprecherin Kirsten Weßling (links außen) sind zahlreiche Pressevertreter gefolgt und fanden sich am heutigen, frühen Mittag auf der Terrasse der Kreishauskantine in Burgsteinfurt wieder. Mit reichlich Abstand (von links): Dr. Marin Sommer, der Leiter des Krisenstabes, Tillman Fuchs, Kreisdeszendent für Soziales und Dr. Karlheinz Fuchs, der medizinische Einsatzleiter für Corona im Kreis Steinfurt. (Foto: Joanna Puzik)

Fazit: Wir bleiben im Standby-Modus

„Mit diesen drei Strängen haben wir es geschafft die Situation zu stabilisieren“, folgert der Kreisdirektor. Die Verdoppelungszahl im Kreis Steinfurt habe sich auf 18,5 Tage verringert. Aber es tut sich einiges in den letzten Tagen, deshalb bittet er die Bevölkerung, sich trotz der Lockerungsmaßnahmen auch weiterhin an die Abstandregelungen und die Kontaktsperre zu halten. Die Zwischenbilanz sei positiv zu werten, aber „wichtig ist der Hinweis, dass wir keine Entwarnung geben können“, deshalb bleiben auch die Überlaufeinrichtungen auf „Standby“, schlussfolgert der Stabsleiter. Er möchte kein Wasser in den Wein gießen, Durch die Lockerungen können die Fallzahlen wieder steigen, zwar sei die Situation derzeit unter Kontrolle, aber es bleibe abzuwarten.

 

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