Innenminister Reul möchte, dass auch im Kreis Steinfurt gefährdete Jugendliche die „KurveKriegen“

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(Foto: Eike Brünen)

Neben der Aufschaltung in das Radio-Programm (wir berichteten H I E R) besuchte Innenminister Herbert Reul gestern auch die Kreispolizei die ihm das Projekt KurveKriegen vorstellte. KurveKriegen ist ein Projekt, einmal auf die „schiefe Bahn“ geratene Jugendliche wieder in ein geordnetes Leben zurück zu holen.

Jana Perick von der evangelischen Jugendhilfe und KOK Johanna Raue berichteten aus der Praxis (Foto: Eike Brünen)

Heike Piepel, bei der Kreispolizei zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, begrüßte zunächst die große Runde, allen voran Innminister Reul sowie Landrat Dr. Martin Sommer. Kriminaloberkomissarin (KOK) Johanna Raue und Jana Perrick von der evangelischen Jugendhilfe zeichnen im Kreis Steinfurt für das Projekt verantwortlich.

 

Landrat Dr. Martin Sommer begrüßte, dass das Projekt jetzt auch im Kreis Steinfurt erste Erfolge aufzeigen kann (Foto: Eike Brünen)

In mittlerweile 31 von 47 Kreisen im Land NRW wird hier erfolgreiche Arbeit geleistet (ab der nächsten Woche werden es 35 Kreise sein). Insgesamt 1.650 Jugendlichen konnte damit bislang geholfen werden. Im Kreis Steinfurt (erst seit Juli diesen Jahres beteiligt) wurden bislang fünf junge Menschen in das Betreuungsprogramm aufgenommen. Aktuell befinden sich insgesamt 600 Jugendliche in diesem Programm (ca. 86 % Jungen/14 % Mädchen).

Raub, Sachbeschädigung, Drogenmißbrauch, all das sind Delikte, in die man so leicht hereinschliddern kann und wenn man einmal in diesem Sumpf gefangen ist, wird es schwer, diesen aus eigener Kraft wieder zu verlassen. Bevor solche Entwicklungen tatsächlich Fahrt aufnehmen, beugt die nordrhein-westfälische Polizei gezielt und wirkungsvoll, unterstützt durch das Landesministerium des Inneren, vor. Das Besondere: hier wird eng mit Fachkräften aus der Sozialarbeit zusammengearbeitet.

Frühestmöglich sollen potenziell gefährdete Jugendliche erkannt und in das Projekt aufgenommen werden. Zunächst werden die Familien aufgesucht und in einem Gespräch die Einwilligung der Eltern geholt. Erst danach können die Fachkräfte tatsächlich aktiv werden. „Man muss die Kids erreichen, bevor sie zu Intensivtätern werden.“

Häufig fängt es mit sogenannten Mutproben an, dazu gehören kleine Ladendiebstähle bis hin zu lebensgefährlichen Aktionen in Verbindung mit fahrenden Zügen.

Auf der Homepage ( H I E R ) wird unter anderem mit einem Video auf die Aktion aufmerksam gemacht.

Zielgruppe dabei ist die Altersgruppe 8 bis 15 Jahre. Sobald sie mit mindestens einer Gewalttat oder drei Eigentumsdelikten polizeilich in Erscheinung getreten sind und deren Lebensumstände derart risikobelastet sind, dass ein dauerhaftes Abgleiten in die Kriminalität droht.

Die Kosten für dieses Projekt werden vom Land NRW übernommen. Die Aufnahme verurteilter Straftäter in einer Justizvollzugsanstalt (JVA) für mehrere Jahre würde ein vielfaches kosten.

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