Innenminister Herbert Reul schaltet sich ins laufende Radio-Programm ein

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Landrat Dr. Martin Sommer und Innenminister Herbert Reul standen der Presse für Fragen bereit (Foto: Eike Brünen)

Einige werden sich noch erinnern: 2005 Schneechaos im Münsterland, über drei Tage standen einige Gemeinden im Kreis Steinfurt ohne Stromversorgung da. Ochtrup und damit über 20.000 Menschen waren gar über eine Woche vom Stromnetz ausgeschlossen, 650 Notstromaggregate haben Unmengen an Diesel verbrannt. Dr. Martin Sommer, heute Landrat, vor 16 Jahren als zuständiger Dezernent im Kreis Steinfurt Leiter des Krisenstabes, weiß noch, wie dann nachts vom Stromversorger die Meldung kam „Das Netz steht wieder.“ – Die Notstromversorgung wurde somit abgestellt, mit dem Ergebnis, dass kurz später wieder alles zusammengebrochen ist. Überlastung des Netzes. „Hier galt es jetzt, einen Weg zu finden, den Menschen mitzuteilen, dass bis zur vollständigen Wiederherstellung wirklich nur die notwendigsten Geräte eingeschaltet werden dürfen, – keine Weihnachtsbeleuchtung, kein Plätzchenbacken im E-Herd und auch das Spülen diesmal bitte von Hand erledigen.“

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Schnell wurde hier zusammen mit der seinerzeitigen Chef-Redakteurin von Radio RST, Andrea Stullich, die Idee geboren „Wir verbreiten die Nachricht über RST.“ Morgens um 7 Uhr schaltete sich Dr. Martin Sommer in das laufende Radio-Programm ein, bat die Bevölkerung um sparsamen, bewussten Stromverbrauch und tatsächlich konnte vom Stromversorger nur eine halbe Stunde später vermeldet werden „Das Netz steht wieder.“

Das Land NRW, wie Innenminister Herbert Reul jetzt beim Pressetermin in der Kreisleitstelle der Feuerwehr in Rheine mitteilte, war einer der ersten, die die Sirenen wieder eingeführt haben. Der Kreis Steinfurt auch hier Vorreiter. „Sirenen machen aber nur Sinn, wenn der Bevölkerung damit verbunden auch mitgeteilt wird, warum die Sirenen heulen und wie sie sich in diesem Moment zu verhalten haben.“

Herbert Reul schaltete sich heute um 10:37 Uhr in das laufende Programm von Radio RST ein. Der Innenminister des Landes NRW zeigte sich begeistert ob dieser einfachen Möglichkeit, wirksam die Bevölkerung zu informieren. „Dass man da nicht früher drauf gekommen ist…“ Das Verfahren soll jetzt möglichst landesweit übernommen werden.

Die Aufschaltung ins laufende Programm von Radio RST kann von jedem Telefon aus erfolgen (Foto: Eike Brünen)

„Ohne Übungen läuft nichts, – die Bevölkerung muss ein Bewußtsein für mögliche Katastrophen bekommen.“ Dabei kann es sowohl ein lokales Ereignis sein, wie beispielsweise ein Großbrand, bei dem vor möglichen Gefahren durch Schadstoffe in der Luft gewarnt wird oder eben auch weitergreifende Szenarien wie das o. g. Schneechaos.
Die Entscheidung, bei einem Ereignis direkt in das Programm einzugreifen, liegt jeweils bei dem diensthabenden Personenkreis der Kreisleitstelle. Diese haben eine Telefonnummer mit zusätzlich einem Pin-Code, mit dem sich in das laufende Radio-Programm eingewählt werden kann.

Ein Faltblatt, welches jetzt zeitnah an die Einwohner des Kreises Steinfurt verteilt werden soll, enthält weitere Informationen, wie man sich im Fall einer Warnung zu verhalten hat und welche Vorkehrungen möglicherweise immer getroffen sein sollten.

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