Fragen an die Bürgermeisterkandidaten (6)

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(Fotos: Manfred Schwegmann)

AllesDetten hat seine Leser aufgerufen, Fragen an die Bewerber/in um das freiwerdende Amt des Bürgermeisters zu stellen. Viele waren diesem Aufruf gefolgt. Einige Fragen tauchten gleich mehrfach auf, andere waren da doch schon sehr speziell. Wir haben einen ausgewählten Fragenkatalog an die Kandidaten mit der Bitte um Beantwortung weitergeleitet. Die Antworten werden wir hier in den kommenden zwei Wochen veröffentlichen. Somit bleibt auch für Briefwähler noch ausreichend Zeit, sich möglicherweise hier eine Entscheidungshilfe zu holen. Die Reihenfolge der Antwortgebenden wird dabei täglich rotieren.

Frage 6
Wie stehen Sie zu einem Stadtbuskonzept wie es bspw. in Greven oder Rheine erfolgreich betrieben wird? Ohne ÖPNV ist eine Verkehrswende nicht zu schaffen.

Dr. Thomas Kock (SPD)
Rheine und Greven sind anders strukturiert als Emsdetten: Wir haben eine Stadt der kurzen Wege. Trotzdem müssen wir den ÖPNV ausbauen, der Bürgerbus zeigt hier die richtige Richtung. Die Gesellschaft wird älter und viele Menschen brauchen, um mobil zu bleiben, Busverbindungen.
Insgesamt bekommen wir eine Verkehrswende aber nur hin, wenn es gelingt, dass mehr Menschen mit dem Fahrrad fahren. Wir brauchen Fahrradstraßen, zum Beispiel die Blumenstraße auf dem Weg zum Waldbad. Wer mehr Verkehr auf das Fahrrad verlagern möchte, muss aber auch LKW-Verkehr aus der Stadt herausbekommen – ohne die Umgehung geht das nicht.

Oliver Kellner (Bündnis 90/Die Grünen)
Der ÖPNV ist noch deutlich ausbaufähig. Der von uns Grünen schon vor vielen Jahren initiierte Bürgerbus Emsdetten-Saerbeck ist ein Erfolgsmodell. Für den Bahnhof als Mobilitätszentrale habe ich mich auch persönlich immer stark gemacht. Der erste Ansatz mit Car-Sharing-Angeboten dort funktioniert ordentlich. Es sollten aber noch weitere Stationen für Sharing-Angebote dazu kommen.
Ich denke, hier müssen insgesamt neue Konzepte erprobt werden, denn der ÖPNV wird nur genutzt, wenn es ihn gibt: Die Stadt sollte Angebote machen, und die Nachfrage wird den Erfolg zeigen.

Ulrich Ortmeier (parteilos, unterstützt von der UWE)
Das ist richtig. Auch ich bin der Ansicht, dass eine Verkehrswende ohne den ÖPNV nicht möglich ist.
Aus diesem Grund müssen wir den Bürgerbus fördern und versuchen, eine Kooperation Bürgerbus Emsdetten-Saerbeck-Steinfurt für eine gute Anbindung an die Nachbarstädte zu erreichen. Im Rahmen der Erstellung eines integrierten Mobilitätskonzeptes, muss somit auch das Modell eines Stadtbuskonzeptes berücksichtigt und geprüft werden. Ich stehe dem also sehr offen gegenüber.

Kathrin Vogler (Die Linke)
Die Bedingungen in Emsdetten sind andere als in Nachbarstädten. Unser Stadtgebiet ist kompakter und daher sehr gut zum Fahrradfahren geeignet. Aber auch für Menschen, die nicht aufs Rad umsteigen können oder wollen brauchen wir Alternativen zum eigenen Auto. Deswegen will ich den Busverkehr ausbauen und Carsharing fördern, aber auch über flexiblere Angebote wie Anrufsammeltaxis, die per App angefordert werden können, nachdenken.

Stefan Ahmann (CDU)
Grundsätzlich bin ich ein starker Befürworter des Ausbaus des ÖPNVs. Wichtig ist, dass wir in ein mögliches Stadtbuskonzept vorhandene Angebote, speziell auch der mit wahnsinnigem ehrenamtlichem Engagement betriebenen Bürgebuslinien integrieren. Ich könnte mir aber auch zusätzliche Bedarfe und Synergien durch eine Kombination mit den aktuellen Angeboten in den Nachbarstädten vorstellen und auch eine ganzheitliche Betrachtung in dem Handlungskonzept Innenstadt. Hier könnte dann auch die Wirtschaftlichkeit von derartigen Stadtbuslinien von Beginn an erhöht werden.

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