Ein Eyecatcher zur Wiederbelebung der Innenstadt muss her

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So lautet die einhellige Meinung der Mitglieder des Haupt-, Finanz- und Steuerungsausschusses die in ihrer Sitzung am Montag dem Rat empfohlen haben, eine Arbeitsgruppe zu gründen bestehend aus den hauseigenen ServiceCentern Innenstadt und Wirtschaft, dem Verkehrsverein und Stroetmanns Fabrik, der EMSIG, dem Wirteverein und „Emsdetten.einfach.machen“. Also eine geballte Ladung Fachkompetenz um die Innenstadt nach der Corona-Krise wieder auf Fordermann zu bringen.

Zwei innovative Vorschläge liegen bereits vor: die CDU hatte vorgeschlagen, die Alltagsmenschen wieder nach Emsdetten zu holen, schraubt aber schon wieder zurück, da das Projekt frühestens 2022 durchführbar ist und die hier angesetzten Kosten von 150.000 € lediglich die Wiedergabe des Wertes ist, den die Künstlerin vor zehn Jahren allein für das Zurverfügungstellen der überdimensionalen Figuren erhalten hat. Aufgrund der Beliebtheit der Alltagsmenschen dürfte dieser Wert mittlerweile gestiegen sein, darüber hinaus kommt noch der enorme Personalaufwand für das Aufstellen, Sichern und Abbauen der Figuren. Matthias Cieslak (CDU) betonte, dass man einfach nur ein Highlight für Emsdetten brauche, das müssten nicht zwingend die Alltagsmenschen sein.

Das könnte z.B. auch der zweite vorliegende Antrag sein, den AllesDetten eingereicht hat: Die Übernahme der Idee aus Breslau, die mittlerweile 600 individuelle Zwerge in der Innenstadt aufgestellt haben. Dr. Thomas Kock (SPD) gab zu bedenken, dass der Ursprung der Zwerge einer politischen Bewegung zuzuordnen sei. Das mag bei dem ersten Zwerg damals so gewesen sein, inzwischen sind die Figuren eine Touristenattraktion und auch bei den Einheimischen gern gesehen. Leon Huesmann (Die Linke) sei bei der Betrachtung der Kosten „die Kinnlade heruntergefallen“, eigentlich eine Reaktion, die eintritt, wenn etwas überteuert und undurchführbar erscheint, denn im Vergleich mit den Alltagsmenschen sind die kleinen Figuren um ein Vielfaches günstiger, und schmücken dauerhaft die Innenstadt, können stets erweitert werden und somit aktuellen Zeitgeist dokumentieren. Die Standorte können so gewählt werden, dass sie verkehrstechnisch keine Gefährdung darstellen. Die Finanzierung ist beispielsweise über Patenschaften möglich. Name und Art/Aussehen der Figuren kann z.B. über einen Wettbewerb ausgeschrieben werden.

Die Anträge sollen jetzt an die anfangs erwähnte Arbeitsgruppe geleitet werden, die sich dann mit einer möglichen Umsetzung beschäftigt. Die Projekte parallel laufen zu lassen dürfte wenig Sinn machen. Darüber hinaus ist die Ideenschmiede aber noch geöffnet, d.h. wer Vorschläge hat, kann diese gerne vorbringen.

Die aktuellen Leerstände in der Innenstadt werden möglicherweise coronabedingt noch mehr werden. Hier kann noch soviel Attraktivierung stattfinden, die Händler müssen auch für sich ein wirtschaftsfähiges Konzept entwickeln. Eine Ausstellung für zwei Wochen mag möglicherweise die Innenstadt aus allen Nähten platzen lassen und man ist am Ende froh, dass dieser Touristensturm wieder nachlässt, ob das aber dauerhaft Kundschaft bringt bleibt fraglich. Getreu dem alten Emsdettener Slogan „Emsdetten entdecken“ sollte die Stadt einen Rahmen bilden innerhalb dessen sowohl die Emsdettener, als auch Auswärtige immer wieder neue Ecken in Emsdetten entdecken, aber auch und gerade die Händler und Dienstleister selber müssen ihr Angebot interessant und immer wieder neu machen, denn nur so kann man Kunden an sich binden, – wer im Schatten eines Frequenzbringers ansässig ist, der profitiert möglicherweise davon, ist das benachbarte Ladenlokal aber „nicht so der Hit“, dann muss man selber zum „ersten Haus am Platz“ werden.

2 Kommentare

  1. Hallo,
    die Idee des „Detti“ ( ich hoffe inständig auf einen anderen Namen ) finde ich super!
    Schade, dass sich zu der „geballten Kompetenz“ keine Bürger gesellen dürfen.
    Stadtaktivierung, schon vor Corona, wurde nur unter unserer städtischen Kompetenz erarbeitet. Mittlerweile ist es ja kein Geheimnis mehr, dass auch dort niemand mehr an den Markt als Aktivator glaubt.
    2 Fragen hätte ich „Detti“:
    Gibt es schon konkrete Vorschläge zu einer Figur?
    Gibt es die Möglichkeit einer Teilnahme an dieser Arbeitsgruppe?

    • Der Name „Detti“ ist nur so eine Art Arbeitstitel, kommt auch nichtmal von uns. Ob die Figuren nach dem
      Vorbild auch Zwerge darstellen sollen, möglicherweise dem bereits bekannten Korkmännchen ähneln, ist alles
      noch völlig offen. An anderer Stelle gibt es die berühmten Mainzelmännchen… All das kann in einem Wettbewerb,
      bei dem sich Privatpersonen ebenso wie professionelle Designer beteiligen können, gefunden werden.
      Die Arbeitsgruppe selber wird auf einen bestimmten Personenkreis begrenzt um sie nicht zu groß werden zu lassen,
      denn dann wäre es mit der effektiven Arbeit schwieriger. Die Bürger sind aber dazu aufgerufen, mit dieser Gruppe
      Kontakt aufzunehmen, Ideen vorzutragen, die dann innerhalb der Gruppe beraten werden können. Danach kann man dann
      die Beiträge abwägen und möglicherweise einfließen lassen.
      Also Detti und Zwerg ist nicht gesetzt – es ist lediglich eine konzeptionelle Idee, mit vielen Standorten immer
      wieder etwas neu zu entdecken – und das dauerhaft und Alleinstellungsmerkmal für Emsdetten.

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