Den Garten neu entdecken (Teil 3)

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In der Woche geht es darum unsere Kinder sinnvoll mit Lernaufgaben und anderen Basteleien zu beschäftigen, damit wir selbst im Homeoffice arbeiten können. Am Wochenende können wir aber alle mal Pause machen und raus in den Garten. (Foto: Joanna Puzik)

Mittlerweile haben sich alle an den neuen Ablauf im Alltag gewöhnt. Zum Wochenende hin lassen die Energiereserven aber spürbar nach. Der Spagat zwischen Homeoffice – Kinderbeschäftigung und die konstante Anspannung und Unruhe, die wir alle zurzeit verspüren, machen sich in Erschöpfung und Reizbarkeit bemerkbar. Zeit auf anderen Gedanken zu kommen. Drückt mal den „Pause Knopf“. Lasst den Wäschekorb liegen, auch die Präsentation für den Chef kann oder der Papierkram können bis Montag warten. Genießt viel lieber das schöne Wetter mit euren Kindern im Garten.

Unser persönliches Resümee der letzten zwei Wochen:

Wie die meisten Eltern versuche ich mit meiner kleinen Familie unsere Aufgaben derzeit daheim im Homeoffice zu erledigen. Es ist gar nicht so einfach sich zu organisieren. Der Papa verbarrikadiert sich morgens im Büro, damit ihn die kleine Maus nicht bei jedem Telefonat stört, um ihm das fünfunddreißigste Einhorn mit Glitzer zu zeigen. Währenddessen mühen sich die Mami und der siebenjährige Bruder mit den Hausaufgaben und dem Lernplan ab. Man merkt, dass es bald Wochenende ist, denn die Konzentration lässt rapide nach und so mancher Ausraster (mütterlicherseits) ist nur mit der Hoffnung auf einen entspannten Feierabend abzufedern. Aber was, wenn die Racker abends noch nicht müde sind? Jetzt liegt es am Vati sie ins Bett zu bringen, damit die Mama ihre Aufgaben auch noch geschafft bekommt. Unter der Woche sind lange Gutenachtgeschichten, ein Kinoabend oder eine Tobe-Runde mit dem Papa durch das Kinderzimmer angesagt – am Wochenende aber wäre es natürlich schön, auch mal einen Abend NUR zu zweit zu verbringen.

Wenn es euch auch so geht, dann haben wir heute was Cooles für euch, damit die Kinder abends schön ausgepowert und zufrieden sind: Eine Ideenliste für eine abenteuerliche Schnitzeljagd im eigenen Garten, die macht nicht nur den Kindern, sondern auch uns Eltern Spaß und bringt uns alle auf andere Gedanken. Also #stayathome und genießt die Zeit mit euren Kindern.

Überlegt euch ein Thema für eure Entdeckertour

Was mag euer Kind? Ist es ein kleiner Detektiv, Naturforscher oder ein Fan von Super Mario? Je nach dem für welches Motto ihr euch entscheidet, könnt ihr euch dazu passende Aufgaben überlegen. Im Grunde geht ihr bei der Planung der Schnitzeljagd genauso vor, als würdet ihr eine Süßigkeiten-Suche bei einem Kindergeburtstag veranstalten. Überlegt euch 5-10 Stationen, bzw. Aufgaben, die eure Kinder zu lösen haben. Mal kann es zum Beispiel eine Rätselaufgabe sein, ein anderes mal eine Mitmachaktion oder eine Wissensfrage.


Versteckt kleine Schätze im Garten, z.B. unter Blumentöpfen, im Beet oder verbuddelt sie im Sandkasten. Das können Steine, Muscheln, aber auch ein geheimnisvoller Schlüssel oder Schokoboms sein. (Foto: Joanna Puzik)

Beim Super Mario-Motto könnte euer Kind zum Beispiel bei jeder gelösten Aufgabe Münzen sammeln oder Sterne, die es am Ende gegen einen Preis tauschen kann. Neue Aufgaben gibt es dann passenderweise in kleinen Boxen mit einem Fragezeichen drauf, die ihr im Garten platziert. Naturforscher hingegen könnten Steine, Käfer oder verschiedene Blätter (Kärtchen mit Bildern und Hinweisen drauf) sammeln. Detektiven kann man es noch ein wenig schwieriger machen und schon die Hinweiszettel selbst in Rätsel verwandeln, in dem ihr z.B.:

  • Eine winzig kleine Schrift verwendet, die nur mit einer Lupe gelesen werden kann.
  • Ihr benutzt Zitrone oder Milch als Tinte, so dass die Schrift erst sichtbar wird, wenn man über das Blatt bügelt.
  • Oder ihr schreibt mit einem Tintenkiller. Vorab müssen die Kinder also eine Tintenpatrone finden, die sie über den neuen Hinweis verschmieren und so die nächste Nachricht lesen können.
  • Auch ein zerschnittenes Foto oder eine in Stücke zerrissene Karte können zum Einsatz kommen und müssen erst gepuzzelt werden.

    Wer schafft es am höchsten zu springen, oder sogar einen Purzelbaum zu machen? (Foto: Joanna Puzik)

Rätselfragen: Im Idealfall habt ihr zu Hause ein Wissensbuch über Tiere, Experimente oder mit anderen Wissensfragen, die ihr verwenden könnt. Wir haben zum Beispiel folgende Ideen für euch:

  • Wenn ihr z.B. Gartentiere als Thema nehmt, dann könnt ihr Fragen formulieren, wie: „Wo verstecken sich Idel gerne im Winter?“ (Und der nächste Hinweis verbirgt sich dann in dem Ast- und Blätterhaufen neben dem Kompost).
  • Oder wie viele Beine hat eine Spinne (oder Ameise)?
  • Ihr könnt auch in Rätseln sprechen, wie „Welcher Schlange muss man im Winter den Hals zudrehen?“ (Gartenschlauch)
  • Wie viele Treppenstufen führen zur Terrasse? Gehe so viele Schritte gerade aus und…
  • An welchem Baum im Garten hängt ein Vogelhaus?
  • Welche roten Blumen hat Mama im Vorgarten gepflanzt?
  • Ihr könnt auch einfache Rechen- oder Logikaufgaben oder Insiderwissen zu eurer Familie stellen, wie: „Wo versteckt Papa immer heimlich seine Bierflasche?“ (Wetten, dass sie es wissen)
  • Weitere tolle Inspirationen findet ihr auf der Seite: Schnitzeljagd-ideen.de.

Erstellt einen Plan von eurem Garten

Zeichnet eine Skizze von eurem Garten oder macht bei Google-Earth einen Screenshott eures Gartens. Das Bild dient euch als Grundlage und Orientierungshilfe oder kann direkt als Schatzkarte verwendet werden. Zeichnet nun die einzelnen Stationen skizzenhaft in euren Plan oder nummeriert sie.

Tipp: Ihr könnt die Schnitzeljagd auch gemeinsam mit den älteren Kindern planen (super Beschäftigungsprogramm) und nachmittags dürfen die jüngeren das Abenteuer starten. Und einmal geplant habt ihr für das nächste Kindergartenfest (sobald es wieder möglich ist) eine prima Kinderbeschäftigung im Petto – und wir Eltern können in Ruhe Grillen oder einen Kaffee trinken. 

Baut Stationen auf oder versteckt Hinweise:

Fünf bis zehn Aufgaben reichen für eine gelungene Schnitzeljagd völlig aus. Länger sollte sie auch nicht sein, da bei kleineren Kindern die Motivation schnell nachlassen kann. Sind eure Kinder bereits älter, können auch ein paar knifflige Aufgaben dazukommen, die mehrere Stunden dauern. Für die Mitmachaufgaben könnt ihr alles Mögliche aus eurem Garten nehmen.

Unsere Tipps für mögliche Mitmach-Aufgaben:

  • Markiert das Startfeld mit Kreppband oder einem Hinweisschild. Am Ziel könnt ihr eine Fahne aufstellen oder einen roten Faden (ideal aus Krepppapier) spannen, der am Ende, wie bei einem Wettkampf durchgetrennt werden muss.
  • Markiert Kästchen als Trittflächen auf dem Boden oder legt Pappteller in regelmäßigen Abständen aus. Nun muss jedes Kind einen Suppenlöffel nehmen und ein Ei (oder einen Plastikball) darauf balancieren, während es die Strecke abläuft. Wer das Ei fallen lässt muss von vorne beginnen. Das geht im Übrigen auch zu Hause im Flur.
  • Auch toll sind lange Stöcke, Bretter oder ein langgezogenes Seil, über welches man selbst balancieren muss, ohne zur Seite zu fallen (wo sich z.B. bei einem Piratenabenteuer Haie befinden).
  • Spannt ein Gummitwistband in alle Richtungen, als sei es ein Laser, den man nicht berühren darf.
  • Stellt mit Sandgefüllte PET- Flaschen auf und versucht Ringe (ausgeschnitten aus Papptellern/Karton) drauf zu werfen. Für die weiter weg gibt es mehr Punkte. Auch kann man die PET-Flaschen prima als Kegel verwenden.
  • Funktioniert eine Schuttrutsche oder eine Wassertonne als Tunnel um.
  • Baut einen CD-Player auf und macht eine Runde“ Stopptanz“.
  • Verwendet alte Autoreifen als Hindernislauf-Station oder piekst Stöcke in den Boden, um welche eure Kinder im Slalom drumherum oder mit dem Bobbycar (oder Dreirad) drum herumfahren müssen. Das macht auch mit Erwachsenen tierisch Spaß. Oder veranstaltet ein Wettrennen mit dem Kettcar.
  • Verpackt Kekse in kleine Beutel und hängt sie an die Äste im Baum (als kleiner Snack).
  • Oder buddelt am Ende ganz klassisch, wie bei einer echten Schatzsuche eine Kiste oder einen Karton mit Süßigkeiten ein. Ein wenig Schuften erhöht den Abenteuerfaktor.

Erklärt eure Kinder zu Detektiven, Superhelden oder Naturforschern.

Bevor das Abenteuer losgeht, erklärt ihr eure Kinder zu Detektiven oder Naturforschern und stattet sie mit allerhand nützlichen Sachen aus., wie einer Lupe, einem Jutebeutel, einer Tintenpatrone usw. aus. Anfangs werden sie vielleicht verdutzt gucken, wofür sie die Sachen brauchen, doch spätestens, wenn es ans Rätseln geht fällt dem ein oder anderem Entdecker vielleicht ein, wofür man vielleicht die Wasserspritze oder Papas alte Schnürsenkel braucht. Überlegt euch Aufgaben und, was eure Kinder eventuell benötigen, um diese zu lösen. Bei kleineren Kindern könnt ihr so etwas wie einen Joker einbauen, wenn sie selbst nicht weiterkommen.

Alternativ: Plant eine Bücher-Schnitzeljagd:

Am Ende können eure Kinder sich nach der abenteuerlichen Schnitzeljagd ausruhen, Geschichten hören und mampfen. Auch ein Snack zwischendurch schmeckt an der frischen Luft noch besser. n (Foto: Joanna Puzik)

Diese ist auch bei schlechtem Wetter zu Hause (ohne Garten) möglich. Wählt hierfür einige Lieblingsbücher eurer Kinder und versteckt sie an unterschiedlichen Stellen in der Wohnung. In jedem Buch müssen die Kinder dann auf einer bestimmten Seite nach einer Zeile oder einem Wort suchen. Am Ende ergeben die gefundenen Wörter einen Lösungssatz. Zusätzlich zur Lösung des Rätsels könnte der finale Satz sie auch zu einem frischgebackenen Kuchen oder Waffeln führen oder eine andere Überraschung offenbaren, wie eine Detektiv-Hörgeschichte. Die gibt es beispielsweise kostenfrei zum Download bei Hörspiele-gratis.de.

Und nun wünschen wir von AllesDetten euch ein abenteuerliches Wochenende mit euren Kindern, trotzdem viel Entspannung und einen motivierten Start in die neue Woche im Familienchaos.

 

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