AllesDetten zu Gast bei… Martin Dörtelmann

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Sein Büro ist das Eckbüro in der fünften Etage im Dettener Rathaus, Panoramablick über Emsdetten, auf der einen Seite quasi Auge in Auge mit der Kirchturmuhr von St. Pankratius, wenn er sich dann nach Westen dreht, schweift er an den Türmen von Herz-Jesu vorbei, St. Josef und Hl.-Geist, bei gutem Wetter geht der Blick bis zur Hollicher Mühle und die Steinfurter Anhöhen. Diese Draufsicht ist eigentlich die perfekte Perspektive für einen Stadtplaner: Martin Dörtelmann ist als Technischer Beigeordneter Leiter des sogenannten Fachbereiches III. Ihm unterliegen der Fachdienst 61 Stadtentwicklung und Umwelt, der Fachdienst 63 Gebäudemanagement und Bauaufsicht sowie der Fachdienst 66 Straßen und Entsorgung.

Dabei hatte der in Emsdetten festverwurzelte Vater von zwei Söhnen hier zunächst eine ganz andere Karriere begonnen. Von der Jugend an war Dörtelmann dem Handball verfallen. Gehörte 1985 zur „glorreichen Sieben“, die in einer völlig überfüllten Münsterlandhalle das Relegationsspiel gegen den SuS Oberaden gewann und damit den Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga sicherstellte. Hier spielt der TVE noch heute. Gefühlt waren damals sämtliche Busunternehmer des Kreises in einem endlos scheinenden Konvoi auf dem Weg nach Münster. Die Halle Münsterland wurde zur TVE-Hölle, das Spiel spektakulär. Unter Trainer Franz-Josef „Buba“ Jonsthövel, der nach Spielende buchstäblich gekrönt wurde, brachte die Mannschaft ganz Emsdetten aus dem Häuschen. Auf dem Acker mit Spielern wie Conny Kreft, Heiko Deiters, Klaus Wegmann, Helmut Holtgrave , Manni Mensing, Jan Wolski… und vielen weiteren, die die Saison geprägt und den Aufstieg ermöglicht haben. „Das war damals schon legendär!“ erinnert sich Dörtelmann mit einem Blick in die Ferne als hätte er sich diesen Moment in einer Mediathek nochmal aufgerufen. „Damals war die Identifikation der Spieler mit dem Verein, der ja auch in vielen Fällen die Heimat-/Geburtsstadt war, noch viel größer als heute.“ Endergebnisse aus der Saison 1985 sind heute gerade mal Halbzeitstände.

Sein Studium hat ihn nach Dortmund verschlagen, er hat weiter Handball gespielt (auch mal gegen den TVE), bevor der Sport dann mehr und mehr zur Nebensache wurde. In Meschede hat Martin Dörtelmann über 18 Jahre als Stadtplaner das Stadtbild geprägt, hier sicherlich Spuren hinterlassen. Während der ganzen Zeit war es ihm immer wichtig, regelmäßig sein Elternhaus in Emsdetten zu besuchen, hat mit Interesse den Wandel in der Wannenmacherstadt verfolgt, im Hinterkopf vermutlich immer der Gedanke, eines Tages hier gestalterisch Einfluss nehmen zu können. Nach einem kurzen Intermezzo in Rheine bot sich dann die Chance: die Stelle des Technischen Beigeordneten bei der Stadt Emsdetten wurde ausgeschrieben und Dörtelmann griff zu und ist seitdem für die Planung und Umsetzung von städtischen Bauvorhaben verantwortlich, Erschließung künftiger Baugebiete, aber auch Verdichtung bestehender Baulücken und damit Schonung der dann doch knapp bemessenen Ressourcen in Emsdetten. Aus seinen Visionen heraus hört man, dass Emsdetten sich als lebenswerte Stadt der kurzen Wege und Ruhepol in Ergänzung zur Westfalenmetropole Münster bestens entwickeln könnte.

 

 

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