AllesDetten stellt vor: Deutsches Haus Reckenfeld

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Michael Hillmann, seit 30 Jahren Chef im Deutschen Haus

Das „Deutsche Haus“ in Reckenfeld darf ohne Übertreibung als Zentrum und ältester Zeitzeuge Reckenfelds bezeichnet werden. Es wurde 1918 erbaut, diente zunächst als Verwaltungsgebäude für das Munitionsdepot. Dürfte eines der ältesten Gebäude am Ort sein. Kann praktisch durch seine über 100-jährige Geschichte mehr aus dem Nähkästchen erzählen, als jeder einzlene Reckenfelder Einwohner. Generationen sind hier schon ein und aus gegangen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Verwaltungsgebäude zur Kneipe, „Reckenfelder Hof“. Ihm angegliedert im heutigen Hinterhof war ein Kino mit 500 Sitzplätzen. Als dann die Fernsehgeräte mehr und mehr Einzug in den Haushalten hielten, wurde der Kino-Betrieb eingestellt. Zwischendurch waren 6-7 Pächter im dann umbenannten „Deutschen Haus“. Der einst gute Ruf hat unter dem häufigen Wechsel und die Art, wie diese die Wirtschaft betrieben, gelitten.

Michael Hillmann, Enkel des seinerzeitigen Gründers des Lokals im Jahre 1933, führt das Restaurant jetzt in der dritten Generation. Die vierte, Tochter Jolina, steht bereits in den Startlöchern. Ende der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts/Anfang 1970 gab es rund um Franziskus noch 15 Kneipen. Hillmann hat vor jetzt 30 Jahren eine Menge Geld investiert um das „Deutsche Haus“ zu dem zu machen, was es heute ist: Heimat vieler Vereine, Kegelclubs, Stammtische, ReKaGe, Männerchor Liedertafel, Schützenverein Eintracht Reckenfeld, Hubertus Schützenbruderschaft.. um nur einige zu nennen. Der große Saal bietet Platz für 120-130 Personen, der kleine kann ca. 60 Gäste lassen und ist auch nochmal teilbar. Ideal für Familienfeierlichkeiten oder Betriebsfeste. Die gut bürgerliche Küche schmeckt und macht satt. Hillmann steht als gelernter Koch selbst am Herd, hat in Münster gelernt und ist dann durch verschiedene Häuser auf Wanderschaft gegangen um Erfahrungen zu sammeln.

Als gebürtiger Reckenfelder, kennt Hillmann „sein“ Reckenfeld natürlich von der Pieke auf, ist erfreut über die enorme Entwicklung die die kleine Trabantenstadt am Walgenbach in den letzten Jahren vollzogen hat. Und die Tendenz, dass sich junge Familien für Reckenfeld als Wohnort entscheiden, hält an.

Die Speisekarte wird vier/fünf Mal im Jahr saisonal angepasst, im Moment ist natürlich Spargel ganz hoch im Kurs. Hochzeitssuppe, Reibekuchen mit Räucherlachs, Weinbergschnecken – aber auch das gute westfälische Schnitzel in verschiedenen Varianten. – Wer hier nicht satt wird, der ist selber schuld.

1 Kommentar

  1. ein nüchtern geschriebener Text, der aber den Nagel auf den Kopf trifft. Das sich eine Gastwirtschaft über viele Jahre – auch mit mehreren Pächtern – am Ort behaupten kann, zeugt auch vom Interesse der lokalen Bürger an ihr. Mit Familie Hillmann ist hier ein Identifikationsfaktor für den Grevener Ortsteil Reckenfeld an der richtigen Stelle in der Ortsmitte optimal besetzt. Ich wünsche mir, dass sie gut durch die Corona-beeinträchtigte Zeit kommen und uns noch viele Jahre am Ort erhalten bleiben.

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