AllesDetten kommentiert…

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Die Stadt Emsdetten hat mit Joscha Blum einen ehrgeizigen Fördermanager, der seinem Arbeitgeber schon so manchen Fördertopf  aufgezeigt hat und Emsdetten hat davon profitiert:
a) weil so durch Zufluß öffentlicher Mittel das eigene Stadtsäckel erheblich entlastet werden konnte
b) weil durch diese Fördergelder wünschenswerte Maßnahmen umgesetzt werden konnten, für die sonst das Geld nicht gereicht hätte.

Nicht vergessen sollte man allerdings, dass diese Fördergelder auch aus Steuermitteln bezahlt werden, also letztlich durch uns.
Da wurde der Politik in dieser Woche mitgeteilt, dass die 100 %-Förderung durch das Land NRW bereits bewilligt ist und die Beschlussvorlage (AI-Sitzung am Donnerstag) fragt garnicht erst nach dem ob, – wollen wir das machen? sondern stellt gleich drei Varianten zur Abstimmung, wie es gemacht werden soll.

Es geht um die Kirchstraße. Geplant ist das Vorhaben schon länger, es handelt sich letztlich um die Fortsetzung der Umgestaltung der Emsstraße. Ohne, dass hier eine tatsächliche Notwendigkeit besteht (bspw. Kanalarbeiten…) soll hier lediglich eine Schönheits-OP vorgenommen werden, die gesamte Oberfläche aufgenommen und ein neues Pflaster verlegt werden, die Möblierung soll erneuert werden, die Beleuchtung ebenfalls.

Die Gestaltung des Pflasters soll dem der Emsstraße angepasst werden. „Durch die Kontraste werden insbesondere Menschen mit Sehbehinderung sicher geführt.“ ist ein Argument des Planungsbüros. An den Stellen, wo dieser Kontrast nicht fortgeführt wird, weil hier bspw. der Abzweig zur Pankratiusgasse ist oder vor dem Hauptportal der Kirche Platzcharakter geschaffen werden soll, erkennt der/die mit Sehschwäche dann, dass etwas „anders“ ist, steht ziemlich planlos und verloren auf freier Fläche, weil jetzt plötzlich eine vorher doch so wichtige und hochgelobte optische Führung nicht mehr gegeben ist.

Um die Förderung zu erhalten, wird sicherlich ein Zeitrahmen vorgegeben sein, in welchem das Bauvorhaben umgesetzt werden muss – also zeitnah. Was wiederum bedeuten würde, dass die dort ansässigen Händler und Dienstleister nach einem Lockdown mit 100 % Einbußen direkt eine 100 % geförderte Baustelle vor die Ladentür bekommen, die ihnen zwar das Umfeld verschönern mag aber während der Bauphase die so wichtigen Kunden abhält.
Diese Maßnahme eignet sich maximal dazu, bei einem Neuanfang nach Corona dafür zu sorgen, dass Emsdettens Innenstadt vollends den Anschluss verpasst. Zum Neuanfang seiner Kundschaft zu verstehen gibt: „Fahrt doch erstmal woanders hin, bis wir soweit sind.“

Die Förderung ist zweck- und zeitgebunden, vielleicht kann man dennoch prüfen, ob man nicht auch schieben kann, denn die Gründe für eine spätere Ausführung liegen doch auf der Hand, dürften der geldgebenden Stelle plausibel darzulegen sein.
Das letzte, was Emsdetten jetzt gebrauchen kann, wenn auch die Kirchstraße noch von Leerständen geprägt ist. Auch wenn die Neugestaltung, wie aktuell in der Emsstraße ein echter Hingucker ist, der derzeitige Zustand der Kirchstraße ist ja nicht so, dass hier zwingend Handlungsbedarf besteht.
Manchmal kann auch Verzicht eine Form von Wirtschaftsförderung sein.

Das Problem in Emsdettens Innenstadt ist sicher nicht die Gestaltung der Straßen und Plätze, da gibt es im Umfeld eine Vielzahl Zentren an denen man sich weniger gerne aufhält.

1 Kommentar

  1. Guten Tag!
    Fördermanager schön und gut. Die Frage ist, welches Geld wäre uns tatsächlich entgangen? Wieviel ist das mehr, als er selber kostet? Und sind die Geldausgaben auch vernünftig (s. Kirchstr.)?
    Grundsätzlich muss man wohl konstatieren, dass unseren Finanzierungs- und Förderungssysteme so konfus sind, dass man die Fachleute noch mit Spezialisten verstärken muss, um möglichst wenig zu verpassen.

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