Umgestaltung Kirchstraße – wäre jetzt der falsche Zeitpunkt?

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"Begegnung" an der Kirchstraße

So ganz anfreunden kann sich der Ausschuss für Infrastruktur (AI) mit dem Gedanken der Ausgestaltung der Kirchstraße noch nicht. Zwar ist mit neun Stimmen für die weitere Planung, bei zwei Gegenstimmen und fünf Enthaltungen ein mehrheitliches Votum gegeben, wenn man das aber in Relation zu den sonst am Donnerstag im Großteil einstimmig dem Rat empfohlenen Beschlussvorlagen sieht, ist das schon beachtenswert.

Worum geht es? Zwischen 2007 und 2010 hat die Stadt Emsdetten begonnen, zentrale Bereiche der innerstädtischen Fußgängerzonen barrierefrei umzugestalten. Mit der Realisierung des Investoren-Projektes Pastors Garten und der damit einhergehenden Umgestaltung der Emsstraße wurden jetzt weiter Schritte umgesetzt.
Mit der Maßnahme an der Kirchstraße soll jetzt die Verbindung von der Emsstraße zum Sandufer geschaffen, ein einheitliches Bild erreicht werden.

Was dieses Vorhaben besonders interessant macht: die geplanten Gesamtkosten von 950.000,– € werden zu 100 % vom Land gefördert. Eine sonst maximal übliche 60 %-Förderung wurde vom Land aufgestockt um auch wirtschaftlich schnell wieder die Corona-Krise hinter sich zu lassen.

In der Beschlussvorlage werden drei Varianten vorgestellt, es geht also garnicht mehr um das „ob“ sondern schon nur noch um das „wie“.

Anke Hackethal (SPD) kann sich durchaus mit dem Vorhaben identifizieren, ihr ist wichtig, dass an der Pankratiuskirche auch vor dem Hauptportal ein Platzcharakter, der durch eine durchgängige Art der Pflasterung erreicht werden soll, erkennbar wird. Ebenso legt sie Wert auf die Möblierung, Fahrradbügel, Spielgeräte.

Daniel Hellwig (CDU) hält den Platzcharakter vor der Kirche ebenfalls für sinnvoll, bezweifelt aber, dass dem dort ansässigen Handel und Dienstleistern nach Lockdown und Corona-Krise eine Baustelle vor der Ladentür zuzumuten ist.

Stefan Schwamborn (Die Grünen) bezeichnet diese Maßnahme gar als Dolchstoß für die Händler, kann der Planung in keinem Fall zustimmen.

Bernhard Wiebeler (UWE) erkennt außer kosmetischen Maßnahmen keine weitere Notwendigkeit, möchte zunächst eine Anliegerbefragung durchführen.

Maria Koordt (CDU) hinterfragt, ob beispielsweise Zustand oder Alter der Kanalisation und dafür möglicherweise notwendige Eingriffe die Maßnahme rechtfertigen können.

Das ist, so Martin Dörtelmann, nicht der Fall.

Carsten Paul vom Planungsbüro nts stellte erläuterte zuvor anhand einer Präsentation die drei möglichen Varianten der bevorstehenden Ausführung über die dann der Rat befinden soll.
Schwerpunkt lag hierbei darauf, durch kontrastreiche farbliche Gestaltung insbesondere auch Menschen mit Sehschwächen eine leichtere Orientierung zu ermöglichen.

 

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