Alfred geht in Rente

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„Alfred“ steht hier bereits vor leeren Regalen, das war 16 Jahre lang sein Arbeitsplatz. Beeindruckend wie aus 12.000 kleinen Pappkartons auf Anhieb das richtige herausgefiltert und direkt zum Kunden eine Etage höher befördert wird.

Alfred heißt eigentlich Mach4 und Alfred ist ein richtiges Arbeitstier. Werkelt ganz alleine für sich im Keller, ist Herr über 12.000 Schächtelchen. Bekommt immer mal wieder eine Box mit neuen Schächtelchen vor die Füße geworfen, muss diese dann einsortieren. Alfred bekommt von oben zugerufen, was gebraucht wird und Alfred weiß dann ganz genau, wo er eben dieses eine gewünschte Schächtelchen aus den rund 12.000 wiederfindet. Und wenn alle anderen längst zuhause den wohlverdienten Feierabend genießen, dann legt Alfred nochmal so richtig los, prüft sich selber, ob all die Schächtelchen so liegen, dass sie wiedererkannt werden können, ob das Haltbarkeitsdatum möglicherweise kurz bevor steht. Und am anderen Morgen dann liegt den Mitarbeitern eine Fehlerliste vor oder aber die Schächtelchen, die nicht mehr ausgegeben werden dürfen, sind aussortiert. Alfred arbeitet jetzt schon seit 16 Jahren sehr schnell und sehr zuverlässig.

Alfred ist ein Roboter, ein Automat, eine Maschine, braucht keinen Mundschutz zu tragen. Ist eigentlich immer freundlich, wenn die Damen, die ihn bedienen zu ihm auch freundlich sind, aber das ist in der Spitzweg-Apotheke ja gewährleistet!

Seit dem 01. April ist Rene Müller (41) Fillialleiter an der Nordwalder Str./ Ecke Neubrückenstraße. Seit jetzt 16 Jahren ist Alfred das Herzstück der Spitzweg-Apotheke an der Nordwalder Straße. Und genau da findet jetzt quasi eine OP am offenen Herzen statt.

Vielen ist sicher schon der „Baustellen-Container“ an der Frontseite der Apotheke aufgefallen. Dieser „Baustellen-Container“ ist eine Übergangslösung in der ein Großteil der Medikamente gelagert wird, vollklimatisiert, vollgepackt mit hochintelligenter aber auch hochempfindlicher EDV und nebenbei Hochsicherheitstrakt, – die Türen lassen sich nicht mal eben einfach öffnen.

Der rote Container passt sich an, als hätte er immer dazu gehört, – ist aber nur eine Übergangslösung die schon in vier Wochen Geschichte sein soll.

Kaum vorstellbar, dass es einmal ohne diesen Automaten ging, dass die heute 16 Mitarbeiter die Medikamente mal selber in die Regale einsortiert haben (alphabetisch) und dann nach Vorlage des Rezeptes manuell das richtige Schächtelchen entnommen haben. Kaum vorstellbar, dass das Haltbarkeitsdatum hier noch manuell nachgehalten werden musste.

„Der Automat ist natürlich eine Arbeitserleichterung – aber durch verschiedene neue Vorschriften z.B. bei der Dokumentation bestimmter Abläufe sind auch neue Aufgaben hinzu gekommen.“ so Rene Müller im Gespräch mit AllesDetten.

Im Container werden die Neuanlieferungen in dieses „Karussel“ geschüttet, hier automatisch eingescannt und logistisch sinnvoll abgelegt. Bei Abruf des Medikamentes greift dann ein elektronisch gesteuerter Arm ins Regal, greift sich das richtige Päckchen und befördert es zur Mitarbeiterin, die es dann gegen Rezept an den Kunden abgeben kann.

Apotheken müssen tatsächlich zunächst mal immer ein gewisses Pflichtsortiment vorhalten. Darüber hinaus wird angelehnt an den Bedarf der Kunden, die vielfach Stammkunden sind und bei denen man weiß, in welchen Abständen welche Arzneimittel verlangt werden, ein zusätzlicher Lagerbestand aufgebaut bzw. zeitnah zum nächsten Termin bestellt. „Geht der Kunde ausnahmsweise mal in eine andere Apotheke, muss man natürlich reagieren, darauf achten, dass z. B. bei 100 Tabletten in einer Schachtel und somit einer Nutzungsdauer von möglicherweise 100 Tagen die Halbarkeit bei Ausgabe an den Kunden auch noch mindestens 100 Tage sichergestellt ist.“ weiß Martina Erfkämper, die für die kaufmännischen Abwicklungen in der Spitzweg-Apotheke zuständig ist.

 

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