„Abenteuer Handball“ – ein Fotograf schildert seine Erfahrungen Teil 2

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Fortsetzung… (der 1. Teil ist H I E R nochmal einsehbar)

Der Einzug der Spieler

Nachdem sich das Spielfeld kurz geleert hatte, kamen um kurz vor 20 Uhr die Spieler der auswärtigen Mannschaft aus der Kabine. Dank mitgereister Fans wurden sie mit viel Jubel empfangen.

(Foto: Drab)

Dann wurde es dunkel in der Halle. Auf den Zuschauerrängen leuchteten die verteilten Knick-Lichter.
Dann begann mit viel Pathos, entsprechend lauter, epischer Musik, Nebel und zwei senkrecht am Hallenboden positionierter Flammenwerfer der Einzug der Heimmannschaft: in Begleitung von Kindern kamen sie – einzeln namentlich angekündigt – aus der Kabine und wurden frenetisch begrüßt.

(Foto: Drab)

Das Spiel beginnt

Nach kurzem Begrüßungs- und Konzentrations-Ritual geht das Spiel nun los.

(Foto: Drab)

Obwohl zu Spielbeginn die Gäste den Ballbesitz haben, dauert es keine Minute, bis das erste Tor für die Heimmannschaft fällt. Hui, da ist wirklich Dynamik im Spiel!
Ich versuche, so gut es geht, dem Ball zu folgen. Anfänglich fotografiere ich auch die Attacken auf das Tor am anderen Ende der Halle. Ein flüchtiger Blick auf die Ergebnisse zeigt mir aber schnell: Das werden keine tollen Fotos!
Also: auf die Angriffe der Heimmannschaft konzentrieren. Und die kommen! Langsam beginne ich, die Abläufe der Angriffe zu verstehen. Jetzt muss ich nur noch das Timing für den optimalen Zeitpunkt des Auslösens anpassen: drücke ich zu früh, hält der Spieler den Ball auf dem Foto noch fest in der Hand. Drücke ich zu spät, ist kein Ball mehr im Foto zu sehen. Leider ist selten der Spieler, der auf das Tor zuläuft, auch die Person, die den Wurf auf das Tor ausführt. Viele Ball-Abgaben und -Pässe in kurzer Zeit und – Peng! – knallt der Ball ins Tor.

Halbzeit

Mit dem Pausenstand von 13:9 gehen die Mannschaften in die Kabine. Ich verändere meinen Standort schnell von einem Spielfeldende zum gegenüberliegenden.

Die Speicherkapazität wird nicht reichen

Ein kurzer Blick auf die Technik: oh! Wenn ich weiterhin so viele Fotos in Serie aufnehme, werden in wenigen Minuten die beiden Speicherkarten voll sein. Und zwar mit den gleichen Fotos! Schnell nehme ich die zweite SD-Karte aus der Kamera, formatiere die erste SD-Karte (dadurch werden automatisch alle Fotos gelöscht) und packe die zweite SD-Karte wieder in die Kamera.

(Foto: Drab)

»Karte nicht funktionsfähig«

Das darf doch wohl nicht sein! Die Kamera meldet, dass die soeben frisch formatierte Karte nicht funktionstüchtig sei. Also führe ich das Prozedere noch einmal durch. Kein Erfolg. Meine Nervosität steigt. Und noch einmal. Puh! Diesmal gibt die Kamera »grünes Licht«! Jetzt muss ich die Funktion der Karten umstellen: Die Kamera soll die zweite Karte zum Speichern der Fotodaten verwenden, sobald die erste Karte voll ist.

Hoffen und Bangen

Leider zeigt die Kamera auch nach der letzten Einstellung nur noch ein paar Hundert Bilder Restkapazität an. Das lässt mich dann immer wieder nachschauen, wie viele Bilder ich denn noch machen kann. Ich werde immer wählerischer, welche Szene wohl am besten aufzunehmen ist und welche vermutlich nur ins Leere laufen wird.

Ende gut – alles gut!

Tatsächlich stellte ich dann irgendwann fest, dass die Kamera auf die zweite SD-Karte umgestellt hat. So konnte ich bis zum glorreichen Sieg der Heimatmannschaft mit einem Ergebnis von 33:20 fotografieren.

Endspurt

Als ich endlich mit dem Fahrrad zu Hause war, zeigte die Uhr schon 22:00 Uhr. Ich kopierte die Foto-Rohdaten der beiden Speicherkarten auf meine externe Foto-Festplatte. Der Zähler zeigte 2.019 »NEF«-Dateien. Aber ich sollte doch JPG-Dateien liefern! Das bedeutete: Die Dateien mussten alle noch entwickelt werden! Kein Problem: mit Adobe Lightroom bekomme ich das schnell in den Griff. Außerdem musste ich ja nicht alle 2019 Fotos entwickeln, sondern nur die Daten der Aufnahmen, die ich noch auszuwählen hatte.

(Foto: Drab)

Massenabfertigung

Na ja, auch 2.019 Fotos allein durchzuschauen und auszuwählen dauerte schon eine ganze Weile. Am Ende des Auswählens waren es 248 Fotos, von denen ich mir vorstellen konnte, dass sie evtl. dem Zweck dienen könnten.

Entwicklungsarbeit

Nun nahm ich mir ein beispielhaftes Foto vor, stellte die wichtigsten Parameter ein, drehte noch an einigen Reglern und übertrug diese Einstellungen mit »Copy-and-paste« direkt auf die 248 ausgewählten Fotos.

Aber: 95 mm Brennweite!

Damit hatte ich zwar schon einmal eine gute Voraussetzung, um die Fotos feinzuschleifen. Aber die abgebildeten Szenen hatten alle etwas zu viel »Fleisch«. Ich musste mir also jedes einzelne Bild vornehmen und mit dem Beschnittwerkzeug einen passenden Bildausschnitt wählen. Dabei stellte ich fest, dass es den Abbildungen der Handball-Szenen sogar guttat! Und die Auflösung war immer noch mehr als gut genug. Zwei Dinge, die ich an einigen Aufnahmen bemängeln musste, waren:

  1. Der kontinuierliche Autofokus des Objektivs kam mit der Geschwindigkeit der Spieler nicht immer mit – die Schärfe liegt nicht immer ganz beim Spieler.
  2. Durch die hoch eingestellte Empfindlichkeit des Sensors sind die Fotos verrauscht.

Der Morgen bricht an

Irgendwann war ich dann endlich so weit, dass ich die 248 Fotos (im richtigen Maß) in einem Rutsch abspeichern konnte. Diese Fotos übertrug ich dann in einen Online-Cloud-Service. Zeitgleich informierte ich die Redaktion von AllesDetten, dass ich soeben die Daten übertragen hätte. Anzurufen traute ich mich nicht mehr – es war mittlerweile Samstag, 1:54 Uhr!

Gute Nacht!

Unsicher, ob die Fotos denn auch geeignet wären, fiel ich ins Bett und schlief ein. Am nächsten Morgen berichtete ich meiner Familie von diesem ereignisreichen Abend. Gegen Mittag machte mein Smartphone »Pling« und ich hatte eine Nachricht empfangen. Sie stammte vom Mitarbeiter mit dem ich mich getroffen und der den LiveTicker bedient hatte  Er kommentierte meine Fotos. Und ich glaube, da er selbst ehemaliger Handballer ist, darf ich sein Urteil ernst nehmen. Er schrieb: ‚Überragend, – die Fotos sind richtig klasse. Du hast nicht nur Bilder, sondern richtige Momente drauf – immer den richtigen Zeitpunkt.‘

Dieses Lob machte mich tatsächlich sehr stolz. Und zufrieden. Ich hatte wohl doch ganz gute Arbeit abgeliefert …“.

Der Spielbericht mit der Bildergalerie kann H I E R nochmal eingesehen werden.

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