Zwei Halbzeiten wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können

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Bäumten sich in der 2. Spielhälfte nochmal auf und rissen das Ruder herum (Foto: Thorsten Fisseler)

Der TVE gewinnt das Heimspiel gegen den TuS Ferndorf mit 31:23 (9:13). Dabei sah es in Halbzeit 1 noch nach einer fast schon peinlichen Blamage aus, mit vier Toren Vorsprung konnten die Gäste aus dem Siegerland in die Halbzeitpause gehen. Dem TVE gelang es einfach nicht, wenn sie denn mal den Weg durch die gut stehende gegnerische Deckung gefunden hatten, die Kugel ins Ferndorfer Nest zu legen, während der Angriff der in rot spielenden Gäste davon provitierte, dass Emsdettens Keeper Nr. 1, Maurice Paske, ein ums andere Mal patzte. Gesprächsthema in der Halbzeitpause auf den Rängen: die Befürchtung, gegen den Tabellenletzten eine derbe Klatsche zu kassieren. Etwas weniger freundlich dürfte TVE-Trainer Sascha Bertow seine Ansage in der Kabine formuliert haben.

Nach dem Seitenwechsel stellte sich dann sehr schnell heraus, dass die Pause in vielen Dingen gravierenden Umbruch hervorbrachte: der mittlerweile für Paske eingewechstelte Oliver Krechel steigerte sich von Minute zu Minute und brachte es am Ende auf zwölf Paraden, während Paske nur zwei Bälle abwehren konnte. Im Emsdettener Angriff gelangen plötzlich auch die „einfachen“ Tore. Das Zusammenspiel Runarsson/Stüber war in vielen Fällen druckreif für ein Handball-Lehrbuch. Ferndorf verzweifelte am Emsdettener Torhüter, kam mit dem plötzlichen Emsdettener Tempo nicht zurecht und nun fehlte ihnen das nötige Quentchen Glück im Abschluss. Die Schiedsrichter, die in der ersten Hälfte durch einige zumindest fragwürdige Entscheidungen aufgefallen waren, zeigten sich souveräner. Einzig beim Publikum, den 1.254 Fans in der EMS-Halle war (Gott-sei-Dank) kein Wechsel erkennbar: sie hatten von der ersten Minute das Geschehen im Griff, da stand kein 8., kein 9., da stand sogar ein 10. Mann mit auf dem Feld. Als sich die grün-weißen Herzblut-Akteure dann gar in einen wahren Torrausch spielten (die 2. Hälfte wurde mit 22:10 Toren gewonnen), da hielt es im weiten Rund der EMS-Halle niemanden mehr auf seinem Platz.

Zwei weitere Punkte eingefahren, endlich wieder ein positives Punkteverhältnis, aktuell Tabellenplatz 6, so das Fazit der Emsdettener. Trotz dieser hohen Niederlage und dem somit mit 0:8 Punkten völlig verregneten Saisonstart kann der TuS Ferndorf das Tabellenschlußlicht an den TV Großwallstadt abgeben.

Das nächste Spiel  des TV Emsdetten ist am kommenden Sonntag, 10.10.2021 um 17 Uhr bei den DJK Rimpar Wölfen und am 17, Oktober, ebenfalls ein Sonntag, empfängt der TVE um 17 Uhr den VfL Gummersbach in der EMS-Halle… oder besser EMS-Hölle, denn heute hat sich gezeigt, was in der vergangenen Saison so schmerzhaft gefehlt hat: das Emsdettener Publikum, welches mitunter spielentscheidende Akzente setzen kann.

Für den TV Emsdetten waren heute auf der Platte:

Maurice Paske   fand heute so gar nicht zu seiner gewohnten Form
Oliver Krechel  12 Paraden, konnte in entscheidenden Momenten die richtigen Aktente setzen
Yannick Terhaer   hatte nur wenig Einsatzzeiten
Darko Dimietrievski   4 Tore
Paul Kolk   4 Tore
Marcel Schliedermann   1 Zeitstrafe
Julian Thomas   3 Tore, hat mit seinen Treffern die Wende eingeläutet
Dirk Holzner   4 Tore (3 verwandelte 7-Meter, aber auch 2 verworfen)
Robin Jansen   4 Tore
Freddy Stüber   6 Tore (erfolgreichster Schützen auf Seiten des TVE), 2 Zeitstrafen
Rene Mihaljevic 
Anton Runarsson   4 Tore und auffallend erfolgreiche Anspiele die dann zu Toren führten
Gabor Langhans   2 Tore, 1 Zeitstrafe
Maximilian Nowatzki

 

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