Mit Stroh gefüllte Jutesäcke, Hufeisen, ja ganze Baumstämme flogen durch die Luft, – alljährlich, in diesem Jahr bereits zum 14. mal, ein Phänomen auf dem Hof Hans in Ahlintel. Letztes Einfahren der Ernte von Land- und Forstwirten? – Pferde, die mit der Arbeit ihres Hufschmiedes nicht zufrieden waren? Weder noch. Hier handelt es sich vielmehr um eine nette Gaudi, eine schottische Tradition, die mittlerweile auch zur Tradition der Dorfbauern Schützengesellschaft geworden ist.
Ein Pendant zur „Ostfriesen Olympiade“ – je nördlicher man fährt, umso eigenartiger werden die Sportarten. Und „nette Gaudi“ ist manchmal auch mehr aus der Sicht der Zuschauer gesprochen als aus der Perspektive der aktiven Teilnehmer. Zwölf Mannschaften haben sich dem fairen Wettkampf gestellt. Darunter unter anderem Mc Lähm a lot, Die gezwungenen Highlander, Die Ungeheuren von Loch Nass oder auch Fortuna III und die wilden Bäuche. Für die ging es da tatsächlich häufig bis ans Limit, wenn Whisky-Fässer gerollt, Baumstämme gestoßen oder geschleppt, Gewichte geschleudert und Strohsäcke möglichst hoch geworfen werden mussten.
Entspannter ging es beim Hufeisenwerfen zu, da kam es mehr auf die Zielgenauigkeit als auf Höhe, Weite oder Tempo an. Beim Bank-Trinken saßen die Team-Mitglieder, übrigens alle in (fast) original schottischen Trachten gekleidet und teils mit phantasievoller Kriegsbemalung gezeichnet, hintereinander, mussten einen original schottischen Bierkrug so schnell wie eben möglich austrinken, dann umgedreht auf dem eigenen Kopf abstellen (damit war sichergestellt, dass der Krug auch ausgetrunken war), das war dann das Startzeichen für den Hintermann, gleiches zu tun… Die original schottischen Bierkrüge waren übrigens durch banale westfälische Biergläser ersetzt – ein bißchen Nationalstolz war hier durchaus erlaubt.
Schottisches Bier gab es aber tatsächlich, und für den kleinen oder größeren Hunger auch vom Spanferkel oder Wildschwein. Kaffee und Kuchen oder Currywurst/Pommes schlugen wieder die Brücke ins Münsterland.
Was zu Beginn noch etwas verhalten als Hintergrundmusik aus den Lautsprechern schallte – wurde dann ab 15 Uhr live (und ohne Lautsprecher) durch die EMS-Highlander (in diesem Fall „ungezwungen„) vorgetragen: Pipes and Drums, schottische Dudelsack-Klänge.
Dem Publikum hat’s wieder gefallen, die Organisatoren dürften auch zufrieden sein, bei den Akteuren gibt es vielleicht den ein oder anderen Muskelkater – aber am Ende war es halt für alle wieder die „nette Gaudi“ – sicherlich im nächsten Jahr dann die 15. Auflage!
Hier noch einige Eindrücke unseres Fotografen:































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