„Wir hätten ein Telefonbuch vorlesen können und die Leute wären begeistert gewesen“

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Unvergessen das Gastspiel von Tiny Turner and his Band 2016 in Chojnice (Foto: Manfred Schwegmann)

The Real Tiny Turner and his Band hört definitiv auf. Was viele gestern noch für einen Aprilscherz hielten ist Fakt.

Die amtierenden Kulturpreisträger der Stadt Emsdetten, „Tiny Turner and his Band“, bestehend aus Joschy Wolters, Christoph Ottenjann, Christoph Sünderkamp, Ralph Kiepe, Marius Kleinitz, Reni Wolters und Olli Wolters haben beschlossen die Band aufzulösen, – nach 24 Jahren, fast einem viertel Jahrhundert. Nach unvergesslichen Momenten. Die Corona-Pandemie, in der nichts mehr stattgefunden hat, keine Auftritte, keine regelmäßigen Probenabende, hat sicherlich auch dazu beigetragen. Eigentlich ein idealer Zeitpunkt, einen Schlussstrich zu ziehen.

Tiny Turner waren keine normale Cover-Band, sie haben allem, was sie gemacht haben, ihren eigenen Stempel aufgedrückt. Tiny-like. Die Themenabende, egal ob ABBA, 70-er, 80-er, Tiny goes Hollywood, Simply the Best… von 2007 bis einschließlich 2018 haben die Vollblutmusiker immer auf diesen Abend hingearbeitet. Das begeisterte Publikum hat es ihnen gedankt. Sie haben in Osnabrück gespielt, Oldenburg, auf Juist – unvergessen die Fahrt nach Chojnice, bei der so recht alles anders lief, als es denn geplant war – und trotzdem, musikalisch auf den Punkt. Der rappelvolle Marktplatz in Emsdettens polnischer Partnerstadt war begeistert und anschließend haben die Jungs da abgefeiert bis einige fest davon überzeugt waren, sie könnten jetzt nicht nur polnisch verstehen sondern auch sprechen.

Der Rosenmontagszug in der Karnevalshochburg Mainz, bei dem die Emsdettener Band die Zugspitze bildete war einer der Highlights. „Gift & Gülle“. Krönender Höhepunkt, fast schon zum Abschluss der Karriere, die Verleihung des Kulturpreises der Stadt Emsdetten. Zu dem Zeitpunkt hat noch niemand ans Aufhören gedacht. Der Preis sollte da noch Motivation zum Weitermachen sein.

„Wir haben soviel erlebt, wofür wir ungeheuer dankbar sind.“ erklären Reni und Joschy Wolters unisono im Gespräch mit AllesDetten. „Mit der Pandemie, in der gar nichts stattgefunden hat, nicht mal die Proben, kamen wir ins Grübeln – wo wollen wir eigentlich noch hin.“ Tiny Turner ist ja nicht nur der Auftritt, da steckt ja jahrelange, allwöchentliche Arbeit drin. Der Aufwand dafür ist schon nicht ohne. „Uns war immer wichtig, Spaß zu haben und dafür zu sorgen, dass das Publikum Spaß hat.“

Ein Abschlußkonzert wird es nicht geben. „Wir haben das tatsächlich überlegt, einige waren aber dagegen.“ Und wenn Tiny Turner in der Vergangenheit etwas gemacht hat, dann haben sie das gemeinsam getan.

Und dann wird noch aus dem Nähkästchen geplaudert, wie plötzlich ein Junggesellinnenabschied vor der Bühne auftauchte und die künftige Braut sich Tiamo von Howard Carpendale gewünscht hat. Musste zwar improvisiert werden, hat aber geklappt. Wie damals der erste große Auftritt vor 24 Jahren buchstäblich ins Wasser viel. Die sechs Stunden Stau auf der Strecke nach Chojnice. Und und und…

Und wo gerade von Howard Carpendale die Rede war, der hat auch schon mal Abschied genommen und plötzlich hieß es „Hello again“…

Sicherlich schade für Emsdetten aber jeder wird Verständnis für diesen Schritt haben, – war ne g…ute Zeit mit Euch.

 

 

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