Wie ist eine Rückkehr zur Normalität möglich?

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Tillman Fuchs, Dezernent für Soziales im Kreis Steinfurt beschreibt die interne Arbeit der Einsatzgruppe im Kreishaus und betont, dass neben dem Gesundheitswesen auch soziale Aspekte, wie Kinderbetreuung, Schule und Isolation im Alter beachtet werden müssen. Links: Dr. Matin Sommer, Kreisdirektor und Leiter des Krisenstabes, daneben Tillman Fuchs, Kreissozialdezernent. (Foto: Joanny Puzik)

Eventuell werden wir die nächsten zwei bis drei Jahre mit dem Coronavirus leben müssen, solange es keinen Impfstoff gibt und keine Herdenimmunität bestehe. „Es wird lange Zeit so bleiben, dass wir mit solchen Einschränkungen leben müssen“, auch wenn dies bedeute, dass man auch ein Jahr auf Schützenfeste oder dergleichen verzichten muss, schlussfolgert der Krisenstabsleiter Dr. Martin Sommer beim einberufenen Pressegespräch zur ersten Zwischenbilanz.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Fallzahlen nach Großveranstaltungen wieder steigen sei groß, betont auch der medizinische Einsatzleiter Dr. Karlheinz Fuchs. Ohne die bereits eingeleiteten Maßnahmen befänden sich die Infektionszahlen in Deutschland im zweifachen Millionenbereich und man hätte bei einer Sterberate von 3-4% an die 400.000 Tote zu vermerken.

Damit die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen nicht zu einschneidend werden, gilt es nun sich zu überlegen, wie man schrittweise in eine „neue Normalität“ zurückkehren könne. Diesen Spagat aus der institutionellen Koordinierung und der Schaffung von Normalität gilt es nun zu schaffen, sagt Tillmann Fuchs aus dem Kreisdezernat für Soziales. So könne man es beispielsweise im Altenbereich auf Dauer nicht vertreten, dass der Besuch fernbleibt. Es finden Gespräche statt, eventuell Gärten zu öffnen und eine Normalität, trotz Virus zu ermöglichen.

Mit Sorge blicke man hier noch auf die Wiedereröffnung von Schulen und infolge auch Kitas, wo Infektionsketten wieder schnell auftreten können. Problematisch sei allein schon der Schulweg mit Bus und Bahn, betont Tillman Fuchs aus dem Kreisdezernat für Soziales. Es gibt keinen allgemeingültigen Plan, man denke beispielsweise über Unterricht in Schichten nach. Aus Versorgungstechnischen Gründen wird es vorerst auch keine Maskenpflicht geben, denn dann müsse der Kreis zumindest dem Lehrpersonal Masken gewährleisten können. Dennoch spricht sich der Kreisdirektor für das freiwillige Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes aus.

Spätestens am dritten Mai soll es einen neuen Lagebericht geben und dann wisse man mehr, welche Auswirkungen die Entwicklungen auf diesen Krisenstab und die Bevölkerung im Kreis haben werden. „Wir freuen uns, dass wir bisher erfolgreich waren (…) aber wir stellen uns auf alle Eventualitäten ein“, sagt Dr. Sommer. Ziel sei es weiterhin vor der Lage zu bleiben und gut durch die Krise zu kommen, ohne die aufgebauten Strukturen wieder kaputt zu machen.

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