Wie geht es jungen Menschen aus Emsdetten in der Pandemie

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(Foto: 13drei)

Treffpunkt 13drei führt online-Befragung durch

„In letzter Zeit merkt man, dass sich nach 14 Monaten Pandemie so langsam der Blick auf die jungen Menschen und ihre Lage richtet“, erzählt Karin Bockweg, Sozialpädagogin im Kinder- und Jugendzentrum Treffpunkt 13drei. „Allerdings wird mal wieder nur über sie geredet und weniger mit ihnen“, ergänzt ihr Kollege Joachim Lemke. Doch das möchte das Team der Offenen Kinder- und Jugendarbeit jetzt ändern, mit Hilfe einer Online-Befragung.

(Foto: 13drei)

„Der Forschungsverbund der Universitäten Hildesheim und Frankfurt befragt junge Menschen schon seit Beginn der Corona-Pandemie, und zwar deutschlandweit. Das sind die so genannten JuCo-Studien. Wir haben uns mit dem Verbund in Kontakt gesetzt und dürfen deren Befragung jetzt in Emsdetten eins zu eins durchführen“, erzählen die beiden weiter. „Dadurch haben wir im Anschluss eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse aus Emsdetten mit den deutschlandweiten Ergebnissen“. Gerade für junge Menschen war und ist diese Zeit eine Herausforderung. „Für sie passiert in einem Lebensjahr gefühlt viel mehr als bei Älteren: Viele Träume und Pläne konnten nicht verwirklicht werden. Aber auch alltäglichere Dinge wie Freunde treffen, feiern, Neues ausprobieren, war und ist nicht wirklich möglich. Viele junge Menschen wurden und werden ausgebremst, auch in Emsdetten“. Dann komme dazu noch die Situation in der Schule, im Studium, in der Ausbildung oder im Beruf. Neue Online-Angebote, veränderte Prüfungsformate, verlorene Nebenjobs oder abgebrochene Ausbildungen seien nicht selten. „Damit muss man erstmal klarkommen. Und zusätzliche Sorgen über die eigenen Finanzen, die Zukunft, die Gesundheit oder die Familie kamen und kommen noch dazu“. Die allermeisten jungen Menschen handelten solidarisch und hielten sich an die Corona-Regeln ohne große Klagen. Viele engagierten sich in der Krise beispielsweise auch durch Einkaufsdienste für Ältere. Doch die Anerkennung und Wertschätzung für das, was sie in der Corona-Pandemie leisten und geleistet haben, sei oft viel zu gering. Es komme nicht selten vor, dass junge Menschen schnell zu Regelbrecher:innen abgestempelt würden. In der öffentlichen Debatte werde zwar häufig betont, dass Kinder und Jugendliche bei Lockerungen an erster Stelle stehen müssten, da drehe es sich aber vor allem um das Thema „Schule auf oder zu“. Wie es ihnen gerade gehe, was sie brauchen und welche Ideen sie haben, um besser durch die Krise zu kommen, frage kaum jemand. „Und das wollen wir jetzt ändern. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit hat den Auftrag, jungen Menschen Gehör zu verschaffen und als Sprachrohr zu fungieren. Wir bitten daher alle jungen Menschen die in Emsdetten leben und zwischen 15 und 30 Jahre alt sind, bei unserer Befragung mitzumachen“, erzählen die beiden weiter. Die Umfrage ist ab sofort unter www.13drei.de/umfrage zu erreichen und läuft noch bis zum 13.Juni. „Die Befragung ist anonym, wir können also keine Rückschlüsse auf einzelne Personen ziehen. Wir würden uns sehr freuen, wenn auch viele Erwachsenen sich für die Ergebnisse interessieren würden und junge Menschen in ihrem Umfeld ermutigen, an der Befragung teilzunehmen“, erzählen die Pädagogen abschließend. Als kleiner Anreiz zur Teilnahme werden 10 Emsdetten-Gutscheine im Wert von je 20€ an die Teilnehmenden verlost. Alle weiteren Infos gibt es unter: www.13drei.de/umfrage.

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