WertArbeit Steinfurt sichert Grundversorgung für Bedürftige

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Mit einem freundlichen Lächeln empfängt der Kunde Jasmin Veit, die ihm in diesen Tagen bestellte Einkäufe mit entsprechendem Sicherheitsabstand an der Haustür übergibt. Als eine von 32 Beschäftigten der WertArbeit, dem Sozialunternehmen des Kreises Steinfurt, beliefert sie in der Corona-Krise bedürftige Kunden mit den notwendigsten Lebensmitteln oder Medikamenten.

Es gibt viele Bürgerinnen und Bürger, die auf die Dienstleistungen angewiesen sind, sagt Martina Ansmann von der WertArbeit: „Im Moment sind wir schwerpunktmäßig für die Personen tätig, die alleine sind und keine Unterstützung von der Familie oder aus der Nachbarschaft erhalten.“ Ansmann ist Anleiterin und Disponentin im Bereich „haushaltsnahe Dienstleistungen“. 160 Kunden werden zurzeit von den Standorten Ibbenbüren und Rheine aus beliefert. Ausgestattet mit der noch vorhandenen Schutzausrüstung übernehmen die Beschäftigten neben Einkäufen und notwendigsten Besorgungen auch Wäschepflege. „Unsere Kunden freuen sich sehr, wenn wir zu ihnen kommen und auch ein paar aufmunternde Worte wechseln. Für viele ist dieser Austausch der einzige Kontakt, den diese Menschen in der jetzigen Krisenphase noch zur Außenwelt haben“, berichtet Martina Ansmann über die aktuellen Erfahrungen. Damit die Versorgung auch weiterlaufen kann, wenn eine oder einer aus dem Team Kolleginnen und Kollegen infiziert, hat die WertArbeit die Belegschaft in mehrere Gruppen aufgeteilt, die untereinander keinen Kontakt haben.

Während der Lieferdienst gut nachgefragt wird, verzeichnet das Sozialunternehmen an anderer Stelle einen deutlichen Rückgang der Aufträge. Die Disponentin erklärt den Grund dafür: „Um die Kunden und Beschäftigten zu schützen und das Risiko der Ansteckung zu minimieren, haben wir alle nicht lebensnotwendigen Aufträge wie Fenster- und Wohnungsreinigungen oder leichte Gartenarbeiten ausgesetzt bzw. verschoben. Viele Kunden sagen die nicht notwendigen Aufträge auch von sich aus ab und verzichten im Moment auf die Dienstleistungen.“

Dass sich die Beschäftigten, so wie viele andere in der Pflege und Betreuung Tätigen, jeden Tag der Gefahr der Ansteckung aussetzen, sei ihnen bewusst, sagt Bernd Moorkamp, Geschäftsführer der WertArbeit, und lobt das Engagement: „Ich habe sehr großen Respekt, dass sich unsere Beschäftigten jeden Tag dieser Herausforderung und sich damit in den Dienst der Gesellschaft stellen. Das ist nicht selbstverständlich.“

Zur Information:

Das im Jahr 2014 gegründete Sozialunternehmen verfolgt das Ziel neue Beschäftigungsfelder zu erschließen und zusätzliche Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose und Menschen mit Handicap zu schaffen. In Zusammenarbeit mit dem Jobcenter des Kreises Steinfurt und zahlreichen freien Trägern konnten in den letzten Jahren mehr als 40 neue Arbeitsplätze für die Zielgruppe geschaffen werden. Mehr als 140 Langzeitarbeitslose erhielten so, bei einer durchschnittlichen Verweildauer von zwei Jahren, ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis und konnten im Rahmen der Öffentlich geförderten Beschäftigung stabilisiert und qualifiziert werden. 91 Beschäftigte konnten anschließend in den allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt werden und arbeiten nun zum Beispiel in ambulanten Pflegediensten, stationären Alteneinrichtungen oder in der Reinigungsbranche. Mit einer Vermittlungsquote von 65 Prozent gehört die WertArbeit Steinfurt damit zu den erfolgreichsten Sozialunternehmen in Nordrhein-Westfalen.

Weitere Informationen zu den Tätigkeitsfeldern und Dienstleistungen der WertArbeit gibt es unter www.wertarbeit-steinfurt.de

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