WertArbeit nimmt Wünsche für ein selbstbestimmtes Leben von Senioren in den Blick

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WertArbeit-Geschäftsführer Bernd Moorkamp und Projektleiterin Ann Kathrin Lindemann haben die Befragung der Senioren im Rahmen des Projektes Mobile Landdienste im Kreis Steinfurt initiiert. (Foto: Kreis Steinfurt)

Rund 800 Bürgerinnen und Bürger in Hörstel, Hopsten, Lienen und Wettringen erhalten in Kürze einen Fragebogen der WertArbeit Steinfurt per Post. Das Sozialunternehmen des Kreises Steinfurt möchte herausfinden, welche Bedarfe und Wünsche ältere und immobile Menschen im Kreis Steinfurt haben, um ein selbstbestimmtes Leben im gewohnten Umfeld führen zu können bzw. was diesbezüglich noch verbessert werden kann. Die Befragung ist Teil des im Mai vergangenen Jahres gestarteten Projektes „Mobile Landdienste im Kreis Steinfurt“.

Für die Befragung hat man diese vier Orte gewählt, weil in diesen die Versorgung durch Soziale Dienste, Pflegedienste, Altenheime etc. eingeschränkt ist. Landrat Martin Sommer hofft auf eine rege Beteiligung: „Je mehr Rückmeldungen wir bekommen, umso genauer können wir die Bedarfe der Seniorinnen und Senioren ermitteln.“ Bernd Moorkamp, Geschäftsführer der WertArbeit, ergänzt, dass es dabei nicht nur darum geht, Teilhabe und Daseinsvorsorge zu verbessern: „Wir wollen dadurch auch die lokale Wirtschaft stärken und neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose und Menschen mit Behinderung schaffen.“ Projektleiterin bei der WertArbeit Ann Kathrin Lindemann hat diesbezüglich ganz konkrete Vorstellungen: „Durch die Verknüpfung mit anderen Projekten, wie beispielsweise dem Dorfladen-Verbund im Kreis Steinfurt sollen Synergieeffekte entstehen, die der Zielgruppe aber auch der gesamten Bevölkerung im Kreis zugutekommen. So könnten die bestehenden Dienstleistungen der WertArbeit mit Angeboten des Transport- und Logistikbereichs verbunden werden. In der Praxis würde dann beispielsweise ein Fahrdienst eine Person nicht nur von Punkt A nach Punkt B bringen, sondern gleichzeitig noch Wäsche, Lebensmittel und Pakete transportieren. Ein Mehrwert für alle Beteiligten, der obendrein Kosten spart und vor allem die Umwelt schont.“

Durch die Verknüpfung von Projekten möchte die WertArbeit Synergieeffekte schaffen. Bestehende Dienstleistungen wie der Wäscheservice könnte verbunden werden, indem ein Fahrdienst die Wäsche transportiert und gleichzeitig eine Person von Punkt A nach Punkt B bringt. (Foto: Kreis Steinfurt)

Hinsichtlich des demografischen Wandels mit der alternden Bevölkerung und den sich ändernden Familienstrukturen steht besonders der ländliche Raum vor großen Herausforderungen, denen sich die WertArbeit mit „Mobile Landdienste im Kreis Steinfurt“ stellen will. Der Projektträger kooperiert dabei unter anderem mit dem Verein Gesundheitswirtschaft Münsterland und der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung gefördert.

Die ausgefüllten Fragebögen werden von der Hochschule Rhein-Waal ausgewertet. Die Ergebnisse werden anschließend mit den Einschätzungen von fünfzehn Experten aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen, wie zum Beispiel dem Pflegebereich, dem Mobilitätssektor und den Sozialen Diensten ergänzt. Am Ende sollen den Wünschen der Befragten entsprechende Angebote und Dienstleistungen entwickelt werden.

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