Wasser ist Leben – Hilfe für Ntoma

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(Foto: privat)

Wer sich in diesen Tagen die Wetterberichte aus aller Welt ansieht, dem wird klar: Ohne Wasser kein Leben. Diese Gleichung wird wohl niemand in Zweifel stellen. Aktuell sind es laut der WHO 785 Millionen Menschen, die weltweit keinen Zugang zu einer einfachen Trinkwasserversorgung haben. Arm an Wasser zu sein bedeutet: mehrere Stunden am Tag damit beschäftigt zu sein, an Wasser zu kommen. Diese Zeit fehlt dann woanders, um wichtige Dinge des täglichen Lebens zu erledigen. Arm an Wasser zu sein bedeutet zudem: jeden Tag mit dem Risiko zu leben, aus verdreckten Quellen zu trinken, sich mit einer lebensbedrohlichen Krankheit anzustecken.

(Foto: privat)

Umso glücklicher ist die Emsdettenerin Waltraud Bertels, Gründerin der Stiftung „Hilfe für Ntoma“, einen wichtigen Baustein zur nachhaltigen Entwicklung ihres Hilfsprojektes in Tansania erfolgreich abgeschlossen zu haben. Seit einigen Wochen nun sprudelt auf dem Gelände des Waisenhauses das Grundwasser aus der Erde. Eine ortsansässige Firma, die auf Brunnenbohrungen spezialisiert ist, hat das Vorhaben umgesetzt. Wenig später konnte Schwester Peninnah Kaimukilwa, Leiterin des Waisenhauses, verkünden: „Eine staatliche Behörde hat die Wasserproben analysiert und uns attestiert, dass wir das Wasser aus unserem Brunnen bedenkenlos trinken können. Wir sind überglücklich und haben zu diesem Anlass ein Fest gefeiert.“ Damit wird die Wasserversorgung des Kinderheims langfristig gesichert, die tägliche Arbeit erleichtert sowie finanzielle Ressourcen geschont. Die Felder können nun das ganze Jahr über bewässert und die Trockenzeit besser überstanden werden, die Ernten dürften jetzt besser ausfallen, insgesamt müssen weniger Nahrungsmittel zugekauft werden. „Dank unserer Adventsaktion, die knapp 15.000 Euro an zusätzlichen Spendengeldern eingebracht hat, konnten wir den Brunnenbau, der uns bis jetzt 10.400 Euro gekostet hat, in die Tat umsetzen“, so Waltraud Bertels. „Damit aber nicht genug. Auch der Ort Ntoma mit seine 3.000 Einwohnern profitiert von unserem Brunnen. Die Menschen können sich an einer separaten Zapfstelle mit Trinkwasser versorgen und geben uns dafür einen geringen Geldbetrag, den wir wiederum in die Instandhaltung von Pumpe und Wasserfilter stecken. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Geplant ist zudem, eine Rohrleitung bis zur Schule im Ort zu legen.“

(Foto: privat)

Aktuell leben im Waisenhaus 34 Säuglinge und Kleinkinder. Neuaufnahmen sind oftmals ausgesetzte Neugeborene, die irgendwo im Busch gefunden werden. Die Säuglings- und Kleinkinderpflege ist mit den wenigen Mitteln in Afrika sehr aufwendig. Die Versorgung der Kinder findet ohne Pampers statt. Jedes Kind benötigt pro Tag ungefähr sieben Hosen, zwei bis drei Lätzchen, zwei bis drei T-Shirts, zwei Leinenwindeln und einen Schlafanzug. Die gesamte Kleidung muss per Hand gewaschen werden. Für die Verpflegung der Kinder werden eigene kleine Chambas, welche jeweils ein paar Quadratmeter Fläche zum Anbau von Kochbananen und Bohnen sind, bewirtschaftet. Mais und Hirse werden hinzugekauft, da deren Anbau zu aufwendig ist. Die eigenen Kühe geben mit etwas Glück beim Melken jeden Tag ein wenig Milch. Die Kinder werden von zwei ausgebildeten Krankenschwestern und zwölf Helferinnen betreut, die gemeinsam alle anfallenden Aufgaben erledigen. Zudem sind zwei landwirtschaftliche Arbeiter und ein Nachtwächter angestellt. „Ich habe gerade erst 20.000 Euro nach Tansania überwiesen, um damit die Gehälter aller Mitarbeiter/innen für die zweiten Jahreshälfte zu bezahlen“, gibt Waltraud Bertels einen Einblick in ihre Arbeit. Dabei spürt ihre Stiftung hautnah die Auswirkungen des Ukraine-Krieges: „Auch wir haben mit steigenden Preisen für Lebensmittel und Medikamente zu kämpfen. Durch die höheren Kosten fehlt uns dann das Geld an anderer Stelle.“ Gemeint ist damit der Bereich Bildung. Um unseren Waisenkindern sowie Kindern aus ärmlichen Verhältnissen eine Zukunftsperspektive zu geben und ihnen eine Chance auf ein eigenständiges Leben in Gesundheit zu ermöglichen, ist Bildung der wichtigste Hebel. Aktuell gehen ca. 200 Kinder in die ortsansässige Internatsschule. Die Stiftung hat den Bau der Schule finanziell unterstützt. Nun ist eine Erweiterung des Gebäudetraktes angedacht, um das Bildungsangebot auszubauen. „Auch hier möchten wir uns finanziell beteiligen. Den Großteil unserer Kosten im Bereich Bildung macht aber das Schulgeld pro Kind aus. Für die Internatsschule sind umgerechnet 600 Euro pro Schüler und Schuljahr fällig, wobei das Geld jährlich im Voraus bezahlt werden muss. Aktuell können wir 30 Kindern den Schulbesuch ermöglichen. Unser Ziel ist es, diese Zahl in den nächsten Jahren deutlich zu steigern.“

Wer die Arbeit von Waltraud Bertels und ihrer Stiftung finanziell unterstützen möchte:

„Hilfe für Ntoma“
VR-Bank Steinfurt eG
IBAN: DE72 4036 1906 0038 0701 00
BIC: GENODEM1IBB

Da die Stiftung als gemeinnützig anerkannt ist, können auf Wunsch Spendenquittungen ausgestellt werden (info@helpforntoma.com).

Weitere Informationen zum Hilfsprojekt: www.helpforntoma.com

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