Viehtransporter werden kontrolliert

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(Foto: Kreis Steinfurt)

Der jüngste Corona-Ausbruch in einem Schlachtbetrieb in Emsdetten, eine mögliche Ausbreitung der Schweinegrippe und die allgegenwärtige Diskussion um Tierschutz: Es gibt viele Gründe, warum Tiertransporte aktuell unter besonderer Beobachtung stehen – auch bei der Kreispolizeibehörde Steinfurt. Am Donnerstag (24.09.2020) hat der Verkehrsdienst Emsdetten unter Leitung von Polizeihauptkommissarin Tina Bareither im Kreisgebiet eine gezielte Kontrolle von Viehtransporten durchgeführt. Mit im Boot war das Veterinäramt des Kreises. Die Bilanz der vierstündigen Kontrollaktion: zehn überprüfte Lkw, Kleinlaster und Pkw mit Anhänger, zwei Ordnungswidrigkeiten sowie eine Strafanzeige. In den frühen Morgenstunden, um 5.30 Uhr, treffen sich Bareither und drei ihrer Kollegen vom Verkehrsdienst sowie Amtstierarzt Dr. Walter Averbeck mit zwei Unterstützern vom Veterinärsamt am Parkplatz zwischen der B70 und der Auffahrt zur B54. Am Kontrollort steht der Einsatzwagen mit mobilem Büro, um alle Daten aufnehmen, Protokolle schreiben und technische Messungen vornehmen zu können. Kurze Absprache, dann geht’s los. Auf der B54 halten ein Einsatzwagen der Polizei und ein Motorrad-Polizist Ausschau nach beladenen Viehtransportern. Meist sind es Schweine und Ferkel, die auf 40-Tonnern und kleineren Anhängern zur Schlachterei oder zur weiteren Aufzucht gebracht werden. Aber auch Kühe, Schafe, Geflügel sind mal darunter. Der erste Lkw mit Tieren kommt aus Kleve und fährt ab auf die B70 in Richtung Metelen – mit dem Einsatzwagen und rot blinkender Schrift „Polizei – bitte folgen“ geht’s hinterher. Am Kontrollort stellen die Beamten vom Verkehrsdienst fest: Es gibt keine Beanstandungen, alle Papiere sind da, keine Überladung, keine Überhöhe. Und auch die Mitarbeiter vom Veterinärsamt sind zufrieden. Sie schauen nach dem Zustand der Tiere, ob der vorgeschriebene Platz pro Schwein eingehalten wird, ob alle notwendigen Unterlagen da sind. Dazu gehört auch das Transport-Desinfektions-Kontrollbuch, in dem die tägliche Reinigung des Transporters festgehalten wird. Alles passt. Beim nächsten „Fang“ gegen 07.45 Uhr sieht das anders aus. Das besagte Kontrollbuch, das die täglichen Reinigungen des Transporters dokumentiert – Stichwort Infektionsschutz – ist bei dem Laster aus Vreden (Kreis Borken), der rund 40 Schweine geladen, nicht ganz vollständig. Dann stellt sich auch noch heraus: Der Fahrer hat keinerlei Papiere dabei. Und das technische Auslesen der digitalen Fahrerkarte ist für die Polizeibeamten auch alles andere als erfreulich. Der Fahrer hat eine fremde Fahrerkarte eingelegt. Das ist verboten. Die Polizisten fertigen eine Strafanzeige. So eine Kontrolle dauert. Rund 40 Minuten werden für eine einfache Kontrolle eines Viehtransporters benötigt. Scheint das Gewicht des Lkw die kritischen 40 Tonnen zu überschreiten, muss er auf die Waage. Da können schon mal eineinhalb Stunden ins Land gehen. Im Fall des Transports aus Vreden darf der Mann erst einmal nicht weiterfahren, da er seine eigene Karte angeblich nicht mitführt. Als diese dann doch noch auftaucht, wird der Lkw zur Weiterfahrt freigegeben. Ihn erwartet jetzt ein Strafverfahren. Die meisten Viehtransporter sind an diesem Morgen jedoch vorbildlich unterwegs. Lediglich zwei Ordnungswidrigkeiten können die Beamten noch beanstanden, am Tier – neben Schweineladungen wird auch ein Pferdeanhänger kontrolliert – gibt es vonseiten des Veterinäramts keine Verstöße.

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