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Freitag, Juni 26, 2026
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UWE beantragt „Klimaoasen“ für Emsdetten

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(Foto: Schwegmann)

Die aktuelle Hitzewelle, die gerade ganz Deutschland und natürlich auch Emsdetten fest im Griff hat, veranlasst die UWE-Fraktion im Rat der Stadt Emsdetten zu beantragen, die Stadt Emsdetten möge Klimaoasen in der Innenstadt einrichten. In dem von Ratsmitglied Alfred Franke unterzeichnetem Schreiben wird der Bürgermeister/die Stadtverwaltung aufgefordert, angelehnt an verbleichbare Projekte (bspw. in Bielefeld), eine Kostenschätzung für ein Pilotprojekt in Emsdetten zu erstellen und im Rahmen der nächsten Haushaltsberatungen einen Finanzierungsvorschlag zu unterbreiten.

„Klimaoasen“ sind öffentlich zugängliche Hitzeschutzbereiche mit Sitzgelegenheit, Getränkeangebot (z.B. Wasser, ggfs. Café-Automat) und gekühlte Raumluft – jedoch ohne Verzehr- oder Kaufzwang.

In der Antragsbegründung heißt es unter anderem wie folgt:

Hitzeperioden wie derzeit werden in Emsdetten auch in Zukunft auftreten. Sie stellen eine erhebliche Belastung für ältere Menschen, Kinder, chronisch Kranke und alle dar, die sich in der Innenstadt aufhalten. Langfristige Maßnahmen wie Begrünung oder das Aufbrechen versiegelter Flächen sind zwar alternativlos wichtig, wirken aber erst nach Jahren und senken die Temperatur in Hitzelagen wie in diesen Tagen nur um wenige Grad. Für vulnerable Gruppen ist das nur bedingt eine Lösung, da wenige Grad Temperaturabsenkung oft nicht ausreichen, um akute gesundheitliche Risiken zu mindern. Für akute Hitzeereignisse braucht es daher schnelle, wirksame Maßnahmen, die sofortige Entlastung schaffen.

Klimaoasen sollten zentral in der Innenstadt verteilt werden, um kurze Wege zu gewährleisten, und durch einheitliche Beschilderung, z. B. Aufkleber oder Piktogramme, leicht auffindbar sein. Sie sollten nicht nur in kommunalen Gebäuden (z. B. Rathaus, Stadtbibliothek etc.) eingerichtet werden, sondern – soweit möglich – auch in privaten Unternehmen oder leerstehenden Räumlichkeiten.

Die Stadt Emsdetten könnte zur Realisierung beispielsweise ein Förderprogramm auflegen, mit dem die Kosten für die Klimatisierung in zentral gelegenen Räumlichkeiten (z. B. Anschaffung bzw. Einbau von Klimageräten, laufende Betriebskosten) ganz oder teilweise übernommen werden, unter der Bedingung, dass diese Räume während Hitzetagen für alle Bürgerinnen und Bürger frei zugänglich sind. Wünschenswert wäre, die Klimatisierung ausschließlich mit Ökostrom zu betreiben.

Ein solches Programm hätte mehrere Vorteile: Es wäre innerhalb weniger Monate umsetzbar, ohne jahrelange Planungsverfahren. Die Kosten für die Stadt hielten sich in Grenzen, da bestehende Infrastruktur genutzt wird. Gleichzeitig profitieren die beteiligten Unternehmen, die nicht nur eine Förderung erhalten, sondern sich auch als sozial engagiert präsentieren können. Zudem ist das Modell zukunftssicher, da die Räume bei Bedarf sofort einsatzbereit sind, auch wenn Hitzeereignisse nicht täglich auftreten.

Langfristig sollte die Einrichtung von Klimaoasen durch Maßnahmen wie Dach- und Fassadenbegrünung, das Aufbrechen versiegelter Flächen oder die Anlage von Brunnen ergänzt werden. Da diese Projekte Zeit brauchen, bieten die öffentlichen Kühlräume eine sofort wirksame Lösung, um die Innenstadt schon jetzt hitzetauglicher zu machen.

Ein Pilotprojekt mit fünf bis zehn Räumlichkeiten bzw. Unternehmen könnte noch im Jahr 2026 starten. Parallel hierzu sollten Förderrichtlinien erarbeitet werden, die klare Kriterien für die Teilnahme, die Zugänglichkeit der Räume sowie deren Öffnungszeiten während Hitzewarnlagen festlegen. So kann eine Kombination aus Soforthilfe und langfristiger Stadtplanung geschaffen werden, die die Innenstadt jetzt und in Zukunft widerstandsfähiger gegen Hitze macht.

Zusätzlich sollte perspektivisch auf der Internetseite der Stadt Emsdetten ein Hitzeportal eingerichtet werden, das u. a. über bestehende Klimaoasen, Verhaltenshinweise bei Hitze und Unterstützungsangebote informiert (Beispiel: Hitze-Portal der Stadt Bielefeld).

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