28:28! Der letzte Wurf von Andre Meuser musste die Entscheidung bringen, wurde pariert und das war es dann. Abpfiff! Beim TV Gelnhausen flogen die Arme mit der Schlusssirene am Sonntag in die Höhe, bei den Spielern des TV Emsdetten und auf den Tribünen gab es bedrückte Gesichter und hängende Köpfe. Denn sie wussten alle: Das ist zu wenig. Nur ein knapper Sieg in drei Aufstiegsspielen, das reicht nicht mehr um noch wirklich ein Wort um den Aufstieg mitsprechen zu können.
Die Marschroute war klar: Ein Heimsieg musste her gegen den TV Gelnhausen. Gerne auch mit drei Toren Unterschied. Die Partie war von Beginn an hart umkämpft. Handball ist eine Kontaktsportart. Beide Teams gingen hoch motiviert zu Werke, schließlich ging es um ganz viel. Wie schon im Hinspiel wechselte auch am Samstagabend ständig die Initiative. Immer wenn sich ein Team auf zwei oder drei Treffer abzusetzen versuchte, verteidigte die andere Mannschaft mit dem Messer zwischen den Zähnen das Tor. Auch die Torhüter auf beiden Seiten verriegelten ihren Kast so gut es ging. Mal ging Gelnhausen mit zwei Toren in Führung (6. Spielminute, 2:4) dann war es der TV Emsdetten der durch Tore von Klein, Timm und Budelmann auf 7:5 stellte (14. Spielminute). Zur Pause durfte sich Emsdetten über einen 14:11 Zwischenstand freuen. Das waren doch diese drei Tore Vorsprung, die der TVE sich für eine ideale Ausgangsposition gewünscht hatte!
Es ging sogar noch etwas weiter: Meuser und Damböck stellten kurz nach der Pause auf 16:12, die Emshalle stand Kopf als Eric Damböck den Ball im Fallen mit dem Rücken zum Tor noch über die Linie drehte. Da stand die Emshalle! Überhaupt: An mangelnder Unterstützung konnte es nicht liegen, dass dem TV Emsdetten einmal mehr in der Aufstiegsrunde die Puste ausgeht. Dass der wichtige Kreisläufer Sergej Gorpishin mit einer Schulterverletzung raus musste: Maximal ärgerlich! Für den Spieler der hoffentlich nicht schwer verletzt ist, und für die Mannschaft die auf eine ihrer Stützen verzichten musste. Gute Besserung! Die rote Karte für Marc Esche darf auch in die Kategorie „ärgerlich“ eingeordnet werden. Esche war erst wenige Minuten zuvor eingewechselt worden und konnte direkt zwei Tore erzielen.
Knackpunkt waren immer wieder diese quälend langen Minuten ohne eigenen Torerfolg. Zu viele vergebene Chancen, zu viele technische Fehler. Es fehlte der berühmte Killerinstinkt. Zwei Siebenmeter bekam der TV Gelnhausen, beide waren sicher im Tor. Von vier eigenen Siebenmetern konnte aus Dettener Sicht wieder nur die Hälfte in einen Torerfolg umgemünzt werden. Die Chancenverwertung, die quälend langen Minuten ohne einen Treffer, es zieht sich wie ein roter Faden durch viele Spiele des TV Emsdetten. „In der Aufstiegsrunde bricht denen sowas das Genick“ war von vielen Fans während der Saison zu hören. Sie sollten recht haben: Das wars wohl wieder!
Die Minichance des TV Emsdetten: Völlig absurd
Sicher, Schluss ist erst nach dem letzten Spiel der Aufstiegsrunde. Rechnerisch kann der TV Emsdetten es immer noch schaffen. Aber jetzt sind wir mal alle sachlich und schauen uns gemeinsam an was passieren muss damit es noch mit dem Aufstieg klappt:
Der TV Emsdetten, der in drei Spielen der Aufstiegsrunde erst eines knapp gewinnen konnte, muss jetzt am Mittwoch unbedingt in Aue gewinnen. Das wahrt zumindest die theoretische Chance, noch auf dem Sofa aufzusteigen. Und da wird es schwierig: Der TVE muss den EHV Aue schlagen und sie damit selbst aus dem Aufstiegsrennen heraus nehmen. Dieser EHV Aue, für den es danach selbst um nichts mehr geht, soll dann ohne jede eigene Chance am Ende einer langen Saison doch bitte nach Gelnhausen fahren um ein für sie sportlich völlig wertloses Spiel mit maximaler Intensität anzugehen, dort gewinnen und dem TV Emsdetten damit die Möglichkeit zum Aufstieg geben. Gegen einen TV Gelnhausen, der motiviert ist bis in die Haarspitzen. Die können aufsteigen. Mit einem Sieg in einem Heimspiel gegen einen EHV Aue, der dort ohne Ziel und sportlichen Wert für sich selbst hinfährt. Selbst wenn auch in Aue Sportkameraden spielen die professionell an die Sache heran gehen mögen: Wie absurd ist denn bitte dieses Szenario?




Hallo und guten Tag,
Ich gebe Ihnen in Bezug darauf, dass (nur) noch eine Minimalchance besteht, völlig recht. Aber sie besteht immerhin noch.
Ihre Einschätzung, dass EHV Aue nach einem etwaigen verlorenen Spiel völlig unmotiviert nach Gelenhausen fährt, teile ich jedoch absolut nicht.
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass EHV Aue als Meister, 1. der Gruppe Nordost, in der Aufstiegsrunde freiwillig mit nur 2 Punkten als Letzter der Aufstiegsrunde abschließen möchte! Ein Sieg in Gelnhausen wäre zumindest „gesichtswahrend“.
Also warten wir trotz der nur noch bestehenden Minimalchance einfach mal ab.
Vielleicht besinnt sich das bisher so vermisste Quäntchen Glück doch noch auf den TVE.
Mit Herzblut und lieben Grüßen Ulf
Danke für Ihre Nachricht. Wir werden diese schnellst möglich bearbeiten.