Die Reise begann und endete unterm Konterfei des einstigen Erbauers der Villa an der Kirchstraße Ecke Buckhoffstraße, Stephan Schilgen, der zur Blütezeit der Emsdettener Textilindustrie im Jahre 1887 dieses Anwesen errichten ließ.
Vier Gruppen mit jeweils 15 Personen wurden an diesem Wochenende durch die Räume der heutigen Stadtbibliothek geführt, ebenerdig, im Obergeschoss und hinab in die Katakomben des Kellergewölbes. Empfangen wurden die Teilnehmenden durch die neue Bibliothekarin Henrietta Libre (dargestellt von Uta Drees), die Besucher für eine Führung erwartete aber noch nicht ganz mit der Katalogisierung der Bücher fertig war. Staubsaugergeräusche unterbrechen diese Führung und ein heftiger Disput entsteht, weil ja auch die Putzfrau (Gräfin Lilly von Rein = Anne Hesselmann) nur die von ihr abverlangte Tätigkeit ausführt. Bei den Putzarbeiten kommt dann ein altes Pergament zum Vorschein und damit wird deutlich: Diese Villa ist verflucht. In ihr schlummern noch viele Geheimnisse die es zu lösen gilt und auf diese geheimnisvolle Reise werden die Besucher eingeladen.
Über eine knarrende alte Holztreppe gelangen die Gruppen ins Obergeschoss, werden dort mit dem Nachlass eines Professors konfrontiert (Stefan Pietrucha mimt den Nachlassverwalter Cornelius Rabenstein). Weiter geht es zum Piratenkapitän Edward Brook (Angus Sowka) der schon 400, 600 -keiner weiß es so genau- Jahre in dieser Kajüte verharrt.
In jedem Raum gilt es ein Rätsel zu lösen, – natürlich von den Gästen dieser ganz besonderen Führung. Nur mit den Lösungswörtern ist es möglich, von einer jungen Elfe begleitet, in das nächste Geheimnis einzutauchen.
„Die Geschichten sind jeweils von den darstellenden Akteuren erdacht“, verrät uns Theaterpädagogin Daniela Nathaus, die im Rahmen des Projektes „Mobile Kulturarbeit“ federführend tätig ist. Die Theatergruppe „Spielfreu(n)de“ von Stroetmanns Fabrik war im August bereits bei der Flanier-Kultur am Albert-Haverkamp-Weg mit verschiedenen Szenen vertreten.
Das Mädchen im rosa Kleid (Sabine Wittenberg) hielt der Menschheit einen Spiegel vor Augen, freute sich über die Fülle der glücklichen Momente im Laufe eines Tages, man muss sie halt nur erkennen, dann ist am Abend auch der Korb mit Glücks-Bonbons gefüllt.
Mystisch wurde es im Zelt der Wahrsagerin Madame Shanti (Dagmar Hörsting), die zwar erkannte, dass es in Emsdetten ein Problem mit Tauben und Gebäudereinigung gibt, aber in ihrer Kristallkugel so recht noch keine Lösung sehen konnte. Die „Zeit“ (Flora Nathaus) war nächster Anlaufpunkt, tänzerisch dargestellt mit einem Reifen. Dieser Reifen drehte sich mal wie ein Zifferblatt im Sekundentakt, aber dann auch wieder schnell und hektisch wie es häufig im Alltag der Fall ist. Geheimnisvoll formulierte Hinweise und fremdwirkende Symbole sollten auch hier wieder für ein Lösungswort sorgen. – So es denn von den Teilnehmern herausgefunden wurde.
Ein „Untoter“, der sich als einzig Überlebender der Titanic outete, Frances von due Lac (Sven Hörsting), ließ die Gruppen dann in den Katakomben des über 130 Jahre alten Gemäuers gruseln. Im Angebot blumiger Zaubertrank und Gebäck – und die Erkenntnis, dass auch Untote „Rücken“ haben können.
Abschließend versammelte man sich wieder am Ausgangspunkt mit der befreienden Feststellung, dass man alle Rätsel lösen konnte und der Fluch, der auf dieser Villa lag nun ein für allemal gebannt sei. – Das heißt, – so ganz sicher kann man sich ja nie sein, – vielleicht gibt es eine Fortsetzung dieses gelungenen Projektes. Die Gäste dieser jetzt stattgefundenen vier Touren jedenfalls waren begeistert von dem möglicherweise weltweit ersten Escape-Room-Theater.
Gefördert wurde das Projekt von Soziokultur NRW und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW.















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