Straftaten gegenüber älteren Menschen – zwei Täter konnten in Rheine gefasst werden

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(Foto: unsplash - M.Scheffler)

Die Masche ist in vielen Fällen immer die gleiche: Ältere Mitbürger werden durch gezielte Irreführungen am Telefon in Angst versetzt. Das Gegenüber suggeriert den älteren Leuten, in dieser besonderen Situation zu helfen und fordert auf, Wertgegenstände oder Bargeld solange in Obhut zu nehmen, bis die Gefahr vorüber ist.

So geschah es auch in Rheine. Zwei ältere Frauen wurden, nachdem man sich als Polizei ausgegeben und eine Legende mit einem noch flüchtigen Räuber den verängstigten Frauen kundgetan hatte, aufgefordert, Bargeld und Schmuck in einem Beutel an der Haustür zu deponieren. Und prompt wurde der Beutel abgeholt. Weil das aus Sicht der Täter reibungslos funktionierte, wurde am Dienstag (29.03.) eine der beiden Frauen mit einer neuen Geschichte konfrontiert. In diesem Fall sollte sie einen fünfstelligen Bargeldbetrag in einem Beutel bereitstellen. Als die Frau das Geld von der Bank abholen wollte, wurde die Bankangestellte misstrauisch und informierte die Polizei. Ein entsprechend präparierter Beutel wurde an der verabredeten Stelle ausgelegt und von Polizisten in Zivil beobachtet. Und tatsächlich – kurze Zeit später erschienen zwei Männer und nahmen den Beutel an sich.

Die Polizei nahm beide Männer fest. Bei der Feststellung der Personalien stellte sich heraus, dass die beiden 19 und 26 Jahre alten Männer aus Bad Bentheim mit einem Auto angereist waren. Das Auto wurde im Anschluss an die Festnahme durchsucht. Die Beamten fanden allerdings nichts Verdächtiges in dem Wagen. Die beiden Täter wurden im weiteren Verlauf auf Antrag der zuständigen Staatsanwaltschaft Münster dem Haftrichter vorgeführt. Dieser bestätigte den Antrag auf Untersuchungshaft.

Die beiden Wohnungen der Abholer wurden im Zuge der Ermittlungen durchsucht. Dabei fanden die Polizeibeamten einige Schmuckstücke, die eindeutig den beiden Frauen aus Rheine gehörten. Diese freuten sich über die Nachricht, dass sie einige für sie sehr wichtige und wertvolle Schmuckstücke gefunden worden waren. Die weiteren Ermittlungen dauern an.

Die Polizei hat folgende Präventionshinweise: Bei Anrufen von „falschen Polizisten“ empfiehlt die Polizei dringend: auflegen und sich an die nächste echte Polizeiwache wenden. Es wird dringend davon abgeraten, sich auf ein Gespräch mit den angeblichen Polizisten einzulassen. Denn die echte Polizei fordert niemals jemanden am Telefon auf, Auskünfte über Vermögensverhältnisse oder Wertsachen zu geben. Wichtig ist auch: Man sollte niemals einer unbekannten Person Geld oder Wertsachen übergeben – auch nicht angeblichen Mitarbeitern von Polizei, Staatsanwaltschaften, Gerichten oder Geldinstituten. In jedem Fall sollte eine Strafanzeige gestellt werden.

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