Städtepartnerschaftsverein war wieder bei den Chojnice-Tagen

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(Foto: privat)

Am frühen Mittwochmorgen, 26. Juni 2024 um 05:30 Uhr war es wieder soweit. Der Städtepartnerschaftsverein Emsdetten e.V. hatte wieder eine Busreise in die Partnerstadt Chojnice organisiert. Die rund 55 Sitzplätze waren schnell vergeben und so ging es pünktlich ab vom Bahnhofsvorplatz (Hengeloplatz).

Das erste Ziel war die europäische Kulturhauptstadt Wroclaw/Breslau, die man am späten Nachmittag nach etwas mehr als 10 Stunden Busfahrt ein wenig müde, aber voller Neugier erreichte. Schnell war das zentral gelegene Hotel bezogen und schon ging es zu Fuß in die Altstadt bzw. direkt zu einem der schönsten und größten mittelalterlichen Marktplätze Polens. Die Strapazen der Anreise waren beim Anblick des Doms und der prächtigen Bürgerhäuser aus verschiedenen Stilepochen verbunden mit dem bunten, touristischen Treiben umgehend vergessen.

Am darauffolgenden Tag wurde eine offizielle Stadtführung angeboten und auch die Schönheiten und die dazugehörigen Geschichten und Anekdoten im Detail erklärt. Eine sich direkt anschließende Bootsfahrt ergänzte nochmals die Eindrücke aus einer ganz anderen Perspektive und am Abend war man sich einig: Breslau ist eine tolle, charmante, geschichtsträchtige, lebendige und liebenswerte Stadt und damit immer eine Reise wert.

Am Freitag ging der Wecker wieder früh. Es war der Anreisetag nach Chojnice, der Partnerstadt Emsdettens in Westpommern. Diese wurde am Nachmittag problemlos und zeitlich voll im Plan erreicht. Nachdem die verschiedenen Hotels bezogen waren, ging es direkt zum offiziellen Empfang ins Rathaus und dort in den historischen Ratssaal mit einer original erhaltenen Einrichtung aus dem Jahre 1902. Kaffee und Kuchen waren bereits vorbereitet und wurden dankbar angenommen. Stadtdirektor Robert Wajlonis begrüßte die Delegation und stellte Chojnice in einem umfangreichen Bildvortrag vor. Historische und aktuelle Fotos wurden gegenübergestellt, um die rasanten Veränderungen des Stadtbildes zu verdeutlichen. Zum Abschluss wurden einige Gastgeschenke überreicht und schon stand der nächste offizielle Programmpunkt an: die Eröffnung der Johannitage „Dni Chojnic“ im Millenniumpark (in etwa vergleichbar mit unserem Emsdettener September). Der 10-minütige Fußweg war nach langem Sitzen sehr willkommen. Bürgermeister Arseniusz Finster begrüßte alle Besucher auf das Herzlichste. Emsdetten wurde bei den offiziellen Ansprachen durch Marita Haude als stellvertretende Bürgermeisterin vertreten. Direkt danach gab es professionell arrangierte Livemusik und der Park füllte sich binnen kürzester Zeit. Es war der Anfang einer langen Nacht, denn den darauffolgenden Vormittag konnte jeder für sich selbst gestalten. Erst gegen Mittag ging es mit dem offiziellem Programm weiter. Der Bus brachte die Gruppe zur nahegelegenen Burganlage Czluchow (Schlochau), eine der größten Wehranlagen des Deutschen Ordens. Über das Treppenhaus oder auch mit dem Aufzug ging es hoch auf den Wehrturm. Belohnt wurde man mit einer grandiosen Aussicht, die von drei Seen in unmittelbarer Nähe der historischen Festung bestimmt wurde. Danach ging es direkt weiter zum großen Charzykowy See. Bei bestem Sommerwetter wurde eine bereits bereitstehende Kogge „geentert“.

Bahnhof in Chojnice (Foto: privat)

Der Abend stand zur freien Verfügung. Gute Tradition und Brauch ist es, sich später ganz ungezwungen am Markplatz einzufinden und zusammenzusetzen, um sich über das Erlebte auszutauschen. Aber in diesem Jahr gab es ja zusätzlich noch das Achtelfinale der Europameisterschaft Deutschland vs. Dänemark. Kurzfristig wurden einige Plätze beim gut bekannten „Marktwirt“ reserviert und auch dankbar angenommen. Eine wiederum lange Nacht…

Am darauffolgenden Sonntag stand eine Stadtrundfahrt auf dem Programm, die uns vor allem in die Außenbezirke von Chojnice führte. Nicht ohne Stolz wurden uns moderne Wohn- und Neubaugebiete gezeigt sowie das auch recht neue Krankenhaus. Besonders eindrucksvoll ist die inzwischen komplett abgeschlossene Kernsanierung des Bahnhofes – wirklich beeindruckend. Das Abendprogramm war das gemeinsame Abendessen beider Städtepartnerschaftsvereine im Hotel Sukiennice im Zentrum von Chojnice. Traditionelle kaschubische Livemusik und ein umfangreiches Essen waren die Garanten für einen gelungenen Abend. Draußen schlug das bis dahin immer gute Wetter um, aber das konnte der Reisegruppe ja glücklicherweise nichts anhaben.

Nach nunmehr drei kurzweiligen Tagen in der Partnerstadt stand die Abreise schon wieder bevor. Am Montag ging es mit dem Bus in Richtung Heimat. Dabei wurde noch einmal eine Übernachtung in Magdeburg eingelegt. Direkt im Zentrum der Stadt wurde das vor allem von innen architektonisch beeindruckende Maritim Hotel bezogen. Ein sehr versierter und besonders humorvoller Stadtführer zeigte uns die in fußläufiger Nähe gelegenen Sehenswürdigkeiten der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt. Der imposante Dom ist die älteste gothische Kathedrale Deutschlands und die grüne Zitadelle ist das letzte und größte Architekturprojekt von Friedensreich Hundertwasser. Die Baukosten beliefen sich auf rund 27 Mio. €. Er selbst hat sein Werk nie persönlich gesehen. Auf dem Weg nach Magdeburg ist er angeblich während einer Liebesnacht auf einem Kreuzfahrtschiff verstorben.

Stadtführung in Magdeburg (Foto: privat)

Am letzten Tag der Reise ging es von Magdeburg zuerst zum Grenzmuseum nach Marienborn. Die ehrenamtlichen Museumsführer hatten es aufgrund des Themas nicht ganz so leicht. Dennoch wurde die Problematik der ehemaligen innerdeutschen Grenze anhand von Geschichten und Anekdoten sehr lebhaft und anschaulich erklärt. Auch eine gesunde Prise Humor fehlte nicht bei der Führung. Fast jeder der Reisegruppe konnte eigene Erfahrungen und Erlebnisse in die Führung miteinbringen. Ganz persönliche und emotionale Erinnerungen waren auf einmal wieder präsent. Die Zeit verging wie im Fluge und schon ging es weiter mit dem Bus.

Ziel war das „Tor zum Harz“, die historische Kreisstadt Halberstadt. Hier konnte man noch einmal auf eigene Faust etwas bummeln oder auch shoppen, bevor es dann in Richtung Emsdetten ging. Wie zeitlich geplant, wurde der Hengeloplatz am Bahnhof am frühen Abend erreicht. Eine kurzweilige und ereignisreiche Reise lag hinter der Gruppe und ein besonderer Dank ging vor allem an die Reiseleitung Elke Hülskötter, der zweiten Vorsitzenden des Städtepartnerschaftsvereins Emsdetten e.V.

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