In den Sommermonaten sind Bienen, Wespen und Hornissen fester Bestandteil unserer heimischen Natur. Sie übernehmen wichtige Aufgaben in unserem Ökosystem – insbesondere die Bestäubung von Pflanzen und die Regulierung von Schadinsekten. Gleichzeitig kommt es im Alltag immer wieder zu Begegnungen, die Verunsicherung hervorrufen.
Wildbienen – ungefährlich, aber gefährdet
Etwa ein Drittel der hiesigen Wildbienenarten gelten als vom Aussterben bedroht oder stark gefährdet. Wildbienen sind absolut ungefährlich – so besitzen die Weibchen zwar einen feinen Stachel, der die menschliche Haut jedoch in der Regel nicht durchdringen kann. Übrigens gehören auch die friedliebenden Hummeln zu den Wildbienen.

Alle Wildbienenarten sind besonders geschützt und dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden. Auch das Zerstören von Nestern ist verboten. Honigbienen sind generell geschützt und dürfen nicht bekämpft werden.
Wespen – zwei Arten sorgen für schlechten Ruf
In Deutschland leben etwa 700 verschiedene Wespenarten, die meisten davon solitär und unauffällig. Die Gemeine Wespe und auch die Deutsche Wespe allerdings sind bekannter, da sie Staaten bilden und an der Kaffeetafel lästig werden können. Ihre Nester bauen sie ebenfalls häufig in der Nähe von Menschen – in Rollladenkästen oder auf Dachböden beispielsweise. Nach Möglichkeit sollte ein Abstand von mindestens 3 Metern zum Wespennest gewahrt und auch die Flugbahn der Tiere beachtet werden. Die beiden genannten Arten sind nicht besonders geschützt und dürfen laut Gesetz entfernt werden, wenn ein „vernünftiger Grund“ vorliegt – die Tiere müssen jedoch zweifelsfrei identifiziert worden sein.
Andere Wespenarten sind nämlich – genau wie die Wildbienen – besonders geschützt und dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden. Eine Tötung oder Umsiedlung der geschützten Tiere und deren Nester sind weitergehend zu begründen und bedürfen der vorherigen Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde (uNB) des Kreises Steinfurt.
Hornissen – groß und friedlich

Die größte bei uns heimisch vorkommende Wespenart ist die Europäische Hornisse, welche als passiv und scheu gilt. Sie ist nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) und dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) besonders geschützt. Tiere dieser Art dürfen nicht gefangen oder getötet und ihre Nester nicht bekämpft werden. Probleme mit Hornissen gibt es selten. Sollten sie oder ihr Nest nicht explizit bedroht werden, sind sie ausgesprochen friedlich und können uns sogar nützlich sein, indem sie Wespen und andere unbeliebte Insekten fressen.
Die Asiatische Hornisse, welche als invasive Art gilt, ist hingegen nicht geschützt. Die Etablierung dieser Art schreitet im Kreis Steinfurt voran und ist laut Expertinnen und Experten nicht mehr aufzuhalten. Tiere und deren Nester dürfen nach eindeutiger Identifikation ohne Ausnahmegenehmigung entfernt werden. Das Hinzuziehen einer sachkundigen Person wird jedoch dringend empfohlen.
Allgemeine Hinweise
Soll die Wiederansiedlung von Bienen, Wespen und Hornissen im nächsten Jahr verhindert werden, empfiehlt es sich, das bestehende Nest nicht zu entfernen und die Stelle nicht zu reinigen. Denn: Der Geruch hält neue Königinnen davon ab, sich dort anzusiedeln, da die Tiere eine Ansteckung mit im Nest lebenden Bakterien oder Pilzen vermeiden möchten.
Weitere Informationen und Ansprechpersonen sind auf der Website der Stadt Emsdetten unter https://www.emsdetten.de/bauen-wohnen-umwelt-verkehr/umwelt/bienen-wespen-und-hornissen/ zu finden.




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