… OK, diese Aussage mag schnell widerlegt werden können, gefühlt war das aber schon eine ganze Menge. Bereits weit im Vorfeld war „Marscherleichterung“ angeordnet worden: Die Uniformjacken durften zuhause im Schrank bleiben. Temperaturen über 30°C machten das Marschieren im Gleichschritt und das zeitgleiche Musizieren nicht immer einfach. Wer da nicht regelmäßig getrunken hat (Wasser!!!), der blieb unter Umständen auf der Strecke.
In kleinem Kreis wurde zunächst das noch amtierende Kaiserpaar Daniel und Denise Kortmann sowie die ehemaligen Stadtkaiser und die amtierende Wanderkettensiegerin aus dem Vereinsheim der Westumer Schützengesellschaft an der Schüttenrode ausgeholt. Begleitet von den Westumern, dem Bürgerverein Hembergen
sowie Vorstand und Festausschuss der Vereinigten Schützengesellschaften ging es zur Euregio-Halle, wo sich bereits die übrigen Emsdettener Schützenvereine eingefunden hatten. Auf direktem Weg sollte es zum Festplatz gehen. Jeder Meter, der bei dieser Hitze eingespart wurde, war ein guter Meter. Hier, auf dem wunderschön hergerichteten Areal zwischen Martinum-Sporthalle und altem Hallenbad, wurde der „Festzug in weiß“ schon von unzähligen Festgästen erwartet.
Daniel Kortmann hatte als noch amtierender Kaiser die Ehre, das Schießen auf den hölzernen Adler zu eröffnen. Klaus Ahaus, Kaiser-Jubilar folgte ihm und auch die ehemaligen Kaiser Berghues, Enting, Kattenbeck, Kollmann, Westkemper, durften einen Ehrenschuss abgeben.
Jetzt begann ein bis zum letzten Moment spannendes Schießen mit so manch einem Aahhh…, Ooohhhh…-Moment. Erstmals waren in diesem Jahr auch Damen, sofern sie selber bereits in ihrer jeweiligen Gesellschaft Schützenkönigin waren, berechtigt, um die Kaiserwürde zu kämpfen. Sie waren weit in der Unterzahl aber mit der Qualität ihrer abgegebenen Schüsse ganz weit vorne.
Während des Schießens und in den Schießpausen setzten immer wieder die Spielmanns- und Musikzüge mit einigen Märschen ein, verdienten sich damit das ein oder andere so heiß ersehnte Kaltgetränk.
Um 20:33 Uhr legte Haiko Winter dann zum finalen Schuss an, und der traf den reichlich lädierten hölzernen Korpus des einst so stolzen Adlers genau an der richtigen Stelle.
2024 waren Haiko und seine Frau Olga zunächst im Stadtelferrat von Prinz Thomas IV. Limberg und wurden nur wenige Monate später Königspaar in Westum unter den Eichen. Damit waren die Voraussetzungen für die Teilnahme am Kaiserschießen so gerade eben gegeben. Die beiden wohnen mit ihren zwei Kindern in Borghorst, fühlen sich aber mit Emsdetten und ganz besonders Westum eng verbunden.
Ein spannendes Schießen, ein punktgenau eingehaltener Zeitplan, der 1. Vorsitzende, Rainer Müllmann, hatte allen Grund zufrieden zu sein. Sämtliche anwesenden Spielmanns- und Musikzüge bildeten einen gemeinsamen Spielmannszug, spielten gemeinsam „Das Lieben bringt groß Freud“ und marschierten gemeinsam im Gleichschritt in die Martinum-Sporthalle. Der Zeitpunkt war gekommen, Kaiser Daniel Kortmann musste seine Kette abgeben und die stellvertretende Bürgermeisterin Beatrix Steinbach-Möllers (BM Oliver Kellner ließ sich wegen einem Trauerfall in der Familie entschuldigen) überreichte dem neuen höchsten Schützen, dem primus inter pares, Dettens neuem Stadtkaiser Haiko Winter als äußeres Zeichen seiner Macht die Kaiserkette. Vier Jahre wird er nun das Emsdettener Schützenwesen repräsentieren.
Heute nach der Heiligen Messe, der Kranzniederlegung zum Totengedenken und dem festlichen Umzug durch die Innenstadt: der große Kaiserball zu Ehren des neuen Kaiserpaares Haiko und Olga Winter.
Allen Fußball-Fans sei gesagt, dass das Spiel unserer Nationalmannschaft auf einem Großbildschirm gezeigt wird.




































































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