Sieben Rehkitze vor dem sicheren Tod gerettet

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(Foto: privat)

Für die Drohnenpiloten des Hegering Emsdetten ging es am Vatertag sehr früh aus den warmen Federn. Um 04:30 Uhr waren Philipp Bücker, Johannes Wilken, Torsten Feldkamp, Björn Winter und Jan-Hendrik Lührmann bereits in den Revieren um Sinningen herum zur aktiven Tierrettung unterwegs. Wir müssen früh raus, denn dann ist das Wärmebild der lebenden Rehkinder am besten zu erkennen. In den Mittagsstunden würden erwärmte Flächen durch Sonneneinstrahlung häufig zu Fehlbildern führen, so Björn Winter.

(Foto: privat)

Der Drohnenpilot fliegt die Wiese ab, lokalisiert das im Feld liegende Rehkitz, schickt seine „Buschmänner“ los. Diese decken die Kitze vorerst mit Körben ab, damit die Wiese bis zum Ende abgesucht werden kann, erklärt Jan-Hendrik Lührmann.

Nach Abschluss der vollständigen Suche werden die Kitze in ein unmittelbar sicheres Umfeld transportiert, wo die Ricke sie nach Ablage innerhalb von 15 bis 30 Minuten auffindet, fügt Torsten Feldkamp hinzu.

Wenn die Flächen größer sind und die maht länger dauert, bleiben die Kitze bis zu 2 Stunden unter den Körben. „Kein Problem für die jungen Tiere“, erklärt Johannes Wilken. Wichtig ist, dass Spaziergänger die Kitze nicht freilassen. Die Piloten stehen in Kontakt mit dem Landwirt und nach Beendigung der Mäharbeiten werden die Rehkitze sofort wieder frei gelassen und können von der Mutter versorgt werden.

Bei dieser gemeinschaftlichen Aktion waren das Zusammenspiel und die Organisation zwischen Landwirt Epping und den Jägern vorbildlich. Denn das Ergebnis kann sich sehen lassen:

7 Rehkitze und 1 Entengelege mit 16 Eiern wurden gerettet, präsentiert Philipp Bücker stolz.

Warum müssen Rehkinder überhaupt gerettet werden?

(Foto: privat)

Rehkinder (Kitze) werden von Ihrer Mutter, auch „Ricke“ o. „Geiß“ genannt, in hohen Gras- und Getreidefeldern abgelegt, damit die Ricke Zeit zur Nahrungsaufnahme hat. Durch Rufe der Kitze finden die Ricken zu ihnen zurück, um sie zum Aufsuchen von Liege- oder Schlafplätzen abzuholen. Früher waren die Landmaschinen deutlich übersichtlicher, was ein erspähen der Kitze im zu pflügenden Feld ermöglichte. Durch den Einsatz von fortschrittlichen Landmaschinen ist eine Flucht heute nahezu unmöglich, Größe und Geschwindigkeit sind die Ursachen dafür.

 

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