Erste Überraschung: wer aus der Hitze den Bürgersaal betreten hat, der ist angenehm überrascht ob dem gekühlten Ambiente das einem direkt zum Verweilen einlädt.
Zweite Überraschung: am Ende ist es fast schon ein bißchen zu kühl, – aber das nimmt man in diesen Tagen irgendwie in Kauf.
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Danach kommt eigentlich keine Überraschung mehr, denn das, was dann passiert, darf man schon fast erwarten. Wer die Musicalaufführungen, die das Gymnasium Martinum seit 1998 durchführt, kennt, wer schon mal erlebt hat, mit welcher Professionalität Michaela Glasmeier nicht als Lehrerin sondern im mehr als positiven Sinne als Mutter die Musiktheater AG leitet, der darf sich auf einen besonderen Abend freuen. – Auch den gab es gestern bei der Premiere, auch den wird es heute geben und sicherlich auch am Donnerstag (für beide Veranstaltungen sind noch Karten an der Abendkasse erhältlich).
Das Besondere bei diesen Aufführungen: es sind alles Schüler die während der Probenphase teilweise in den Abiturvorbereitungen stecken, die seit September letzten Jahres den Freitagnachmittag, den Samstag oder auch Sonntag opfern, um Texte zu lernen, Choreographien einzustudieren, Schauspiel- und Gesangsunterricht bekommen. Schüler, die sich um Bühnenbild und Kostüme kümmern.
Saturday Night Fever – steht auf dem Plakat und wird auch geliefert, mit einer unnachahmlichen Begeisterung der insgesamt 70 Akteure auf, hinter und neben der Bühne. Der Spirit der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts kommt über. Jeansjacke, Kordhose – natürlich mit Schlag, große bunte Muster in Hemden und Tapeten, vornehmlich in orange und dem markanten hell-grün, Hochsteckfrisuren – und natürlich dürfen auch die Pril-Blumen am Küchenschrank nicht fehlen.
Teilweise haben die Schüler bereits Bühnenerfahrung aus dem letzten Jahr, für viele aus dem siebten Jahrgang ist Saturday Night Fever jedoch der erste Schritt auf die berühmten Bretter. Umso mehr ist dem gesamten Ensemble hohe Anerkennung zu zollen. Das Stück spielt in einer Zeit, die sie maximal aus Erzählungen von Eltern und Großeltern kennen. Was damals Disko war, ist heute Club – aber definitiv mit neuer Musik.
Yunus Aydin, Henriette Judith und Leni Wilp als Darsteller des Tony Manerro, Stephanie Mangano und Annette überzeugen definitiv in ihren Rollen. OK – Tony setzt statt dem Falsett (der höchsten menschlichen Stimme), welches den typischen BeeGees-Charakter ausmacht, seinen tiefsten Brustton ein, aber darüber kann man hinwegsehen.
In weiteren Hauptrollen sind Leonard Richter, Ben Bröcker, Felix Alexander Künemann, Emilie Schilke, Jana Prost zu sehen.
Sicherlich hervorzuheben: Christina Schmitt, Merle Hemesath, Nike Dokters und Pia Hölscher bildeten die Choreo-Gruppe, sie haben sämtliche Tänze mit dem Ensemble einstudiert und getanzt wird eigentlich ständig – der unverwechselbare Move der 70er Jahre.
Die 15-köpfige Band, deren Abitur durchweg schon einige Jahre zurück liegen dürfte, überzeugt mit beeindruckendem Timing.
Wie sagte doch der Schulleiter des Gymnasium Martinum, Olaf Cimanowski, zu Beginn so treffend zu den Akteuren: „An dieses Musical, an diese Aufführungen, werdet Ihr Euch Euer Leben lang erinnern.“ Das wird sicherlich auch vielen im Zuschauerraum so gehen.
Es ist die Begeisterung, die begeistert!





























































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