Polizei warnt: Schockanrufe reißen nicht ab

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(Foto: pixabay)

Der Schock sitzt tief bei dem älteren Ehepaar aus Emsdetten. Es klang alles so logisch und glaubwürdig, als vor ein paar Tagen ein Mann bei den beiden anrief und von einem schrecklichen Vorfall berichtete. Der Fremde gab sich als Justizbeamter aus und erklärte, die Tochter des Ehepaars habe einen tödlichen Unfall verursacht. Dabei seien eine Mutter und ihre drei Kinder ums Leben gekommen. Und nur durch eine Zahlung einer hohen Kautionssumme im fünfstelligen Eurobereich könne eine Haft verhindert werden.

Das Ehepaar fühlt sich stark unter Druck gesetzt. Es will seiner Tochter unbedingt helfen. In dieser Situation können die Emsdettener nicht mehr klar denken. Sie übergeben an einem vereinbarten Ort den geforderten Betrag an einen unbekannten Täter.

Es ist ein weiterer dramatischer Fall, der leider kein Einzelfall ist. Immer wieder – und derzeit erneut verstärkt – stellt die Kreispolizeibehörde Steinfurt fest, dass Telefonbetrüger mit diversen Maschen, bei denen sie ihre Opfer psychisch enorm unter Druck setzen, Erfolg haben.

Zwar überwiegt die Zahl derer, die auf solche gefälschten Schockgeschichten und Geldforderungen nicht eingehen. So wie etwa in diesen Tagen bei mehreren Fällen in Altenberge mit falschen Polizeibeamten und angeblichen Gewinnen aus Gewinnspielen. Die Angerufenen wurden misstrauisch und legten auf.

Genau das sollten alle tun, wenn sie von unbekannten Personen am Telefon mit einer Schockgeschichte konfrontiert werden und sich eine hohe Geldforderung anschließt. Die Polizei rät dringend: Unterbrechen Sie das Gespräch frühzeitig, legen Sie einfach auf! Kontaktieren Sie nächstgelegene Polizeiwache oder den Polizeinotruf 110 und erstatten Sie Anzeige! Holen Sie sich im Zweifelsfall Hilfe bei nahen Verwandten und Freunden!

Folgende Betrugsmaschen wenden Kriminelle am Telefon häufig an:

   - Schockanruf: Angeblich ist ein enger Verwandter, die Enkelin 
     oder der Sohn, schuld an einem tödlichen Unfall und es muss eine
     hohe Kaution entrichtet werden, um eine Haft zu verhindern. Oder
     ein enges Familienmitglied liegt angeblich mit einer schweren 
     Krankheit im Krankenhaus und nur ein immens teures Medikament 
     kann das Leben retten.
   - Falsche Polizeibeamte: Angeblich gibt in der Nachbarschaft eine 
     Einbruchsserie - und der angebliche Polizist möchte das Bargeld 
     und die Wertsachen der Angerufenen in Sicherheit bringen.
   - Falsche Gewinnversprechen: Angeblich hat der/die Angerufene bei 
     einem Gewinnspiel einen hohen Betrag gewonnen. Um das Geld zu 
     erhalten, muss zuvor eine bestimmte Summe als Transferkosten 
     überwiesen werden.
   - Falsche Microsoft-Mitarbeiter: Ein angeblicher Mitarbeiter der 
     Software-Firma Microsoft ruft wegen angeblicher 
     Computer-Probleme. Er gibt vor, den Schaden beheben zu können, 
     wenn er die Zugriffsrechte und Passwörter erhält oder aber eine 
     bestimmte Reparatur-Software auf den PC installiert.
   - Enkel-Trick: Ein angeblich naher Verwandter - ein Enkel, eine 
     Nichte oder ähnliches - ruft an und schildert eine angebliche 
     finanzielle Notsituation. Er/sie bräuchte dringend die Hilfe des
     Angerufenen - und zwar durch einen hohen Bargeldbetrag.

Diese und andere Maschen sind perfide und leider immer wieder erfolgreich. Daher wiederholt die Kreispolizeibehörde ihre Warnung in regelmäßigen Abständen. Helfen auch Sie mit und machen Sie Verwandte und Bekannte auf die Betrugsmaschen aufmerksam. Damit niemand um sein langjährig Erspartes gebracht werden kann.

Weitere Informationen bei der polizeilichen Kriminalprävention von Bund und Ländern gibt es   H I E R

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