Polizei kontrolliert Licht an Fahrrädern

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(Foto: Kreis Steinfurt)

„Das Licht hat grade noch funktioniert!“ Das ist eine von vielen Ausreden, die Schülerinnen und Schüler haben, wenn Sie von der Polizei ohne Beleuchtung angehalten werden. Am Donnerstag (19.11.) und Freitag (20.11.) bekamen die Verkehrssicherheitsberater der Kreispolizei Steinfurt bei ihrer Beleuchtungskontrolle an der Anne-Frank-Realschule in Greven aber noch mehr zu hören. „Ich habe mein Stecklicht in der Tasche. Habe ich ganz vergessen“, ist eine weitere Alternative, die Verkehrssicherheitsberaterin Susanne Hosch zu hören bekam. Das Problem ist: Fahrradfahrer werden zur dunklen Tageszeit von den Autofahrern erst sehr spät oder sogar gar nicht mehr rechtzeitig gesehen. Und dann kommt es schnell zu Unfällen mit oftmals schlimmen Verletzungen, die vermieden werden können. Während Autofahrer automatisch das Licht einschalten, wenn sie sich zum Beispiel früh morgens auf den Weg machen, ist das bei Radfahrern leider nicht immer so. Deshalb klingeln die Wecker von acht Polizistinnen und Polizisten im Moment etwas früher. Denn sie machen sich in der dunklen Jahreszeit immer gleich frühmorgens auf den Weg zu den rund 150 Schulen im Kreisgebiet. Dort verdeutlichen sie den Kindern und Jugendlichen wie wichtig es ist, dass das Licht am Rad immer funktionsfähig und eingeschaltet ist. Bei gut 50.000 Schülerinnen und Schülern schon eine Herausforderung. Es geht bei den Beleuchtungskontrollen aber nicht darum „Knöllchen“ zu verteilen. „Gerade in der Dämmerung vergessen einige Schülerinnen und Schüler schon mal das Licht am Fahrrad einzuschalten, da sie ja „alles“ sehen können. Man muss ihnen dann kindgerecht erklären, dass sie aus Sicht eines Autofahrers nicht oder sehr schlecht zu erkennen sind“, sagt Verkehrssicherheitsberater Markus Tappe. Getreu dem Motto „Sehen und Gesehen werden“ sprechen sie mit den Schülerinnen und Schülern über die Wichtigkeit einer funktionierenden Beleuchtungseinrichtung. Sie weisen aber auch schon mal auf retroflektierende Kleidung oder Leuchtwesten hin. Wird bei einem Fahrrad ein technischer Mangel oder ein Defekt festgestellt, drücken die Beamten natürlich „kein Auge zu“. Die Schule des Schülers bekommt einen Mängelzettel ausgehändigt, der dann an die Schüler weitergegeben wird. Auch die Eltern werden über die festgestellten Mängel informiert. Dann haben die Schülerinnen und Schüler 14 Tage Zeit, um diese Mängel zu beheben. Bei den zweitätigen Kontrollen an der Anne-Frank-Realschule in Greven haben die Verkehrssicherheitsberater der Kreispolizei mehr als 100 Schülerinnen und Schüler kontrolliert. Dabei sind viele verkehrsdidaktische Gespräche geführt und insgesamt 10 Mängelzettel verteilt worden. Übrigens: Eine Weiterfahrt mit dem mangelhaften Fahrrad wird den Kindern vor Ort natürlich untersagt. Das bedeutet im Klartext: Absteigen und Schieben. In den Gesprächen mit den jungen Verkehrsteilnehmern wird auch das Thema Fahrradhelm angesprochen. Das ist ja noch freiwillig. Wer ohne Helm fährt, wird von Verkehrssicherheitsberater Markus Tappe auch schon mal nach seinem Handy gefragt. „Hat Dein Handy eine Schutzhülle?“ Darauf antworten die meisten Schülerinnen und Schüler mit „Ja“. Die prompte Antwort des Polizisten: „Warum schützt Du dann nur Dein Handy und nicht Deinen Kopf“. Den ein oder anderen regt das zumindest zum Nachdenken an. Und wenn nur einer dieser Schüler in Zukunft einen Helm beim Radfahren aufhat, haben die Polizisten einen guten Job gemacht.

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