„Pandemiebekämpfung hat Vorrang“ – Kreis Steinfurt erläutert sprunghaft gestiegene Inzidenz

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Die in den vergangenen Tagen vermeintlich ganz plötzlich gestiegene 7-Tage-Inzidenz im Kreis Steinfurt hat in der Öffentlichkeit viele Fragen ausgelöst.

„Die Zusammenhänge sind komplex“, erläutert Dr. Karlheinz Fuchs, Leiter der Stabsstelle Corona beim Kreis Steinfurt.

Am Dienstag, 13. April, gingen quasi auf einen Schlag über 1000 PCR-Testbefund-Nachmeldungen eines Labors für die zurückliegenden Tage in das IT-System des Kreises ein. „Hintergrund waren neben IT-Störungen auch ausstehende Mutationsergebnisse, die innerhalb der Laborverfahren besonderen Raum benötigen“, so Dr. Fuchs.

Jede Test-Meldung fordert von den mittlerweile rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die im Zwei-Schicht-System sieben Tage die Woche im Ermittlungsdienst des Kreises arbeiten, komplexe Dateneingaben in die Fachsoftware ISGA. Erst mit Erfassung der kompletten, inhaltlich sehr umfangreichen Meldung in ISGA werden die Daten an das Landeszentrum für Gesundheit NRW (LZG) und damit an das Robert-Koch-Institut (RKI) weitergeleitet.

„Wir haben uns im Hinblick auf eine effektive Pandemiebekämpfung natürlich zu allererst um die Bearbeitung der positiven Fälle mit der sorgfältigen Kontaktpersonennachverfolgung gekümmert und erst nachrangig die Meldeverpflichtung in den Blick genommen“, stellt Dr. Fuchs klar und verweist auf die gleichzeitig massiv steigende Anzahl der übermittelten Positiv-Befunde, die jeden Tag aufs Neue hinzukommen und abgearbeitet werden müssen. „Wichtig ist, erst die Ansteckungsketten zu unterbrechen und dann deren Meldung für die Statistik.“

Das insgesamt stark steigende Infektionsgeschehen habe die Abarbeitung des Melderückstandes zusätzlich erschwert, so dass am vergangenen Freitag entschieden wurde, den Melderückstand zwar sofort zu beheben, allerdings auf die vom System geforderten zahlreichen Zusatzangaben zu verzichten.

„Ziel dieser Maßnahme war die schnellstmöglich Korrektur der 7-Tage-Inzidenz im Hinblick auf die erforderlichen Maßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz. Die hiermit verbundene nur rudimentäre Datenerfassung müssen wir unabhängig von der nunmehr korrekt dargestellten 7-Tage-Inzidenz im Nachgang beheben.“

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