Neue Technologie zur Ortung bei Smartphone-Anrufen integriert

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Kreisdirektor Dr. Martin Sommer und Christian Westerhoff (Mitarbeiter Kreisleitstelle) demonstrieren die Advanced Mobile Location (AML) Technologie in der Kreisleitstelle.

Im Notfall zählt jede Minute. Für Rettungskräfte ist es bei Einsätzen wichtig zu wissen, wo genau Hilfesuchende zu finden sind. Möglich macht das eine Ende letzten Jahres deutschlandweit aktivierte Technologie: Advanced Mobile Location (AML) – vorausgesetzt, der Notruf wurde über ein Smartphone abgesetzt. Kreisdirektor und Ordnungsdezernent Dr. Martin Sommer hat AML in dieser Woche gemeinsam mit dem Leiter der Kreisleitstelle Dieter Krawietz getestet. Das Besondere in der Kreisleitstelle: Die abgerufenen Standortdaten stehen nun vollumfänglich im Leitsystem zur Verfügung. Sie müssen also nicht manuell übertragen werden, was eine mögliche Fehlerquelle beseitigt.

Stellten die neue Technologie bei Smartphone-Anrufen vor, die nun in das Leitstellensystem integriert wurde: Kreisdirektor und Ordnungsdezernent Dr. Martin Sommer (vorne links), Dieter Krawietz (Leiter Kreisleitstelle; vorne rechts) sowie Udo Röllenblech (Projektleiter Leitstelle; hinten links) und Christian Westerhoff (Kreisleitstelle; hinten rechts).

Martin Sommer wählt über sein Smartphone die Notrufnummer 112. Die Disponenten der Leitstelle erkennen, ohne vorher seinen Standort zu kennen, dass er sich an der Kreisleitstelle in Rheine befindet. „Bei Notrufen aus dem Mobilfunknetz wird der Einsatzort fast punktgenau automatisiert an die Leitstelle übermittelt. Auch für den Fall, dass die Verbindung abbricht und wir den Einsatzort nicht mehr gemeldet bekommen oder uns der Einsatzort nicht genau beschrieben werden kann, können wir die Position erkennen“, erklärt Krawietz. In den fast 20 Jahren als Ordnungsdezernent hat sich Sommer immer für die Weiterentwicklung der Rettungsleitsysteme interessiert und engagiert. AML ist für ihn eine wertvolle Ergänzung des bestehenden Leitsystems: „Die Technologie hilft den Rettungskräften, wenn es auf Minuten ankommt, die evtl. über Leben oder Tod entscheiden. Sie müssen nicht lange nach den Menschen suchen, die Hilfe brauchen.“ Weiterer Vorteil: AML ist keine App, die erst installiert werden muss. Bislang unterstützen die Smartphone-Betriebssysteme Android (ab Version 2.3) und iOS (ab Version 13.3) den AML-Dienst. Bei älteren Betriebssystemen ist ein entsprechendes Update erforderlich, das grundsätzlich für alle Smartphones zur Verfügung steht, wenn diese nicht schon zu alt sind. Durch ein solches Update wird AML direkt im Betriebssystem verankert konfiguriert und aktiviert.

Da ein Smartphone selbst keine Informationen hat, in welchem Leitstellen-Zuständigkeitsbereich sich der Anrufer gerade befindet, werden die Standortdaten durch AML an zwei Server in Deutschland, die sich gegenseitig als Ausfallsicherheit dienen, übermittelt. Die berechtigten Leitstellen können diese bei einem eingehenden Notruf abrufen – und der Einsatz sekundenschnell eingeleitet werden. Das Verfahren ist datenschutzrechtlich geprüft und freigegeben, sagt der Kreisdirektor und Ordnungsdezernent: „Aus Datenschutzgründen werden die übermittelten Daten nur für eine Stunde ab Zeitpunkt des Notrufs vorgehalten.“

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