„Meine Karotte wächst bis in den Himmel“

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…ganz so groß wird sie wohl nicht werden, dann gibt es Probleme bei der Ernte – andererseits dürfte das für leckeren Möhreneintopf für alle Emsdettener Einrichtungen reichen. Scherz beiseite, die Rede ist von der GemüseAckerdemie, ein Bildungsprogramm, an dem sich das Familienzentrum Heilig-Geist beteiligt. AllesDetten berichtete bereits vor zwei Wochen, als die Beete hergerichtet wurden (H I E R). Bundesweit über 800 Kindergärten und Grundschulen (in NRW etwa 120) nehmen in diesem Jahr an dem Projekt teil. Ziel ist es, den Kindern zu verdeutlichen, dass all das, was mittags auf den Tisch kommt, ja vorher auch irgendwo wachsen muss. Die Kinder sollen diesen Prozess miterleben. Lea und Kathrin von der GemüseAckerdemie waren in dieser Woche in Hollingen zu Gast.

Rudi Radieschen, Willi Wurm und Karla Kartoffelkäfer hießen die Arbeitsgruppen, in die die Nachwuchsgärtner eingeteilt wurden. Fenchel, Salat, Tomaten, Zwiebeln, Kartoffeln, Rucola, Mais, Gurken, Zucchini, Palmenkohl, Mangold, Kichererbsen, Radieschen, Möhren… all das soll an diesem Morgen angebaut werden. Zunächst galt es, die kleinen Setzlinge zu bestimmen. Da wundert man sich schon, dass aus einem kleinen Blatt schon in wenigen Wochen eine große Gurke werden soll, daß dieses kleine Saatkorn einmal als Möhre bis in den Himmel wachsen soll – jedenfalls fast.

Bevor man ernten kann, hat der liebe Gott aber nunmal den Schweiß gesetzt: so eine Gießkanne mit Wasser ist „ganz schön schwer!“ weiß dann auch Liska. Der Tatendrang ist bei allen Beteiligten gleich hoch. Während die Mädels auf den Beeten mit dem Stiel der Harke eine gerade Linie markieren, entlang derer dann mit einer kleinen Schaufel Löcher gegraben werden, sind die Jungs da schon etwas kreativer: die Rinne, in der kurz später die Kartoffeln verschwinden sollen (da wird auch schonmal mit den Händen gegraben) erinnert mehr so an einen Bachlauf, der sich ins Tal schlingert.

Wichtig dabei aber ist immer: der Boden muss zuvor gelockert werden, dann werden Löcher gegraben, je nachdem, was später eingesetzt werden soll, unterschiedlich tief. Es müssen Abstände eingehalten werden, weil die Pflanzen ja später größer werden. Die Auswahl der Pflanzen muss vorher abgestimmt werden. Nicht alle vertragen sich mit der Nachbarpflanze. Die Löcher werden jetzt mit Wasser bis an die Erdoberfläche gefüllt und erst wenn das Wasser versickert ist, werden die Samen gelegt oder die Setzlinge eingelegt. „Die Pflanzen wissen, dass die Wurzeln immer zur Feuchtigkeit hin wachsen müssen, also nach unten.“ erklärt Lea von der GemüseAckerdemie den Kindern.

Die Pflanzen, die später mal Tomatenstrauch werden sollen, haben schon Wurzeln, der Topf drumherum wird entfernt und dann zusammen mit dem Erdklumpen, der noch vom Wurzelwerk gehalten wird, ins Loch. Dieses wird mit dem übrigen Mutterboden wieder angefüllt und angedrückt. Fertig – also für heute erstmal. Jetzt müssen sich die Kids in Geduld üben, können täglich prüfen, wie das Wachstum voran geht. Vielleicht ernten sie ja tatsächlich am Ende die größte Möhre der Welt (die kleinen schmecken aber viel besser….).

Das Projekt der GemüseAckerdemie wird im Familienzentrum Hl.-Geist in diesem Jahr erstmalig durchgeführt und ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Das heißt, der jetzt angelegte kleine Gemüsegarten soll in jedem Jahr wieder beackert werden und entwickelt sich mit der Zeit. Die Grünabfälle bspw. von der weltgrößten Möhre können wieder kompostiert werden. Die Gemüsesorten rotieren jährlich von einem Beet ins nächste. Wo heute die Kartoffeln wachsen, werden vielleicht im nächsten Jahr die Radieschen stehen.

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