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Dienstag, Oktober 6, 2026
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Mehr als 60 Teilnehmende bei Informations- und Diskussionsveranstaltung der Landfrauen und des Kreises Steinfurt

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(Foto: Böing / Kreis Steinfurt)

Eine immer älter werdende Gesellschaft und ein daraus resultierender möglicher Pflegenotstand, ein wegen knapper öffentlicher Kassen drohendes geringeres Mobilitätsangebot und der wegen zunehmender Krisen, Katastrophen und Bedrohungen immer existentieller werdende Bevölkerungsschutz: Das sind die Themen, die die Menschen im Kreis Steinfurt bewegen. Der Infokreis der Landfrauen und der Kreis Steinfurt hatten deshalb zu einer gemeinsamen Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Gut vorbereitet in die Zukunft: Demografie, Pflege, Mobilität und Bevölkerungsschutz im Kreis Steinfurt“ ins Steinfurter Kreishaus eingeladen. Mehr als 60 Bürgerinnen und Bürger nahmen an dieser Veranstaltung im Großen Sitzungssaal teil.

„Wir wollen genauer hinschauen und Ihnen aufzeigen, wie sich der Kreis Steinfurt bereits auf die aktuellen und künftigen Herausforderungen vorbereitet hat und wie gut der Kreis auf künftige Krisensituationen reagiert und ihnen begegnet“, sagte Landrat Dr. Martin Sommer in seiner Begrüßung und ergänzte: „In dieser Informations- und Diskussionsveranstaltung geht es darum, wie wir in Zukunft in unserem Kreis Steinfurt leben – und was wir heute tun können, damit unsere Region auch morgen lebenswert, gut versorgt und sicher bleibt.“

Nach einem herzlichen Willkommensgruß von Anita Raing vom Infokreis der Landfrauen Kreis Steinfurt starteten die Referentinnen und Referenten aus der Kreisverwaltung mit ihren Vorträgen. Roswitha Reckels (Dezernentin für Schule, Kultur, Sport, Jugend und Soziales), Carsten Rehers (Dezernent für Planen, Bauen, und Umwelt) sowie Dr. Karlheinz Fuchs (Dezernent für Gesundheit und Bevölkerungsschutz), referierten zusammen mit Ann Kathrin Lindemann (Stabsstelle Kommunale Pflegeplanung), Silke Wesselmann (Leiterin Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit), Jürgen Blömker (Leiter Kreisbauamt), Udo Schneiders (Leiter Amt für Planung, Naturschutz und Mobilität) und Rabea Köhler (Stabsstelle Gesundheitlicher Bevölkerungsschutz) standen den Teilnehmenden nach ihren Vorträgen zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Bis zum Jahr 2040 wird der Anteil von Menschen mit Pflegebedarf (ohne Pflegegrad 1) um rund 28 Prozent auf fast 30.000 Bürgerinnen und Bürger im Kreis Steinfurt steigen. Darüber hinaus werden bis 2040 etwa 700 Pflegefach- und 600 Pflegehilfskräfte im Kreis Steinfurt benötigt, um den heutigen Standard halten zu können. Aktuell sei der Kreis Steinfurt im Vergleich zu anderen Regionen gut aufgestellt, benötige aber für die Zukunft alternative Modelle, betonte Ann Kathrin Lindemann.

(Foto: Böing / Kreis Steinfurt)

Silke Wesselmann stellte das LEADER-Projekt „WohnWege 55+ ­– Bedürfnisorientierte Beratung zur Wohnraumnutzung im Alter“ vor. Es entwickelt Beratungs- und Informationsformate, die über Möglichkeiten zur Wohnraumveränderung informieren und eine Vernetzungsplattform für Interessierte schaffen. Ab 2027 können ältere Menschen eine individuelle Beratung zu ihrer Lebens- und Wohnsituation erhalten.

Jürgen Blömker beleuchtete den im Kreis Steinfurt schwer nachvollziehbaren, hohen Wohnungsmietzins und hob die hohe Fördersumme bei der Wohnraumförderung im Kreis hervor. Gleichzeitig teilte er mit, dass mittelfristig geplant sei, in landwirtschaftlichen Betrieben den Einbau von bis zu vier privilegierten Wohnungen zu erlauben.

Udo Schneiders unterstrich, dass der ÖPNV mit fast 190 Buslinien ergänzt durch Bürgerbusse im Kreis Steinfurt gut aufgestellt sei und sukzessive mit weiteren Buslinien erweitert wurde. Mit Blick auf zukünftige Herausforderungen einer Mobilitätsgestaltung sei die jüngst beauftragte Machbarkeitsstudie für On-Demand-Verkehre von großer Bedeutung. Darüber hinaus werde das ohnehin vorbildliche Radwegenetz noch durch das Projekt Kanalradweg ausgedehnt.

Rabea Köhler vervollständigte den Vortrag von Dr. Karlheinz Fuchs mit konkreten Verhaltensweisen bei Krisen und Katastrophen sowie mit anschaulichen Vorschlägen, wie eine Eigenvorsorge betrieben werden soll. So gehören Lebensmittel- und Trinkwasservorräte sowie alternative Kochgelegenheiten zu den Bausteinen für eine gute Vorbereitung.

Am Ende der Veranstaltung bedankte sich Anita Raing im Namen der Landfrauen bei den Referentinnen und Referenten des Kreises Steinfurt für die stichhaltigen Vorträge und bei Kirsten Weßling (Leiterin Amt für Kultur, Tourismus und Heimatpflege) nebst ihrem Team für die gute Vorbereitung

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