Wie wirken sich umfangreiche Dokumentationspflichten auf den Betriebsalltag aus? Welche Herausforderungen bestehen für Unternehmen mit starkem Saisongeschäft? Und wie kann die Verwaltung betriebliche Entwicklungsvorhaben unterstützen? Über diese und weitere Fragen tauschte sich Landrat Dr. Martin Sommer jetzt bei einem Besuch der Confiserie Rabbel GmbH in Westerkappeln aus.
Dr. Martin Sommer besucht Confiserie Rabbel in Westerkappeln
Der Besuch fand im Rahmen der Reihe „Landrat im Dialog mit Unternehmern vor Ort“ statt. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt (WESt), der Wirtschaftsvereinigung für den Kreis Steinfurt (WVS) sowie dem Bürgermeister der Gemeinde Westerkappeln informierte sich der Landrat über die Entwicklung des Unternehmens, die Zusammenarbeit mit den Behörden und über besondere Herausforderungen.

Zu Beginn stellten der geschäftsführende Firmeninhaber Christian Rabbel und Vetriebsleiterin Mehtap Rabbel den Betrieb und seine Entwicklung vor. Die Confiserie Rabbel verbindet traditionelles Konditorenhandwerk mit moderner Produktion und entwickelt ihre Produkte, Rezepturen und Verpackungen im eigenen Haus. Ein wichtiger Schritt in der Unternehmensentwicklung war die Übernahme weltweiter Markenrechte und Originalrezepturen der Leysieffer Confiserie im Juli 2025. Damit erweitert Rabbel sein Sortiment um eine bundesweit bekannte Traditionsmarke und schafft zusätzliche Chancen für Wachstum und die Ansprache neuer Kundengruppen. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 100 Mitarbeitende. In Spitzenzeiten rund um das Weihnachtsgeschäft wächst die Belegschaft auf bis zu 180 Beschäftigte an.
Austausch über Unternehmensentwicklung, Zusammenarbeit und Herausforderungen
Im anschließenden Gespräch standen insbesondere bürokratische Anforderungen im Mittelpunkt. Inhaber Rabbel schilderte, wie umfangreiche Vorgaben im Verpackungsbereich zusätzliche personelle und zeitliche Ressourcen binden. Auch Nachweisanforderungen zur Herkunft des eingesetzten Kakaos stellen den Betrieb vor Herausforderungen. Dazu gehören detaillierte Angaben zu Anbauflächen in den Herkunftsländern, etwa die Erfassung genauer Längen- und Breitengrade von Flächen in Afrika. Aus Sicht des Unternehmens verdeutlichen diese Beispiele, wie aufwendig die praktische Umsetzung regulatorischer Vorgaben entlang internationaler Lieferketten sein kann.

Landrat Dr. Martin Sommer hob die Bedeutung des unmittelbaren Austauschs hervor: „Im direkten Gespräch erfahren wir, welche Anforderungen die Unternehmen im Alltag besonders beschäftigen und wo Unterstützung gebraucht wird. Betriebe wie die Confiserie Rabbel stehen für handwerkliches Können, unternehmerischen Ideenreichtum und Arbeitsplätze in unserer Region. Damit sie sich weiterentwickeln können, brauchen sie verlässliche Rahmenbedingungen und eine Verwaltung, die ihre Handlungsmöglichkeiten nutzt und Vorhaben konstruktiv begleitet.“
Dass diese Zusammenarbeit vor Ort bereits gut gelingt, betonte Christian Rabbel ausdrücklich. Die Unterstützung durch die Kreisverwaltung wurde als schnell, verlässlich und lösungsorientiert beschrieben. Insbesondere bei Erweiterungsvorhaben und der Installation von Photovoltaikanlagen habe sich die gute Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen bewährt.
Bei einem Betriebsrundgang erhielt der Landrat Einblicke in die Herstellung der Confiserieprodukte und die verschiedenen Arbeitsschritte. Dabei blieb es nicht beim Zuschauen: So durfte Sommer selbst Hand anlegen und Torten verzieren. Eine kleine Verkostung ergänzte den Rundgang und bot Gelegenheit, die Produkte des Unternehmens kennenzulernen.
Zum Abschluss zog der Landrat ein positives Fazit: „Der Besuch hat gezeigt, mit wie viel Können und Engagement hier gearbeitet wird. Zugleich nehmen wir konkrete Hinweise zu den Herausforderungen des Betriebs mit. Besonders freut mich die positive Rückmeldung zur Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung. Sie bestärkt uns darin, Unternehmen bei ihren Entwicklungsvorhaben weiterhin verlässlich und praxisnah zu unterstützen.“
Mit der Reihe „Landrat im Dialog mit Unternehmern vor Ort“ pflegt Landrat Dr. Martin Sommer gemeinsam mit der Wirtschaftsvereinigung für den Kreis Steinfurt, der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt und den Kommunen den regelmäßigen Kontakt zu Unternehmen im Kreis Steinfurt. Ziel ist es, aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Perspektiven der regionalen Wirtschaft aus erster Hand aufzunehmen und daraus Impulse für die weitere Arbeit abzuleiten.




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