Ob Kühlschrank, Laptop, Handynetz, Bankautomat oder Herd – für viele Bereiche des alltäglichen Lebens ist Strom grundlegend und notwendig. Grundsätzlich ist das Stromnetz in Deutschland sehr stabil. Dennoch können beispielsweise extremes Wetter, Cyberangriffe oder Sabotageakte einen längeren Stromausfall verursachen, der zu großen Einschränkungen führt. „Bei einem Stromausfall muss die Bevölkerung einen kühlen Kopf bewahren, da ein solches Geschehen große Auswirkungen auf das alltägliche Leben hat“, erklärt Dr. Karlheinz Fuchs, Dezernent für Gesundheit und Bevölkerungsschutz des Kreises Steinfurt und ergänzt: „Der Ausfall der Stromversorgung kann ernste Folgen haben. Dieses Ereignis ist auch im Kreis Steinfurt nicht ausgeschlossen, weshalb vorbereitende Maßnahmen zwingend erforderlich sind.“
Dazu gehört für Haushalte etwa ein Vorrat an Kerzen, Feuerzeugen, Taschenlampen und Batterien, um bei einem Stromausfall auch in der Nacht für Beleuchtung zu sorgen. Nützlich sind auch Powerbanks und Ladegeräte für Batterien, die mit Solar betrieben werden und die Nutzungszeit elektronischer Geräte verlängern können.
Um kontinuierlich mit Informationen und Hinweisen der Behörden versorgt zu werden, ist ein Kurbelradio sinnvoll. Es lässt sich über eine Handkurbel aufladen und verfügt über integrierte Akkus, sodass es auch ohne Strom funktioniert. Im Kreis Steinfurt ist der lokale Sender Radio RST mit Notstrom versorgt, sodass auch im Falle eines längerfristigen Stromausfalles die Bürgerinnen und Bürger im Kreis mit den wichtigsten Informationen versorgt werden können.
Ein Stromausfall im eigenen Zuhause sorgt für Einschränkungen des gewohnten Alltags, beispielsweise bei der Lagerung gekühlter Lebensmittel. Wenn Gefrier- und Kühlschränke ausfallen, sollten verderbliche Lebensmittel am kühlsten Ort im Haus gelagert werden und möglichst schnell verbraucht oder entsorgt werden. Auch Kochen wird ohne Strom zur Herausforderung, weil Elektroherde nicht mehr funktionieren. Mit einem Gasherd, Campingkocher oder Grill können warme Mahlzeiten dennoch zubereitet werden. Achtung: Viele dieser Geräte dürfen nur draußen verwendet werden. In Innenräumen besteht Erstickungsgefahr!
Auch Heizungen funktionieren ohne Strom nicht. Bei Kälte kann das zu einem ernsten Problem werden. Um auf eine solche Situation vorbereitet zu sein, sollten Decken, dicke Kleidung und Schlafsäcke im Haushalt vorhanden sein, mit denen die Körperwärme gehalten werden kann. Für angenehme Temperatur in den Innenräumen kann der Einsatz von einem Gasheizer, Ethanolkamin oder Petroleumofen sorgen. Wichtig ist, dass die Geräte für Innenräume zugelassen sind, um eine Gefahr für Menschen – zum Beispiel durch einen Brand oder eine Kohlenmonoxidvergiftung – zu verhindern. Zudem ist ein regelmäßiger Sauerstoffaustausch durch Lüften sinnvoll.
Im Kreis Steinfurt sind bereits umfassende Maßnahmen umgesetzt worden, um die Infrastruktur und die Bevölkerung auf einen längerfristigen Stromausfall vorzubereiten. Dazu gehört unter anderem der Aufbau von Katastrophenschutz-Leuchttürmen (kurz: KAT-L). Darunter fallen Gebäude, die Hilfesuchenden als Orientierungspunkte und Anlaufstellen bei einem Stromausfall dienen sollen. Die Städte und Gemeinden im Kreis Steinfurt haben dafür verschiedene Objekte festgelegt, die notstromgesichert sind und über stromunabhängige Kommunikationsmittel verfügen. Sie werden lageabhängig durch die jeweilige Kommune eingerichtet. Weitere Informationen und Hinweise für die Bevölkerung gibt es online unter www.kreis-steinfurt.de/gesundheitlicherbevölkerungsschutz.
Zum Hintergrund: Mit der Kampagne „#krisenfeST – Hier lebt’s sich gut & sicher.“ informiert der Kreis Steinfurt über verschiedene Schwerpunkte des Bevölkerungsschutzes und wichtige Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge. In regelmäßigen Pressemitteilungen und Instagram-Beiträgen werden verschiedene Themen aufgegriffen – von Hinweisen zu Notfallgepäck und Warnsystemen bis hin zu wichtigen Telefonnummern und Anlaufstellen im Kreis Steinfurt.




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