Es ist ja die Hauptaufgabe einer Gleichstellungsbeauftragten auf alle Menschen zu zugehen und sie in ihrer Vielfalt zueinander zu bringen, miteinander bekannt zu machen. Aber man merkte der Beauftragten der Stadt Emsdetten, Tanja Heuer, bei der Begrüßung der Besucher der Ausstellung „Körperpoesie – Die Ästhetik des Andersseins“ ein klein wenig Freude an. Freude, weil diesmal nicht sie auf Menschen zugehen musste, sondern Elena Entrup auf sie zugekommen war und die Ausstellung damit initiiert hat. Elena Entrup hat ihr Studium mit einer Arbeit über Menschen mit Behinderung beendet. Eindrucksvolle Fotos stehen dabei im Mittelpunkt. Bilder von Menschen mit Dysmelie, einer vor der Geburt entstandenen Fehlbildung von Gliedmaßen. Und wenn man die Bilder im Rathaus anschaut wird die Intention der Arbeit deutlich: im Mittelpunkt steht nicht die Fehlbildung, sondern die schöne Darstellung der Menschen, die Ästhetik.
Auf einem Tisch in der Ausstellung lag, wie beiläufig, der Text zu der Arbeit von Elena Entrup. Selbst bei einem schnellen Durchblättern ist eine Anmerkung – eigentlich eine selbstverständliche – ins Auge gesprungen: sie nennt die Models auf den Fotos nicht Behinderte, sondern Menschen mit Behinderung. Eigentlich eine Kleinigkeit, aber auch die Sprache und der bewusste Umgang mit Worten bewirkt vieles.
Eine zweite Auffälligkeit bei dieser Ausstellung ist ein Video auf einem Monitor am Rande. Sensibilisiert durch die Bilder bemerkt man in diesem Video neben der Ästhetik des Andersseins, den selbstverständlichen Umgang damit. Man erkennt Fähigkeiten, die nur Staunen hervorrufen. Das Lackieren von Fingernägeln an der einzigen Hand erheischt Respekt.

Schön, das diese Ausstellung noch bis zum 17. September 2026 den Besuchern, die meist aus ganz anderen Interessen das Rathaus besuchen, ins Auge fallen wird.








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