Klischeefreie Berufswahl

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Viele Wege führen in den Beruf: eine Ausbildung in einem Betrieb oder an einer Fachschule, ein Studium oder auch eine Kombination aus beidem. Aber egal, wie sich junge Menschen entscheiden: Wichtig ist, dass Klischees außen vor bleiben.

Bei der Berufs- oder Studienwahl sollte es in erster Linie um Neigungen und persönliche Interessen gehen. Dennoch spielen Geschlechterklischees auch heute noch eine nicht zu unterschätzende Rolle. Sie tragen dazu bei, dass es frauen- bzw. männerdominierte Berufe und Studiengänge gibt. Frauen suchen sich eher einen SAGE-Beruf (Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege, Erziehung und Bildung) aus, Männer hingegen wählen eher einen Beruf aus dem MINT-Bereich (Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik).

Im Jahr 2018 wählten 96 Prozent der Männer und nur 4 Prozent der Frauen den Beruf der Kraftfahrzeugmechatronikerin oder des Kraftfahrzeugmechatronikers. Hingegen waren 98 Prozent der Auszubildenden zur Medizinischen Fachangestellten oder zum Medizinischen Fachangestellten weiblich und damit nur zwei Prozent männlich.

Zusätzlich zu dieser geschlechtlich sehr stark geteilten Berufswahl kommt hinzu, dass sowohl Männer als auch Frauen sich auf einen ganz kleinen Teil möglicher Berufe einengen lassen. Mehr als 70 Prozent der Frauen und 57,2 Prozent der Männer wählen einen der TOP20 Ausbildungsberufe. Dabei gab es im Jahr 2021 in Deutschland insgesamt 324 anerkannte Ausbildungsberufe! Darunter sind auch so spannende aber auch eher unbekannte Berufe wie Chirurgiemechaniker/in, Fachkraft für Fruchtsafttechnik, Pflanzentechnologin/Pflanzentechnologie, Servicefachkraft für Dialogmarketing, Süßwarentechnologin/ Süßwarentechnologie, Milchtechnologin/Milchtechnologe, Weintechnologin/Weintechnologie oder Pharmakant/in.

Auch Eltern haben im Prozess der Berufswahl ihrer Kinder eine tragende Rolle. Von ihrer Seite ist stets zu signalisieren, dass die Berufswahl auf den Kriterien der eigenen Interessen, Fähigkeiten und Neigungen beruhen sollte. Die Unterstützung der Eltern erfolgt sodann unabhängig von möglichen gesellschaftlichen Erwartungen in Bezug auf die Berufswahl.

Eine gute Gelegenheit, in „geschlechtsuntypische“ Berufsbilder hineinzuschnuppern ist der Girls‘ und Boys‘ Day, der immer am letzten Donnerstag im April stattfindet. Die Stadt Emsdetten beteiligt sich auch in diesem Jahr wieder an dem Aktionstag. Es werden je 10 Plätze für Mädchen (z. B. als Garten- und Landschaftsbauerin oder als Tierpflegerin) und 10 Plätze für Jungen (z. B. als Sachbearbeiter im Bürgerbüro oder als Medienkaufmann) angeboten. Eine vollständige Übersicht über die Berufsbilder sowie die Voraussetzungen für eine Teilnahme stehen auf der Seite zum Girls‘ und Boys‘ Day unter www.emsdetten.de zur Verfügung.

Eine Anmeldung zum Girls‘ und Boys‘ Day bei der Stadt Emsdetten ist per E-Mail an gleichstellung@emsdetten.de möglich.

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