Kartoffelkäferplage in Hanfelde

8
1493
(Foto: privat)

„Anfangs waren es gefühlt 20, vielleicht 50 Kartoffelkäfer, die man am Tag weggefegt hat.“ Dieses „anfangs“ ist jetzt etwa drei Wochen her, aus den 20 wurden zunächst hunderte, mittlerweile sind sie schon nicht mehr zählbar. Karl-Heinz Wulfers wohnt an der Liegnitzer Straße, er und seine Nachbarn in gleich mehreren Straßenzügen im Gebiet „Hanfelde“ haben derzeit ein massives Problem: Wo man auch hinschaut, es krabbelt – und wenn man länger an einem Ort stehen bleibt, dann kribbelt es auch, denn die Leptinotarsa decemlineata, besser bekannt als Kartoffelkäfer, scheuen auch nicht davor zurück, in Hosenbeinen auf Nahrungssuche zu gehen, das musste der Verfasser dieses Beitrages selber feststellen.

(Foto: privat)

„Wenn die in großen Prozessionen über die Straße marschieren, das sieht aus, als würden die einen Tanz einüben.“ Der Humor ist ihm nicht vergangen, so wirklich Lachen kann er aber selber nicht darüber. Die Fenster in seinem Haus haben alle ein undurchlässiges Fliegengitter. Die Türen sind abgedichtet, unten liegen Handtücher. „Die Kellertreppe ist schwarz von Käfern.“ Regelmäßig sieht man die Nachbarn fegen, der Effekt ist aber jeweils nur kurzlebig.

Ursprung ist ein angrenzendes Maisfeld. Auf diesem Feld sind im vergangenen Jahr Kartoffeln angebaut und, wie uns Wulfers erklärt, wohl nicht alle abgeerntet worden. Das führte dazu, dass sich die Käfer-Maden im Erdreich eingenistet und vermehrt haben. Der milde Winter dürfte diesen Prozess begünstigt haben.

„Weder bei der Stadt Emsdetten, noch beim Veterinäramt in Steinfurt noch bei der Landwirtschaftskammer in Saerbeck konnte uns geholfen werden.“ zeigt Wulfers spürbar Unverständnis für die Reaktionen. Wulfers und auch seine Nachbarn fühlen sich nicht ernst genommen.

Beim Weggehen knackt es wieder unter den Füßen und man muss aufpassen, dass man nicht ausrutscht. Vorm Einsteigen ins Auto einmal kräftig schütteln um keine blinden Passagieren mitzunehmen.

Der Rentner von der Liegnitzer Straße sieht „schwarz“, was den bevorstehenden Sommer angeht.

(Foto: Schwegmann)

8 Kommentare

  1. Das kommt davon,wenn man ganz auf Pestizide verzichten muss.
    Die Grünen werden sicher auf unseren Kartoffelfeldern die Käfer von Hand entfernen.
    Wie früher im Krieg…
    Die Viecher können die ganze Ernte zunichte machen.

    • „Der milde Winter dürfte diesen Prozess zusätzlich begünstigt haben“ – denn ohne längere Frostperioden überleben deutlich mehr Kartoffelkäfer und deren Larven. Doch das allein erklärt die Situation nicht. Über Jahrzehnte hinweg hat man systematisch die Lebensräume der natürlichen Feinde des Kartoffelkäfers zerstört – etwa durch Monokulturen, den Rückgang von Hecken, Blühstreifen und strukturreichen Feldrändern. Diese ökologischen Nischen fehlen heute vielerorts, wodurch sich der Schädling nahezu ungehindert ausbreiten kann.

      Hinzu kommt, dass grundlegende Maßnahmen wie das zeitnahe Abernten und anschließende Untergraben der Felder – also das Entfernen von Brutstätten – oft vernachlässigt werden. Stattdessen wird reflexartig auf Pestizide gesetzt, die zwar kurzfristig wirken, aber das Problem langfristig verschärfen: Sie töten nicht nur den Käfer, sondern auch seine natürlichen Gegenspieler. So entsteht ein Teufelskreis, der in regelmäßigen Abständen zur nächsten Plage führt.

      Aber klar – schuld sind natürlich die ‚fehlenden Pestizide’…

      • Ich lade die Öko-Brüder und Schwestern gerne zum analogen aufsammeln und vernichten der Käfer, also ohne Einsatz von Pestiziden, ein. Diese sollten aber Zeit und Geduld aufbringen.

  2. Die Beschreibung des Verfassers ist noch milde ausgedrückt, aber was bringt dies alles. Zu spät!!!
    Die Käfer kommen trotz Aufregung!
    Im Sommer diesen Jahres dürfen “ Hanfelder “ zuhause im Haus bleiben, alle 15′ Minuten die Käfer einsammeln, töten und in die Restmülltonne entsorgen!
    Schönen Urlaub!

  3. Am Acker, den Häusern und auf der Lindenstraße, gegenüber der Gartenanlage, habe ich keine Kartoffelkäfer gesehen! Was hat der Bauer richtig gemacht und was hat der Bauer in Hanfelde falsch gemacht?

  4. Moinmoin!
    So sah es bei uns auf der Lehmkuhle auch aus. Wir haben uns von Raiffeisen beraten lassen und mit BIO Insekten frei von NEEM gespritzt. Es hat gut geholfen – und geht schneller als Käfer mit Hand aufsammeln.

    • Auch ich habe mich bei der Raiffeisen beraten lassen und das gleiche Mittel für viel Geld erworben. Wirkung gleich NULL!!! Das Geld kann man sich sparen.
      Auch das Produkt „ARDAP Pro“, welches man nur nach einem Beratungsgespräch erhält, zeigte keinerlei Wirkung!

Schreibe einen Kommentar zu BioBen Antwort abbrechen

Die Kommentare werden erst nach Prüfung freigeschaltet. Kommentare ohne Hinweis auf den Verfasser (vollständiger Klarname) oder gar mit vorsätzlich falscher E-Mail-Adresse werden nicht veröffentlicht! Wir bitten Sie, bei Ihren Kommentaren sachlich zu bleiben und sich einer angemessenen Formulierung zu bedienen.

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Danke für Ihre Nachricht. Wir werden diese schnellst möglich bearbeiten.