Im Garten mit Jacky (2.)

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(Foto: Schwegmann)

Ich bin Jacky aus Emsdetten und ich nehme Dich mit in meinen Garten, so wie er wirklich ist: nicht perfekt, aber voller Leben.

Stauden im Frühling – was jetzt wirklich Sinn macht

Der Frühling ist für mich in jedem Jahr der Moment, in dem der Garten langsam wieder aufwacht und genau dann rücken die Stauden automatisch in den Fokus. Aber ganz ehrlich: Man muss jetzt nicht direkt alles radikal zurückschneiden und komplett neu bepflanzen. Viel wichtiger ist es, erstmal genau hinzuschauen.

(Foto: Uda)

Viele Stauden zeigen im Frühjahr schon die ersten frischen Austriebe. Und genau daran kannst Du Dich orientieren: Alles, was schon neu austreibt, darf vorsichtig zurückgeschnitten werden. Dabei gilt, lieber etwas weniger als zuviel. Alte Stängel ruhig Stück für Stück entfernen und nicht alles auf einmal „nieder machen“. Oft verstecken sich darunter schon neue Triebe oder sogar kleine Insekten, die den Winter dort verbracht haben.

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Was ich selbst total liebe: Im Frühjahr kleine Lücken im Beet zu nutzen. Nach dem Winter sieht man oft ganz gut, wo noch etwas fehlt oder wo ein bisschen mehr Struktur guttun würde. Genau jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, um neue Stauden zu ergänzen. Dabei musst Du gar nicht kompliziert planen. Achte einfach auf unterschiedliche Höhen und vielleicht ein bisschen Abwechslung in Blattformen, der Rest ergibt sich oft ganz von selbst.

(Foto: Uda)

Richtig spannend wird es beim Thema Vermehrung. Viele klassische Gartenstauden lassen sich im Frühjahr ganz unkompliziert teilen – zum Beispiel Storchschnabel oder Frauenmantel, aber auch robuste Pflanzen wie Katzenminze oder Salbei sowie größere Stauden wie Sonnenhut oder Fetthenne, die dadurch sogar wieder kräftiger wachsen. Das klingt aufwendiger, als es ist – meistens brauchst Du nur einen Spaten und ein bisschen Mut. Die einzelnen Stücke setzt Du dann einfach wieder ein, gießt sie gut an und lässt die Natur den Rest machen.

(Foto: Uda)

Aber auch eine Vermehrung durch Stecklinge ist bei einigen Stauden möglich. Einfach einen ca. 10 cm langen gesunden Trieb abschneiden, in die Erde stecken und feucht halten – oft wachsen daraus ganz unkompliziert neue Pflanzen. Ich zupfe dafür auch von 1/3 der Stecklinge alle Blätter ab und schneide auch die oberste Spitze. So kann der kleine Steckling seine Energie in das Wurzelwachstum stecken. Das Ganze funktioniert zum Beispiel super bei Lavendel, Rosmarin, Prachtkerze, Fetthenne, Ysop oder Katzenminze (siehe Fotos). So einfach bekommst du viele neue kleine Staudenbabys.  Du kannst deine Staudenstecklinge einfach in einen Topf stecken oder so wie ich eine Multi-Topf-Platte nutzen, völlig egal. Nach ein paar Wochen wurzeln sie an, es entstehen neue Blätter und du kannst deine Staudenbabys umpflanzen, wenn du möchtest.

Und genau das mag ich so am Frühling im Staudenbeet: Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen. Es geht darum, den Garten weiterzuentwickeln – Schritt für Schritt. Ein bisschen zurückschneiden, hier und da etwas ergänzen, umpflanzen und vielleicht sogar neue Pflanzen aus den Eigenen gewinnen.

(Foto: Uda)

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