Im Garten mit Jacky (11.)

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(Foto: Schwegmann)

Hey, ich bin Jacky und freue mich, Euch heute einen kleinen Gartentipp vorzustellen, der oft unterschätzt wird, aber einen großen Unterschied machen kann: den Remontierschnitt. Wer sich im Sommer über verblühte Stauden ärgert, kann mit einem gezielten Rückschnitt häufig eine zweite Blüte im selben Jahr fördern.

Remontierschnitt bei Stauden – So sorgt ein einfacher Schnitt für eine zweite Blüte

Viele Stauden investieren nach der ersten Blüte ihre Kraft in die Samenbildung. Für die Pflanze ist das völlig natürlich, denn ihr Ziel ist es, sich zu vermehren. Für uns Hobbygärtner bedeutet das allerdings oft: Die Blütenpracht ist schneller vorbei, als uns lieb ist. Genau hier kommt der sogenannte Remontierschnitt ins Spiel.

Beim Remontieren werden verblühte Blütenstände und ein Teil der Triebe zurückgeschnitten. Dadurch wird die Pflanze angeregt, neue Triebe und oftmals sogar neue Blüten zu bilden. Gleichzeitig wirkt das Beet wieder deutlich gepflegter und frischer.

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Besonders gut funktioniert diese Methode bei Stauden wie Storchschnabel, Katzenminze, Frauenmantel, Rittersporn, Sterndolden oder einigen Salbei-Arten. Auch manche Glockenblumen und Margeriten reagieren positiv auf einen Rückschnitt nach der ersten Blüte.

Der richtige Zeitpunkt ist erreicht, sobald die Hauptblüte weitgehend vorbei ist. Dabei muss man keine Angst haben, beherzt zur Schere zu greifen. Viele Stauden können um ein Drittel bis sogar die Hälfte eingekürzt werden. Wichtig ist lediglich, dass noch ausreichend gesundes Laub stehen bleibt, damit die Pflanze weiterhin Energie durch die Photosynthese gewinnen kann.

Nach dem Schnitt freut sich die Staude über etwas Aufmerksamkeit. An heißen Sommertagen sollte ausreichend gegossen werden, damit sie keinen zusätzlichen Stress erleidet. Wer möchte, kann außerdem eine kleine Portion Kompost oder organischen Dünger geben. Das unterstützt die Pflanze beim Neuaustrieb.
Natürlich klappt eine zweite Blüte nicht bei jeder Staude und auch nicht in jedem Jahr gleich stark. Wetter, Standort und Wasserversorgung spielen ebenfalls eine Rolle. Trotzdem lohnt sich der Versuch fast immer, denn selbst wenn keine üppige zweite Blüte entsteht, entwickelt die Pflanze meist frisches, gesundes Laub und sorgt wieder für ein ordentliches Erscheinungsbild im Beet.

In meinem Garten gehört der Remontierschnitt mittlerweile zur sommerlichen Routine. Gerade bei Katzenminze und Steoppensalbei bin ich jedes Jahr aufs Neue überrascht, wie schnell die Pflanzen nach dem Rückschnitt wieder austreiben. Oft dauert es nur wenige Wochen, bis sich die ersten neuen Blüten zeigen.

Mein Tipp für Gartenanfänger: Probiert es einfach aus! Beobachtet eure Stauden nach der ersten Blüte und testet den Remontierschnitt zunächst an einer oder zwei Pflanzen. So bekommt ihr schnell ein Gefühl dafür, welche Arten in eurem Garten besonders gut auf diese Maßnahme reagieren.

Mit wenig Aufwand könnt ihr eure Staudenbeete länger attraktiv halten und euch oft über eine zusätzliche Blütenrunde bis in den Spätsommer freuen.

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