Weihnachten 1972 spielt eine ganz besondere Rolle in den Erinnerungen von Berthold Jürgens. Er erzählt uns in plattdeutscher Sprache von den prägenden Ereignissen aus seiner Kindheit und erhält dafür eine „Wundertüte“ mit allerlei Zubehör und nützlichen Dingen von PC Schulte.
Ihr Kinderlein kommet
Am 8. Dezember Niegenteihnhunnerttweeunsiemsig (1972) fong de Winter an un hörde an’n 15. März Dreiunsiemsig (1973) up.
Wi wassen all fief Kinner in’n Huuse. Ik sin kuort vüörhiär 12 Jaohr aolt wuorn un was de Äölste von ussen Tropp.
Et gong met grauten Tratt up Wiehnachten to un wi sungen alle Dage: „Ihr Kinderlein kommet.“
Usse Moder segg to us Dötzkes nao de Schoole: „Bliewt in Huuse, dat is bitter kaolt buuten.“
Wi spielden dann Mensch-ärgere-dich-nich, Halma, Knobeln off Iärgern. Mien Süster, wat usse enzigste Wichtken was, spiellde met iöre Püppkes. Wi Jungens auk gääne met usse Autos of met ussen Buernhoff. Verstoppen un Fangen, Football un all so‘ Wiärk wat us in’n Kopp kam.
Aower immer wieer wassen wi an’t Singen: „Ihr Kinderlein kommet“.
Usse Moder sung van de Engels in’n himmlischken Gaorn. Wiehnachten, an’n Hillig Aobend sungen wi: „Oh Tannenbaum“ un auk usse Lied: „Ihr Kinderlein kommet“.
Up de Tellers wassen sölwes backte Plätzchen, Nüete, Bömskes un füör jeden von us eenen Schoko-Wiehnachtsmann.
Ne Kleinigkeit to’t Spielen gaff’t auk.
Jeder von us kreeg een paar Fuusthanschken un nen Schal.
Usse Moder kreeg ne niee Schüörte un usse Vader kreeg nen nieen Kiedel un Wiärktüüch.
Dann kam dat niee Johr, un wi sungen immer noch: „Ihr Kinderlein kommet“.
An’n siemten Jenner was et dann sowiet – de Klapperstuork was nachts bi us in Huuse.
Üöwer Nacht kammen bi us een Wichtken un een Jüngsken an.
Nu wassen wi siem Kinner. Ik äs Äölste sagg to miene Moder bi mienen Besöök an üör Wiärkenbedde: „Een Bröërken off een Süster dat was patt noog west ower forts twee up eenen Schlagg dat was doch to viel an Siängen.“ – Ik was reinewech gräsig uns sagg to miene Aöllern: „Ik sing nie wieer ‚Ihr Kinderlein kommet!'“
Wenn man miene Moder glaiwen draff, dann häww dat aower bloß bes’t naichste Jaohr vüör Wiehnachten anhollen.
Aower alle Jaohre in de Wiehnachststiedt dao föllt mi dat wieer in. Ik wünschke ju allbineen schöne Wiehnachten un huop dat ju düsse Geschichte gefallen häww.




Lieber Berthold,
dankeschön, für allerliebsten Bericht aus deiner Kindheit. Da spricht deine Seele. So könnte auch bei uns allen gewesen sein.
Danke für Ihre Nachricht. Wir werden diese schnellst möglich bearbeiten.