Auf Einladung der Emsdettener SPD-Ratsfraktion trafen sich am Mittwoch, 24. April 2024 Vertreter der Interessengemeinschaft (IG) Hof Recker mit der Partei. Die IG hatte eine Agenda vorbereitet, deren wesentliches Ziel darin lag, die bestehenden Kritikpunkte zur vorgesehenen Bebauungsplanänderung anzubringen und in einer Diskussion die diesbezügliche Meinung der SPD abzufragen sowie bestehende Fragen zu klären.
Mangels Visualisierung half sich die IG mit einer plakativen Fotomontage. Diese veranschaulicht, wie groß das südliche Gebäude im Vergleich zum bestehenden Kindergarten der AWO würde. Es wäre nach Schätzungen sogar etwas höher als der Neubau des Aldi und stünde direkt vor der Kita.
„Fügt sich das wirklich gut in das Gelände oder die umliegende Wohnbebauung ein und verbessert das Stadtbild?“, fragt die IG. Sie ist nicht der Meinung und stellt die Frage auch den Vertretern der SPD. Dr. Thomas Kock erläutert, dass Optik immer Geschmacksache ist und daher individuell beurteilt wird. Konsens besteht aber darin, dass ohne existierende Ansichten eine sachliche Bewertung unmöglich ist. Die IG befürchtet ein konzeptloses Bauen und fordert, dass die für das Plangebiet bestehenden Rahmenbedingungen eingehalten werden. Sie ist keinesfalls gegen eine neue Bebauung und die Erweiterung der Kita. Allerdings muss die Politik hier sorgfältig abwägen, denn der Profit des Investors ginge sonst zu Lasten der Kita, der Anlieger, des Naturschutzes und der Optik.
Die Einsichtnahme in die Räume und das Gelände der Kita stehen nicht im Einklang mit dem Schutzkonzept für die Kinder und die massive Verkleinerung der Außenspielfläche wirkt sich negativ aus. Dies sehen beide Seiten kritisch und sind sich einig. Ob die zuständigen Behörden dem zukünftigen erweiterten Betrieb des anerkannten Bewegungskindergartens unter diesen Rahmenbedingungen zugestimmt haben, ist der SPD nicht bekannt. Übereinstimmung besteht ebenso bei der Thematik des zu erwartenden Verkehrs. Wenn die Grünen nicht bereits einen Antrag bei der Stadt auf ein Verkehrskonzept und die vorab besprochene Visualisierung gestellt hätten, würde die SPD dieses tun.
Warum die Verwaltung von der Stellplatzsatzung abweicht und die Zahl der notwendigen Parkplätze nach unten korrigiert, obwohl eine Tiefgarage Abhilfe schaffen würde, konnte nicht beantwortet werden. Ebenso wenig, ob dem Investor von Seiten der Stadt bereits irgendwelche Zusagen gemacht wurden und warum bereits Ausschreibungen erfolgen, obwohl noch nichts entschieden ist.
Das in einigen anderen Punkten Meinungsverschiedenheiten bestehen blieben, „gehört zu einem demokratischen Prozess“, so Kock. Diesen sieht die SPD jedenfalls als grundlegend an und versprach, die weiteren Abstimmungen des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Umwelt oder des Stadtrates kritisch zu begleiten. Die SPD unterstützt eine Nachverdichtung in Emsdetten, da zu wenig Wohnraum existiert. Das gilt auch für die Betreuungsplätze, auf die Eltern einen rechtlichen Anspruch haben. Die SPD möchte aber auch Konsens, um späteren Ärger zu vermeiden. Dass es teilweise zu despektierlichen Äußerungen der Verwaltung und einiger Politiker gegen die Kritik verschiedener Gruppierungen kam, bedauern sie und empfehlen einen konstruktiven Austausch aller Beteiligten, gerne auch mit dem Investor.
Dem stimmten die Vertreter der IG zu und zeigten sich gesprächsbereit. Konstruktiv und sachlich war jedenfalls das gesamte Gespräch und beide Seiten vereinbarten, sich vor den nächsten Meilensteinen bezüglich der Bebauungsplanänderung zu treffen. Die IG bedankte sich und verwies auf die noch anstehenden Gespräche mit weiteren Parteien/Fraktionen.
„Mittlerweile ist aus der anfänglichen Anliegergemeinschaft eine Interessengemeinschaft geworden, der sich viele Unterstützer aus ganz Emsdetten angeschlossen haben. Sie alle setzen sich für eine maßvolle, ökologische und zukunftsorientierte Baupolitik ein, die sich auch optisch gut in das Stadtbild integriert und die Interessen aller abwägt.“ so die IG abschließend.




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